Herd(s)Attacke

Saté-Spieße mit cremiger Erdnuss-Soße

Saté-Spieße mit Reis und cremiger Erdnuss-Soße

Morgen geht mein Sommerurlaub zu Ende; er war wieder einmal viel zu schnell vorbei. Zur „Feier“ des Tages (ich bin um positive Stimmung bemüht) gibt es ein Rezept außer der Reihe: Saté-Spieße mit cremiger Erdnuss-Soße. Für dieses ursprünglich aus Indonesien stammende Gericht werden dünne Streifen von mariniertem Hähnchenfleisch auf Holzspieße gesteckt und gebraten. Dazu gibt es eine würzige Soße aus Erdnüssen und vielerlei weiteren Zutaten, die man je nach Leidensfähigkeit sehr scharf oder eher mild gestalten kann. Eines vorweg: ich bevorzuge den goldenen Mittelweg. Es darf ruhig auf der Zunge bitzeln; die Geschmacksknospen muss ich mir aber nicht verbrutzeln.

Saté-Spieße mit Reis und einer cremigen Erdnuss-Soße.
Am Anfang war …

Als ich vor unzähligen Jahren begonnen habe, mich für die asiatische Küche zu interessieren (laaaange bevor ich mich überhaupt für das Kochen begeistert habe), waren diese Saté-Spieße das erste Rezept, an das ich mich gewagt habe. Nicht nur wegen meiner Leidenschaft für eine gute Erdnuss-Soße. Es war schlicht eines der einfachsten Rezepte, das mir damals in die Finger gekommen ist. Und das hat sich bewahrheitet; es ist sozusagen „idiotensicher“.

Die Zutatenliste für die Saté-Spieße ist überschaubar und beinhaltet nichts, was es im einigermaßen sortierten Supermarkt nicht gibt. Das in Streifen geschnittene Hähnchenfleisch badet in einer würzigen Marinade, bestehend aus dunkler Sojasoße, indonesischem Kecap Manis (im Prinzip auch Sojasoße, nur in süß), Ingwer, Knoblauch, Kokosmilch. Und, ganz wichtig für die Würze: Sambal Oelek, eine scharfe Chilipaste. Letzteres ersetze ich persönlich durch die Paprika-Variante Ajvar. Zum einen hab‘ ich das einfach immer im Haus. Es ergibt wenig Sinn, wegen zwei Esslöffeln Paste gleich ein ganzes Glas zu kaufen, das dann im Schrank herumsteht. Zweitens ist mir Sambal Oelek einfach zu scharf. Ich bin da wie schon erwähnt eher dezent unterwegs und Ajvar ist für mich die zwar immer noch scharfe, aber eben nicht tödliche Alternative.

Nach dem Marinieren werden die Hähnchenstreifen von beiden Seiten kurz in der Pfanne gebraten. Wenn ihr eine Grillpfanne habt, nehmt die. Das Braten geht relativ schnell und geschieht portionsweise; die fertigen Spieße werden im Backofen warm gehalten, bis alles fertig ist. Wichtig ist, dass man die Spieße während des Bratens mit der übrigen Marinade bepinselt. Das gibt zum einen nochmal einen Geschmacks-Kick; zum anderen verhindert es, dass die Spieße trocken werden.

Saté-Spieße mit Reis und einer cremigen Erdnuss-Soße.
Nuss-Genuss

Das absolute Highlight bei diesem Rezept ist für mich die Erdnuss-Soße. Es gibt viele Varianten, bei denen Erdnussbutter als Geschmacksträger eingesetzt wird. Nicht in diesem Fall – und das ist vielleicht auch das Geheimnis des unvergleichlichen Geschmacks. Hier werden Erdnüsse zu Mus gemahlen. Dabei ist unbedingt wichtig, dass die Erdnüsse nicht gesalzen sind! Die verwendeten Sojasoßen in diesem Rezept beinhalten schon eine ausreichende Menge Salz; es wird auch später nicht zum Abschmecken verwendet.

Zusammen mit einer Schalotte, Knoblauch, heller Sojasoße, Limettensaft, braunem Zucker und nochmal Sambal Oelek (oder Ajvar) werden die Nüsse im Mixer zu einem festen Mus verarbeitet. Dieses röstet man dann in einer Pfanne mit Erdnussöl an. And this is where the magic happens! Genau das ist der Punkt, an dem die Soße so richtig in Fahrt kommt, denn durch das Rösten entfaltet sich das Aroma aller Zutaten erst so richtig.

Steinerner Buddha-Kopf

Aber Vorsicht: rösten, nicht anbrennen! Das geht relativ schnell, weshalb man die Pfanne mit der Soße immer im Auge behalten sollte. Zum Schluss wird alles mit Kokosmilch aufgegossen, damit aus dem Mus eine Soße wird. Und das war’s auch schon – zusammen mit Reis als Beilage können die Saté-Spieße serviert werden. Und ich bin mir ziemlich sicher: wenn ihr die Spieße und die Soße probiert habt, werdet ihr danach genauso tief zufrieden lächeln wie mein steinerner Buddha.

