Herd(s)Attacke

Zum 5. Geburtstag: Schwarzwälder-Kirsch-Eier

Schwarzwälder Kirschtorte im Ostereier-Gewand.

Tja, was soll ich sagen: der Herd(s)Kasper ist in diesem Monat tatsächlich schon fünf Jahre alt geworden. Eigentlich kommt es mir garnicht so lange vor. Andererseits stöbere ich manchmal in alten Rezepten und denke mir „Meine Güte, ist das schon lange her“. In dieser Zeit hat sich das Aussehen des Blogs mehrfach verändert – erst kürzlich kam das alte, ursprüngliche Herd(s)Kasper-Logo mit der Mütze zurück. Weil’s halt so schön passt. Außerdem arbeite ich natürlich weiterhin an meinen Fotografie-Skills; schließlich sollen die Bilder ja Appetit machen. Das war in der Anfangszeit nicht immer so. Wenn ihr euch die älteren Beiträge auf dem Blog anschaut, versteht ihr sicher, was ich meine.

Nicht geändert hat sich die Gewohnheit, zum Geburtstag eine Variante der Schwarzwälder Kirschtorte – mein absolutes Lieblings-Ding – auf den Geburtstagskaffeetisch zu bringen. Da es zeitlich gerade passt, gibt’s in diesem Jahr Schwarzwälder-Kirsch-Eier. In den luftigen Biskuithalbkugeln verstecken sich sowohl die klassische Kirschfüllung, als auch eine feine Sahnecrème.

Schwarzwälder-Kirsch-Eier - nicht nur an Ostern köstlich!

Schwarzwälder-Kirsch im Überfluss

Der Weg zum diesjährigen Schwarzwälder-Kirsch-Variante war ein wenig steinig. Mehrere Ideen, die ich im Kopf hatte, ließen sich nicht so umsetzten, wie ich es gerne gehabt hätte. Drei Wochenenden hintereinander gab’s das misslungene Ergebnis zum Kaffee – zum Wegwerfen waren die Kreationen dann doch zu schade. Zum Glück hatte ich rechtzeitig angefangen, sonst hätte ich das Geburtstagsrezept um einiges verschieben müssen.

Dass bald Ostern ist und schon seit einiger Zeit eine Ostereierbackform in meiner Schublade schlummert, war dann letztendlich die Rettung. So habe ich den Schokobiskuit in die Form von halben Eiern gebracht, ausgehöhlt und mit Kirschen und Sahnecrème gefüllt. Um dem ganzen etwas Halt zu geben, kam noch ein knuspriger Mürbeteigboden hinzu. Zum Schluss wird das Ei mit dunkler Schokolade überzogen und nach Lust und Laune verziert. Fertig ist der Geburtstagskuchen!

Ein bisschen zeitaufwändig ist das Ganze schon – aber zum fünften Geburtstag kann man sich die Mühe ja mal machen. Und letztendlich hat es sich gelohnt, einen ganzen Nachmittag in der Küche zu verbringen. Die Schwarzwälder-Kirsch-Eier sind eine kleine, feine Leckerei für alle, die auch auf die klassische Torte stehen.

Köstliches Innenleben der Schwarzwälder-Kirsch-Eier.

Ansonsten bin ich wild entschlossen, die Ideen, die ich ursprünglich für den Geburtstagskuchen hatte, auch noch umzusetzen. Das heißt, für die nächsten Schwarzwälder-Kirsch-Varianten ist für mindestens drei weitere Herd(s)Kasper-Jahre gesorgt! Wer wissen will, was ich in den vergangenen Jahren gebastelt hat, für den habe ich hier mal alles zusammengestellt:

Tipps und Tricks

Mit der Herstellung der Schwarzwälder-Kirsch-Eier solltet ihr unbedingt am Vortag beginnen, denn die Herstellung und das Füllen dauern eine Weile. Es schadet dem Kuchen aber nicht, wenn er über Nacht in den Kühlschrank kommt. Im Gegenteil: der Biskuitteig schmeckt dann noch aromatischer.

Halb-Eier-Formen aus Silikon gibt es in den unterschiedlichsten Größen. Da der Teig ausgehöhlt und gefüllt werden soll, darf die Form nicht zu klein ausfallen. Die fünf Mulden meiner Form waren ca. 10 x 7 cm groß und 3,5 cm hoch. Kleiner sollte die Form auf keinen Fall sein, sonst bekommt ihr nicht genug Füllung unter.

