Herd(s)Attacke

Häppchenweise: Quarkstollen-Konfekt

Stollen-Konfekt

Ich weiß nicht, wie lange ich schon vorhabe, mal einen Weihnachtsstollen zu backen. Da ich zu den Verfechtern der Theorie gehöre, dass dieser mindestens vier Wochen durchziehen sollte, müsste ich also spätestens Anfang November in der „Backstube“ stehen und loslegen. Tja, was soll ich sagen – ich hab’s dieses Jahr wieder nicht geschafft. Aber: der nächste November kommt bestimmt und bis dahin begnüge ich mich mit Quarkstollen-Konfekt. Ein wirklich adäquater Ersatz, den man wunderbar häppchenweise zum Kaffee genießen kann.

Eins, Zwei, oder Drei?

Da ich von der Herd(s)Kasper-Erzeugerin ausreichend mit köstlichen Plätzchen versorgt werde, hält sich meine Weihnachtsbäckerei immer so ziemlich in Grenzen. Aber ein oder zwei eigene Sorten müssen es irgendwie doch jedes Jahr sein. Meistens mache ich eine Ladung Frankfurter Bethmännchen, die muss ich dann nämlich mit niemandem teilen und darf sie ganz alleine futtern. In diesem Jahr fallen sie allerdings flach, denn ich hab‘ viel mehr Bock auf Mozart-Taler – auch wenn die ein bisschen mehr Arbeit machen. Aber die Kombination aus Nougat, Marzipan und Pistazien ist einfach zu geil.

Tja, und dann hab‘ ich ja noch das feine Stollenkonfekt. Eigentlich sollte es einen Quarkstollen geben; da ich wie eingangs erwähnt aber den richtigen Zeitpunkt verpasst habe, kommt er jetzt in kleinen Häppchen auf den Plätzchenteller. Die ganze Sache ist auch ziemlich schnell erledigt: Teig rühren, backen, buttern, zuckern, fertig. Und da das Rezept ein ganzes Blech ergibt, hat man auch eine Weile davon – selbst, wenn die Nachbarin regelmäßig zum Naschen vorbei kommt.

Quarkstollen-Konfekt

Zutaten nur vom Feinsten

In das Konfekt kommen die gleichen Zutaten wie in einen ganz normalen Quarkstollen – bei mir sind das Rumrosinen, Orangeat, Zitronat, Mandeln, Marzipan. In diesem Jahre habe ich das erste Mal Orangeat und Zitronat aus unserem „Unverpackt“-Laden gekauft und das ist so dermaßen gut, dass ich sicher niemals wieder das Industriezeug aus dem Supermarkt kaufen werde. Ein himmelweiter Unterschied beim Geschmack – weniger Süß, mehr Aroma, und noch dazu hat es nicht diese seltsame Konsistenz von Gummibärchen, die zu lange offen liegen geblieben sind. Nein, schön weich, so dass man beim Hineinbeißen in das Stollengebäck garnicht das Gefühl hat, dass da Stückchen drin sind.

Luftdicht aufbewahrt hält sich das Quarkstollen-Konfekt gute drei Wochen – wenn man so viel Selbstbeherrschung und keine Nachbarin hat. An der Stelle sei zur Optik gesagt: Ja, ich kenne die Bilder von Stollenkonfekt, auf denen es aussieht, als wäre hier gerade ein Lastwagen mit Puderzucker verunglückt. So sah mein Konfekt direkt nach dem zweiten Bestreuen auch aus. Aber durch die großzügige Menge von Butter, mit welcher das Gebäck bestrichen wird, zieht der Puderzucker ziemlich schnell ein. Und da ich nicht noch eine dritte Puderzuckerschicht auf das Konfekt streuen wollte, sieht’s jetzt auf den Bildern halt ganz natürlich und „ungeschminkt“ aus. Wem das zu „naggisch“ ist, der kann natürlich direkt vor dem Servieren nochmal pudern.

Quarkstollen-Konfekt

Tipps und Tricks

Es gibt viele Leute, die Orangeat und Zitronat als Stückchen nicht mögen, das Aroma aber trotzdem im Stollen haben wollen. Hier zwei Empfehlungen: Zum Einen nicht das Industriezeug verwenden, sondern mal im Bioladen schauen. Dort gibt es oft Produkte von kleinen Manufakturen, die zwar etwas teurer sind, dafür aber besser schmecken und auch eine etwas andere Konsistenz haben. Alternativ kann man Orangeat und Zitronat auch mit etwas Zucker in einen guten Mixer geben und ganz fein mahlen. So fallen die Stückchen im Stollen nicht mehr auf.