Saté-Spieße mit Erdnuss-Soße

Ein Gericht, das ursprünglich aus Indonesien kommt. Würzig mariniertes Hähnchenfleisch trifft auf eine köstliche Erdnuss-Soße.
Vorbereitungszeit45 Min.
Koch-/Backdauer15 Min.
Wartezeit (Marinieren)1 Std.
Zubereitungszeit gesamt2 Stdn.
Gericht: Hauptspeise
Land & Region: Asien
Keyword: asiatisch, Geflügel
Portionen: 18 Spieße (ca.)

Zutaten

  • 3 Hähnchenbrust-Filets (zusammen ca. 500g)
  • Erdnussöl zum Braten
  • Erdnüsse zum Garnieren
  • 3-4 Stängel Petersilie, frisch
  • 20 Holzspieße

Für die Marinade

  • 3 EL Sojasoße, dunkel
  • 4 EL Kecap Manis (indonesische Sojasoße)
  • 2 TL Sambal Oelek (alternativ Ajvar, scharf)
  • 1 Stück Ingwer (ca. 20 g)
  • 1 Knoblauchzehe
  • 3 EL Kokosmilch

Für die Erdnuss-Soße

  • 100 g Erdnüsse, geröstet und ungesalzen (!)
  • 1 Schalotte
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 EL Zucker, braun
  • 1 EL Sambal Oelek (alternativ: Ajvar, scharf)
  • 1/2 Limette, Bio
  • 2 EL Sojasoße, hell
  • 250 ml Kokosmilch

Sonstiges

  • Ein guter Mixer

Anleitungen

Die Marinade

  • Den Ingwer schälen und sehr fein hacken.
    Die Knoblauchzehe abziehen und ebenfalls fein hacken.
    Zusammen mit Sojasoße, Kecap Manis, Sambal Oelek und Kokosmilch in einen flachen, gut verschließbaren Behälter geben und vermischen.
  • Die Hähnchenbrüste trocken tupfen und der Länge nach in ca. 1 cm breite Streifen schneiden.
    Die Hähnchenbruststreifen wellenförmig auf die Holzspieße stecken und glatt ziehen.
    Hähnchenspieße in die vorbereitete Marinade legen; den Behälter gut verschließen.
    Behälter – am besten über dem Spülstein, falls sie doch aufgeht – ordentlich durchschütteln, damit sich die Marinade gleichmäßig verteilt. Ggf. noch einmal öffnen und kontrollieren.
    Den verschlossenen Behälter mit den Spießen für eine Stunde in den Kühlschrank stellen; zwischendurch noch 1-2x gut durchschütteln.

Die Erdnuss-Soße

  • Schalotte schälen und grob würfeln.
    Knoblauchzehen abziehen.
    Die Limette gründlich waschen; ein wenig von der Schale abreiben (ca. 1/2 TL) und den Saft auspressen.
  • Erdnüsse, Zucker, Samal Oelek, Schalottenwürfel, Knoblauchzehen, sowie Limettenabrieb und -saft in einen Mixer geben.
    Auf mittlerer Stufe starten zum groben Zerkleinern. Dann auf höchster Stufe so lange mixen, bis ein feines, gleichmäßiges Mus entstanden ist.
  • Zwei EL Erdnussöl in einer beschichteten Pfanne auf höchster Stufe erhitzen; das Erdnussmus dazu geben. Hitze etwas reduzieren und das Mus unter gelegentlichem Rühren 2-3 Minuten anrösten.
    Etwa die Hälfte der Kokosmilch angießen und unterrühren.
    Soße 3-4 Minuten köcheln lassen, dann nach und nach die restliche Kokosmilch angießen, bis die Soße die gewünschte Konsistenz hat.

Fertigstellen

  • Backofen zum Warmhalten der fertigen Spieße auf 80°C Umluft vorheizen.
  • Eine Handvoll ungesalzener Erdnüsse im Mörser zerstoßen.
    Petersilie unter fließendem Wasser kurz abspülen, trocken schütteln und fein hacken.
  • 2 EL Erdnussöl in einer beschichteten Pfanne oder Grillpfanne auf höchster Stufe erhitzen.
    Eine Portion Hähnchenspieße in die Pfanne geben; Hitze reduzieren.
    Hähnchenspieße auf jeder Seite 3-4 Minuten garen, dabei mit etwas Marinade bepinseln.
    Die fertigen Hähnchenspieße auf einen Teller legen und im Backofen warm halten, während die restlichen Spieße gegart werden.
  • Die Spieße vor dem Servieren mit den zerstoßenen Erdnüssen und der gehackten Petersilie garnieren.
    Dazu: Reis.

Notizen

Je nach Schärfetoleranz kann die Erdnuss-Soße noch durch fein gehackte Chilischoten ergänzt werden.
Tipp: Die Holzspieße für die Hähnchenbruststreifen vor der Verwendung 2 Stunden in einen Behälter mit Wasser legen. So lässt sich das Fleisch nach dem Braten besser abstreifen.

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