Die Menge des Mürbeteiges ist ausreichend bemessen – wahrscheinlich habt ihr noch ein wenig übrig. Aus dem restlichen Teig lassen sich aber wunderbare Kekse ausstechen! Passend zum Thema zum Beispiel Osterhasen – oder noch mehr Eier, die ihr verzieren könnt.

Damit der Mürbeteigboden passt, habe ich mir aus Karton eine Schablone ausgeschnitten. Dafür habe ich den Rand einer Mulde der Silikonform mit etwas Wasserfarbe eingestrichen und auf ein weißes Blatt Papier gedrückt. So bekommt man die exakte Umrandung. Das Papier habe ich auf einen etwas dickeren Karton geklebt und dann das Ei ausgeschnitten. Die Silikonform sollte man nach dem Bemalen natürlich gründlich spülen.

Wichtig: Für das Rezept benötigt ihr Agartine und Agar-Agar. Der Unterschied zwischen den beiden veganen Geliermitteln ist, dass Agar-Agar wesentlich stärker geliert. Das passt nicht immer – die Créme soll ja z.B. luftig bleiben. Deshalb verwende ich je nach Anwendung entweder das eine oder das andere, und in diesem Fall eben beides.

Luftiger Biskuitboden trifft auf feine Sahnecréme und Kirschen.

Schwarzwälder-Kirsch-Eier

Der Tortenklassiker, passend zum Osterfest in Eierform gebracht.
Gericht: Kuchen, Torten
Keyword: Schwarzwälder Kirsch, Torten
Portionen: 10 halbe Eier

Zutaten

Für die Sahnecréme

  • 175 g Frischkäse
  • 300 g Sahne
  • 50 g Zucker
  • 1 TL Vanille-Paste
  • 1 Tütchen Sahnefestiger
  • 1 Tütchen Agartine

Für den Mürbeteigboden

  • 240 g Weizenmehl, Typ 405
  • 160 g Butter, kalt
  • 60 g Zucker
  • 20 g Backkakao
  • 1/3 TL Salz

Für den Biskuitteig

  • 7 Stück Eier (M)
  • 100 g Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 1 TL Zitronensaft
  • 140 g Weizenmehl, Typ 405
  • 2 TL Backpulver (schwach gehäuft)
  • 30 g Speisestärke
  • 30 g Backkakao
  • 1 Tütchen Vanillezucker
  • 80 g Milch
  • Schwarzwälder Kirschwasser (optional)

Für die Kirschfüllung

  • 1 kl. Glas Schattenmorellen (175 g Abtropfgewicht)
  • 300 g Kirschsaft
  • 10 g Agar-Agar

Sonstiges

  • 250 g Dunkle Schokolade
  • Deko nach Lust und Laune, z.B. weiße Kuvertüre, Kirschpulver, Schokostreusel, Sprinkles.

Sonstiges

  • Eine Silikonform für halbe Eier (siehe Rezeptschritt); wenn's schneller gehen soll: zwei Formen. Meine Form hat fünf Mulden, ca. 10 x 7 cm. Höhe der Form: 3,5 cm.
  • Eine Schablone zum Ausschneiden für den Boden (siehe Rezepthinweis).
  • Küchenmaschine und/oder Handrührgerät.
  • Wasserbadschüssel für die Schokolade.

Anleitungen

Die Sahnecréme (Vorbereitung 30 Minuten / Kühlen mindestens 60 Minuten)

  • Frischkäse mit 100 g Sahne, dem Zucker und der Vanillepaste cremig aufschlagen.
    100 g Sahne und ein Tütchen Sahnefestiger luftig aufschlagen.
  • Weitere 100 g Sahne in einen kleinen Kochtopf geben, das Agartine unterrühren.
    Sahne zum Kochen bringen, Temperatur herunterdrehen, so dass die Sahne gerade noch köchelt. Rühren, bis die Sahne merklich eindickt.
    Sahne vom Herd nehmen und unter Rühren etwas abkühlen lassen; dann zügig unter die Frischkäsemasse rühren.
  • Zum Schluss die steif geschlagene Sahne unter die Frischkäsemasse heben.
    In eine verschließbare Schüssel geben und bis zur Verwendung kalt stellen.