Rumrosinen gibt es schon fertig abgepackt; wer keine bekommen sollte, der kann Rosinen über Nacht in Rum einlegen. Wer keine Rosinen mag, kann alternativ zum Beispiel getrocknete Aprikosen oder Pflaumen verwenden. Ob man die einlegt, ist dann Geschmacksache – ich würde eher nicht dazu neigen.

Quarkstollen-Konfekt eignet sich prima als Last-Minute-Geschenk aus der Küche. Einfach in ein schönes Glas füllen, Deckel drauf, Schleifchen drum und noch ein nettes Etikett oder einen Anhänger dazu basteln. Da sich das Konfekt lange hält, lässt es sich auch gut vorbereiten.


Quarkstollen-Konfekt

Feiner Quarkstollen im Quadrat
Vorbereitungszeit1 Std.
Koch-/Backdauer20 Min.
Backzeit20 Min.
Zubereitungszeit gesamt1 Std. 40 Min.
Gericht: Weihnachtsbäckerei
Keyword: Stollen

Zutaten

  • 100 g Butter, kalt
  • 100 g Marzipan
  • 50 g Zucker, braun
  • 1/2 TL Lebkuchengewürz
  • 1 Pckg. Tonka-Zucker
  • 250 g Magerquark
  • 300 g Weizenmehl, Typ 550
  • 200 g Mandeln, gemahlen
  • 2 TL Weinsteinbackpulver (schwach gehäuft)
  • 3 Stück Eier (Größe M)
  • 50 g Orangeat
  • 50 g Zitronat
  • 100 g Rumrosinen
  • 4-5 Tropfen Bittermandel-Aroma
  • 80 g Butter, geschmolzen
  • 100 g Puderzucker

Sonstiges

  • Ein Backpinsel, ein Teigschaber.
  • Ein luftdichter Behälter zum Aufbewahren.

Anleitungen

  • Butter, Marzipan, braunen Zucker, Lebkuchengewürz und Tonka-Zucker in die Rührschüssel der Küchenmaschine geben und mit den Händen kräftig verkneten, bis man eine gleichmäßige, weiche Masse hat.
  • Mehl, gemahlene Mandeln und Backpulver in einer Schüssel miteinander vermischen; zur Marzipanmasse geben.
    Küchenmaschine auf der niedrigsten Stufe starten; Mehlmischung und Marzipanmasse langsam miteinander vermischen, dabei nach und nach den Magerquark mit unterrühren.
    Zwischendurch mit einem Teigschaber entlang der Ränder und des Bodens der Schüssel fahren, damit sich keine Zutatennester bilden.
    Zum Schluss die Eier nach und nach in den Teig rühren.
    Teig abdecken und etwas ruhen lassen.
  • In der Zwischenzeit den Backofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
    Ein Backblech mit Backpapier auslegen.
  • Orangeat, Zitronat, Rumrosinen und Bittermandelaroma auf den Teig geben und alles mit den Händen kräftig durchkneten, bis alles gleichmäßig verteilt und der Teig geschmeidig ist.
  • Teig auf das vorbereitete Backblech geben und mit befeuchteten Händen zu einem Rechteck verstreichen; der Teig sollte ca. 1 cm dick sein.
    Mit dem Rücken eines Messers oder mit einem Teigschaber Linien in den Teig ziehen, so dass man ca. 5×5 cm große Quadrate hat. Messer/Teigschaber zwischendurch immer wieder nass machen, dann geht es einfacher.
    Das Backblech mittig in den Backofen schieben; das Konfekt 15-18 Minuten backen. Die Oberfläche sollte leicht gebräunt und trocken sein – dann ist es richtig.
  • Während das Konfekt backt, 80 g Butter in einem Topf schmelzen.
  • Das fertig gebackene Konfekt aus dem Backofen holen und sofort großzügig mit der Hälfte der geschmolzenen Butter bestreichen.
    Eine dicke Schicht Puderzucker auf das Konfekt sieben.
    15 Minuten warten; dann die restliche Butter auf das Konfekt streichen und nochmal eine dicke Schicht Puderzucker darüber sieben.
  • Konfekt ganz abkühlen lassen und entlang der vorgezeichneten Linien auseinanderbrechen.
    Vor dem Servieren ggf. nochmals mit Puderzucker bestäuben.
  • Das Konfekt hält sich in einer luftdichten Box gut 2-3 Wochen.

Notizen

Je nach Backofenart kann sich die Backzeit verlängern oder verkürzen.

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