Herd(s)Attacke

Total von der Rolle: Summer Rolls mit Erdnuss-Soße

Ende Juni und noch immer kein richtiger Sommer in Sicht. Regen, nass, kalt, zwei Sonnenstrahlen, dann wieder Regen, nass, kalt und so weiter. Alles Hoffen, Bangen, Beten war bisher umsonst – der Wettergott kennt keine Gnade. Bevor wir zum letzten, verzweifelten Mittel greifen und Rudi Carrells „Wann wird’s mal wieder …“-Evergreen ausgraben, versuche ich jetzt mal, den Sommer herbei zu rollen. Mit Summer Rolls und einer leicht verschärften Erdnuss-Soße.

Das Schöne an Sommerrollen ist, dass sie bezüglich der Füllung unendlich variabel sind. Fleisch, Garnelen, Nudeln, Käse, Gemüse von Avocado bis Zucchini, Sprossen, frische Kräuter – entsprechend in Form gebracht lässt sich so ziemlich alles darin verpacken. Sie sind je nach Lust und Laune vegan, vegetarisch oder „omnivor“. Und im Gegensatz zu ihren nahen Verwandten, den Frühlingsrollen, werden sie nicht fritiert, sondern quasi „roh“ verspeist. Find‘ ich prima, denn zum einen hab‘ ich eh‘ keine Friteuse, zum anderen stehen in Fett ausgebackene Mahlzeiten nicht besonders weit oben auf meiner Leibspeisenliste. OK, bei Kräppel mach‘ ich eine Ausnahme …

Summer-Rolls_01Das einzige, was bei den Summer Rolls ein bisschen tricky ist: das Rollen an sich. Meine ersten Versuche waren … naja, einigermaßen – der Umgang mit Reispapier noch ungewohnt. Aber die Füllung blieb zumindest da, wo sie sein sollte – in den Rollen. Zum Glück nimmt Reispapier nicht gleich jeden Anfängerfehler krumm. Es ist ziemlich geduldig und stabil, klebt allerdings wie der Teufel. Einfach so auf einem Teller oder der Arbeitsplatte rollen würde ich deshalb auf gar keinen Fall empfehlen. Ich habe das Papier nach dem Einweichen auf ein feuchtes (und natürlich sauberes) Küchentuch gelegt; hat einwandfrei funktioniert. Auf einem normal großen Küchentuch könnt ihr auch zwei Blätter Reispapier nebeneinander vorbereiten – das spart Zeit! Und zur Veranschaulichung der „Rollen-Rolltechnik“ habe ich euch noch eine kleine Anleitung gebastelt: Summer_Rolls_rollen. Ich hoffe, das hilft.

Als Dip für die Rollen habe ich eine Erdnuss-Soße gemacht. Normalerweise verleiht hier rotes Thai-Curry die Schärfe. Da ich aber noch reichlich Madras-Paste übrig habe, kam diese – nicht ganz traditionell – zum Einsatz. Und ich muss sagen, es war eine interessante Variation. Die Zutaten sind einander ja teilweise sehr ähnlich, aber irgendwie hatte die Madras-Paste mehr Aroma. Aber das ist Geschmacksache – im Rezept habe ich die traditionelle Thai-Variante angegeben.

Als Füllung kamen Garnelen, Möhren, Glasnudeln und frische Sprossen (roter Rettich) zum Einsatz. Wie oben bereits erwähnt ist eurer Phantasie aber fast keine Grenze gesetzt. Je nachdem, welches Gemüse ihr nehmt, empfehle ich aber, es vorher ganz kurz zu garen – das macht es beim Einrollen weniger widerspenstig. Eigentlich wollte ich als i-Tüpfelchen auch noch Koriander hinzugeben – meine Zucht auf dem Balkon ist inzwischen aber leider abgesoffen und im Supermarkt war kein frischer zu bekommen. Eine weitere Variante wäre zum Beispiel mit Thai-Basilikum.

Und jetzt: fleißig rollen, vielleicht klappt es dann noch mit dem Sommer!!

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