Der Mürbeteigboden (Vorbereitung 10 Minuten / Kühlen 30 Minuten / Backen 13-15 Minuten)

  • Mehl, Zucker, Backkakao und Salz in eine Schüssel geben und vermischen.
    Die kalte Butter in kleinen Stückchen auf die Mehlmischung geben.
    Mit dem Knethaken des Handrührgerätes oder einfach mit den Händen alles gut miteinander verkneten.
  • Teig zu einer Kugel formen, etwas flach drücken. In Frischhaltefolie einschlagen und mindestens 30 Minuten kühlen.
  • Backofen auf 180°C Umluft vorheizen; ein Backblech mit Backpapier auslegen.
    Teig nach dem Kühlen halbieren. Eine Hälfte wieder einpacken und zurück in den Kühlschrank geben.
  • Die andere Teighälfte auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche geben, eine Stück Frischhaltefolie oder Dauerbackfolie darauf legen.
    Den Teig mit dem Nudelholz ca. 0,5 mm dick ausrollen, so dass er etwa die Größe der Silikonform hat, in welcher später die Eier gebacken werden.
    Mit Hilfe einer Schablone (siehe Rezepthinweis) die Eierform 5x ausschneiden (vorausgesetzt, eure Backform hat fünf Mulden. Bei vier Mulden natürlich nur 4x ausschneiden).
    Eier auf das vorbereitete Backblech legen.
    Mit der zweiten Teighälfte genauso verfahren.
  • Backblech mit den Teig-Eiern mittig in den vorgeheizten Backofen schieben und ca. 13-15 Minuten backen (Zeit kann je nach Backofen variieren). Der Mürbeteig sollte obenauf trocken, aber noch etwas elastisch sein.
    Boden nach dem Backen mit dem Backpapier vorsichtig auf ein Kuchengitter ziehen und abkühlen lassen. Der Boden ist direkt nach dem Backen noch etwas weich, härtet aber beim Abkühlen aus.
  • Sollte Teig übrig sein, könnt ihr diesen nochmal ausrollen und Kekse oder Verzierung für die Eier ausstechen. Backzeit wie oben.

Der Biskuitteig (Vorbereitung 20 Mnuten / Backzeit 15-20 Minuten je Backdurchgang / Abkühlen 30 Minuten / Nachbearbeitung 30 Minuten)

  • Wenn ihr (wie ich) nur eine Eibackform habt, müsst ihr die Eier in zwei Arbeitsschritten backen. Komfortabler ist es mit zwei Formen, die ihr nebeneinander auf das Backblech stellt. Meine Form hat fünf Mulden, ca. 10 x 7 cm. Höhe der Form: 3,5 cm.
    Mulden ca. 10x7 cm, Höhe der Backform ca. 3,5 cm.
  • Backofen auf 220°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
    Die Silikonform für die Eier feucht auswischen (einfetten ist nicht notwendig) und auf einem Backblech bereitstellen.
  • 6 Eier trennen.
    Eigelbe, das ganze Ei und den Zucker in eine Rührschüssel geben.
    Mit der Küchenmaschine auf mittlerer Stufe so lange cremig aufschlagen, bis die Masse ganz hellgelb ist. Je nach Küchenmaschine ggf. in einen höheren Gang schalten.
  • In der Zwischenzeit das Eiweiß mit Salz und Zitronensaft steif schlagen.
  • Mehl, Backpulver, Speisestärke, Backkakao und Vanillezucker in eine Schüssel geben und miteinander vermischen.
    Diese Mischung und die Mlich im Wechsel nach und nach unter die Eigelbmasse rühren, bis eine gleichmäßige Créme entstanden ist.
    Jetzt das steifgeschlagene Eiweiß auf die Créme geben und unterheben.
  • Die Hälfte des Biskuitteiges auf die Backform verteilen. Die Mulden nicht bis zum Rand füllen – es sollte noch ca. 1 cm Luft nach oben sein.
    Backblech mit der Form ein paar Mal vorsichtig aufstoßen, damit größere Luftblasen aus dem Teig entweichen.
    Backblech mittig in den vorgeheizten Backofen schieben und die Biskuiteier 15-20 Minuten backen (unbedingt den Holzstäbchentest machen, da die Backzeit je nach Ofen unterschiedlich sein kann).
  • Die Eier in der Form nach dem Backen auf ein Kuchengitter stürzen und ein paar Minuten abkühlen lassen. Eier aus der Form lösen und vollständig abkühlen lassen.
    Mit der zweiten Teighälfte wie oben beschrieben verfahren.
    Wichtig: vor der Weiterverarbeitung müssen die Biskuiteier vollständig abgekühlt sein (dauert ca. 30 Minuten).
  • Den Boden der abgekühlten Biskuiteier etwas begradigen; (geht am besten mit einem scharfen Frühstücksmesser mit Wellenschliff).
    Nun die Eier aushöhlen. Dafür mit einem scharfen Messer den Boden mit ca. 1 cm Abstand zum Rand etwas einschneiden. Dann mit einem Kaffeelöffel das Innere der Eier aushöhlen. Vorsichtig, damit ihr keine Löcher in den Boden bohrt!
    Den Boden mit dem Löffenrücken ggf. etwas glatt streichen.
    Optional: die Mulde im Biskuitteig mit ein wenig Kirschwasser bepinseln.
    Die ausgehöhlten Eier mit der Mulde nach oben auf einer festen Unterlage (z.B. Backblech) verteilen und beiseite stellen.
    Ausgehöhltes Biskuit-Ei

