Herd(s)Attacke

Total vergurkt: Boeuf Stroganoff

Boef Stroganoff auf frischen Nudeln.

Die Sache mit Boeuf Stroganoff und mir war quasi Liebe auf den ersten Biss, mit großer zeitlicher Verzögerung. Das erste Mal habe ich dieses ursprünglich aus Russland stammende Gericht vor drei oder vier Jahren in unserer Kantine gegessen. Dazu muss man sagen, dass diese ziemlich gut ist und man dort Wert auf Frische und Vielfalt legt. Jedenfalls hab‘ ich mir als jemand, der bei Pasta und cremigen Soßen nie Nein sagen kann, die Sache nicht entgehen lassen. Seither bin ich ein Fan dieses wunderbaren Gerichts und natürlich hat es nicht lange gedauert, bis ich es auch in der Herd(s)Kasper-Küche gezaubert habe.

Der eigentliche Clou an der ganzen Sache sind ja die eingelegten sauren Gurken. Ich weiß nicht, wie und warum man auf die Idee gekommen ist, diese in eine Soße zu geben. Bei uns kennt man sie eher in Scheibchen geschnitten auf Leberwurstbrötchen, oder eingewickelt in Rouladen. Auf jeden Fall geben sie dem Gericht das gewisse Etwas und machen die eher schlichte Soße zum Geschmackserlebnis.

Klassiker: Boef Stroganoff mit frischen Bandnudeln.

Ein bisschen Luxus

Im Originalrezept für Boeuf Stroganoff werden Filetspitzen verwendet. Eine nicht ganz billige Angelegenheit. Hinzu kommt, dass man sie – je nach benötigter Menge – oft vorbestellen muss. Zumindest bei meinem Lebensmittel-Dealer hat die Fleischtheke die notwendige Menge an Rindfleisch nicht immer vorrätig. Also bin ich irgendwann dazu übergegangen, Kalbsschnitzel zu verwenden. Eignet sich prima zum Kurzbraten und schmeckt in der leckeren Soße genausogut. Und ist ein gutes Stück günstiger als Rinderfilet.

Geht’s euch auch so, dass ihr Küchenklassiker immer mit viel Arbeit verbindet? Dann kann ich euch beruhigen: ist beim Boeuf Stroganoff nicht der Fall. Das Geschnetzelte ist ruck-zuck zubereitet und während das Fleisch gart, sind auch die Nudeln fertig. Mein Favorit für die Beilage: frische breite Bandnudeln (Tagliatelle) oder Spätzle (beides gibt es in guter Qualität im Kühlregal).

Etwa eine halbe Stunde benötigt man inklusive Vorbereitung, bis das Essen auf dem Tisch steht. Also absolut aus der Kategorie „Schnelle Küche“, die bei mir momentan ganz hoch im Kurs steht.

Tipps und Tricks

Ganz wichtig, wenn man das Fleisch selbst schneidet: die Richtung der Fleischfasern beachten. Schneidet man es falsch, hat man am Ende nur zähe Brocken auf dem Teller. Unter dem Suchbegriff „Fleisch richtig schneiden“ finden sich im Netz eine Vielzahl an Anleitungen. Wer sich nicht sicher ist, sollte sich vorher ein wenig mit dem Thema beschäftigen. Noch besser: man lässt sich das Fleisch beim Kauf vom freundlichen Metzger zurecht schneiden.


Boeuf Stroganoff

Ein Klassiker aus der russischen Küche mit einer herrlich cremigen, säuerlichen Soße
Vorbereitungszeit15 Min.
Koch-/Backdauer20 Min.
Zubereitungszeit gesamt35 Min.
Gericht: Hauptspeise
Keyword: Geschnetzeltes, Kalbfleisch, Kurzgebraten, Rindfleisch
Portionen: 4 Portionen

Zutaten

  • 1 Zwiebel, groß
  • 200 g Steinpilz-Champignons
  • 1 Glas Cornichons (ca. 190g Abtropfgewicht)
  • 600 g Rinderfiletspitzen (günstiger: Kalbsschnitzel)
  • 30 ml Weißwein
  • 300 ml Rinderfond
  • 200 g Schmand
  • 2 TL Dijon-Senf
  • Salz
  • Pfeffer, weiß
  • 600 g Bandnudeln, frisch (alternativ Spätzle)
  • 2 EL Butterschmalz
  • 2 TL Mehl
  • etwas frische Petersilie

Anleitungen

  • Zwiebel schälen, halbieren und in feine Streifen oder Würfel schneiden.
    Cornichons abgießen und in etwas dickere Scheiben schneiden.
    Steinpilz-Champignons trocken abbürsten und in dünne Scheiben schneiden.
    Petersilie abspülen, gut trocken schütteln und fein hacken.
  • Rindfleisch abtupfen und säubern (also ggf. Sehnen und Fett entfernen) und in feine Streifen schneiden (Faserrichtung beachten!) und in einen tiefen Teller geben.
  • 1 EL Butterschmalz in einer großen Pfanne auf höchster Stufe erhitzen.
    Kurz vor dem Anbraten das Mehl über das Fleisch streuen und gut damit vermischen.
    Fleisch in die Pfanne geben und unter Rühren kräftig anbraten, so dass es von allen Seiten schön Farbe bekommt.
    Fleisch aus der Pfanne nehmen, mit einem Teller abdecken und beiseite stellen.
  • Einen weiteren EL Butterschmalz in die Pfanne geben.
    Zwiebel hinzufügen und unter Rühren glasig anbraten.
    Champignonscheiben dazu geben und ebenfalls unter Rühren gleichmäßig anbraten.
  • Weißwein angießen und unter Rühren verkochen lassen.
    100 ml vom Rinderfond hinzugeben und ebenfalls fast verkochen lassen.
  • Schmand und Senf in eine Schüssel geben; mit 2 Prisen Salz und 5-6 Umdrehungen aus der Pfeffermühle würzen.
    Alles gut vermischen, in die Pfanne geben und unterrühren.
    Cornichon-Scheiben hinzugeben.
    Nach und nach den restlichen Rinderfond hinzugießen und unterrühren, bis die Soße die gewünschte Konsistenz hat.
  • Hitze auf mittlere Stufe reduzieren.
    Fleisch inklusive dem Fleischsaft wieder in die Pfanne geben, untermischen. Das Ganze sollte jetzt nicht mehr kochen, nur noch leicht köcheln!
    Petersilie unterrühren und die Soße abschmecken.
    Fleisch 5 Minuten offen in der Soße ziehen lassen, gelegentlich rühren und sofort servieren.
  • Dazu passen am besten frische Bandnudeln oder Spätzle (aus dem Kühlregal).

Notizen

Sollte die Soße einmal zu dünn geraten: 1-2 TL Speisestärke mit etwas Rinderfond verquirlen (klümpchenfrei) und nach und nach in die noch kochende Soße geben, bis diese angedickt ist.

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