Die Kirschfüllung (10 Minuten)

  • Die Schattenmorellen in ein Sieb gießen und gut abtropfen lassen.
  • 300 ml Kirschsaft (ihr könnt auch die Flüssigkeit aus dem Kirschglas dazu nehmen) in einen kleinen Kochtopf geben.
    10 g Agar-Agar einrühren.
    Saft zum Kochen bringen; Hitze etwas reduzieren, so dass die Flüssigkeit gerade noch köchelt.
    Unter Rühren 2 Minuten köcheln.
    Topf vom Herd nehmen und den Saft etwas abkühlen lassen.
    Zum Testen Saft auf einen Esslöffel geben und beiseite stellen. Wenn der Saft im Löffel fest geworden ist, könnt ihr mit dem Zusammenbauen loslegen.

Zusammenbauen (ca. 60 Minuten) / Kühlen (mindestens 3 Stunden)

  • Während der Saft abkühlt, die Kirschen in die ausgehöhlten Biskuiteier verteilen.
    Jeweils einen EL Kirschsaft über die Kirschen verteilen; er sollten weitestgehend auf dem Boden stehen bleiben. Falls nicht, noch ein paar Minuten warten.
    Angedickten Saft auf die Eier verteilen, so dass sie etwa bis zum Rand gefüllt sind.
    Kirschen und angedickten Saft auf die ausgehöhlten Biskuit-Eier verteilen.
  • Es bleibt etwas vom angedickten Saft übrig. Diesen auf der Oberseite der Mürbeteig-Eier verteilen.
  • Für die späteren "Feinarbeiten" 4 EL Créme abnehmen; die restliche Créme mit einer Spritztülle auf den Eiern verteilen.
    Dafür die Créme kreis- bzw. eiförmig von außen nach innen auf die Eihälften spritzen; geht natürlich auch als Tupfen.
    Die Mürbeteigböden mit der bestrichenen Seite nach unten auf die Sahneschicht legen und vorsichtig andrücken.
    Sahnecréme auf den Biskuit-Eiern verteilen, dann den Mürbeteigdeckel darauf setzen.
  • Den Rand zwischen Mürbe- und Biskuitteig mit der restlichen Sahne auffüllen und glatt streichen.
    Die gefüllten Biskuiteier am besten über Nacht, mindestens aber drei Stunden zum Festigen in den Kühlschrank stellen.

Fertigstellen (ca. 30 Minuten)

  • Die Schokolade im Wasserbad schmelzen.
    Die gekühlten Schwarzwälder-Kirsch-Eier mit der glatten Seite nach unten auf ein Kuchengitter setzen; Backpapier oder -matte unterlegen.
    Die geschmolzene Schokolade mit einem Löffel über die Eier gießen.
    Schokolade etwas fest werden lassen; die Eier auf eine große Kuchenplatte o.ä. setzen (wenn ihr sie auf dem Gitter lasst, bleiben sie mit der Schokolade daran kleben).
    Zum fest werden wieder in den Kühlschrank stellen.
  • Die Eier können natürlich nach Lust und Laune weiter verziert werden, z.B. mit weißer Kuvertüre, Kirschfruchtpulver, Sprinkles, Sahne, eingelegten Kirschen …

Notizen

Damit der Mürbeteigboden passt, habe ich mir aus Karton eine Schablone ausgeschnitten. Dafür habe ich den Rand einer Mulde der Silikonform mit etwas Wasserfarbe eingestrichen und auf ein weißes Blatt Papier gedrückt. So bekommt man die exakte Umrandung. Das Papier habe ich auf einen etwas dickeren Karton geklebt und dann das Ei ausgeschnitten. Die Silikonform sollte man nach dem Bemalen natürlich gründlich spülen.

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