Herd(s)Attacke

Schichtarbeit: Vegane Herbst-Lasagne

Vegane Herbst-Lasagne

Seit einer ganzen Weile beschäftige ich mich, wie man schon lesen konnte, auch mit veganen Rezepten. Anfangs nur für diverse Familienfeiern, wenn die Gemüsebaby-Familie zu Gast war. Mittlerweile ist das Baby ein Schulkind und bei mir hat das eine oder andere vegane Lebensmittel dauerhaft Einzug in die Küche gehalten. Wohl gemerkt: ich werde wahrscheinlich nie ein Vollzeit-Veganer werden; aber da, wo es Sinn ergibt oder einfach die bessere Option ist, greife ich gerne zur entsprechenden Alternative. Selbst gemachte vegane Mayonnaise ist so ein Beispiel: sie ist gelingsicherer als die „mit Ei“-Version und hält sich länger. Oder Hafermilch, mit der ich mittlerweile meine Overnight Oats und Müslis esse – weil sie einfach prima schmeckt.

Die knackige Kruste der veganen Herbst-Lasagne
Eine Runde Herbst für alle!

Lasagne stand ganz oben auf meiner Liste der Rezepte, die ich vegan umsetzen wollte. Dass es dann keine „richtige“ Lasagne, also mit (Linsen o.ä.)-Bolognese geworden ist, liegt schlicht an der Jahreszeit. Herrliches Wurzelgemüse und knackige Kürbisse, wo auch immer man hin schaut. Da muss man doch einfach zugreifen, oder? Und deshalb ist an einem Gemüseschulkindbesuchswochenende meine vegane Herbst-Lasagne entstanden. Die ich persönlich für so gut gelungen halte, dass sie mittlerweile schon drei Mal auf dem Tisch gelandet ist – einfach, weil sie so herrlich deftig nach Herbst schmeckt.

Neben dem aktuell überall präsenten Kürbis sorgen dafür neben Pilzen und Pastinaken (eine meiner liebsten Wurzeln) auch Süßkartoffeln. Ok, die gibt es inzwischen das ganze Jahr über. Aber in diesem Jahr wurden sie erstmalig im Garten der Herd(s)Kasper-Erzeugerin angepflanzt und eine ansehnliche Menge davon geerntet. Außerdem passen Süßkartoffeln zu Kürbis wie Faust auf Eimer.

Mit an Bord ist selbstverständlich eine vegane Béchamel-Soße – was nicht allzu schwer ist, denn hier müssen lediglich Milch und Butter durch pflanzliche Alternativen ersetzt werden. Hier kommt auch die eingangs schon erwähnte Hafermilch zum Einsatz. Mit Sojakram konnte ich mich nie so recht anfreunden; es schmeckt nicht nur heraus, sondern auch ziemlich merkwürdig, je nach Hersteller sogar richtig eklig. Weshalb ich die mittlerweile vielerorts verfügbaren Haferalternativen überaus freudig begrüßt habe und begeistert verwende.

Vegane Herbst-Lasagne
Leidige Schnippelei

Einziger Wermutstropfen bei der Herstellung der veganen Herbst-Lasagne: das Vorbereiten. Besonders das Schnippeln des Gemüses benötigt etwas Zeit, denn es sollte relativ fein geschnitten sein, damit es sich später gut schichten lässt. Normalerweise staubt der Schnippel-Aufsatz meiner Küchenmaschine in der Schublade vor sich hin. Aber in diesem Fall war ich richtig froh, dass ich ihn habe. Auch wenn ein halber Kürbis, eine große Pastinake und eine Süßkartoffel nach wenig Aufwand klingen: das Raspeln zieht sich in die Länge, denn das Zeug ist hart. Wer also einen solchen Aufsatz hat: entstauben und verwenden! Es erleichtert die Arbeit, schont die Nerven und die Fingerkuppen.

Ansonsten lassen sich die einzelnen Bestandteile der Herbst-Lasagne – also Béchamel und Gemüsefüllung – wunderbar einen Tag vorher zubereiten. Beides hält sich luftdicht verpackt einen Tag im Kühlschrank und man kann die Lasagne dann am nächsten Tag entspannt schichten und backen. Frisch aus dem Backofen schmeckt die Lasagne am allerbesten; sie lässt sich aber selbstverständlich auch nochmal aufwärmen.

Vegane Herbst-Lasagne
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5 von 1 Bewertung

Vegane Herbst-Lasagne

Kürbis, Pastinake und Süßkartoffel statt Bolognese – eine köstlich-herbstliche und vegane Lasagne-Variante!
Vorbereitungszeit1 Std.
Koch-/Backdauer30 Min.
Backzeit50 Min.
Zubereitungszeit gesamt2 Stdn. 20 Min.
Gericht: Auflauf, Lasagne
Keyword: Lasagne, vegan
Portionen: 4 Personen

Zutaten

Für die vegane Bechamel-Soße

  • 70 g Margarine, vegan
  • 80 g Weizenmehl, Typ 550
  • 200 ml Hafersahne zum Kochen, vegan
  • 300 ml Hafermilch, ungesüßt, vegan
  • 1 Becher Creme fraiche, vegan
  • Salz
  • Pfeffer, weiß
  • Kreuzkümmel
  • Muskatnuss (optional)

Für die Füllung

  • 1/2 Hokkaidokürbis
  • 1 Stück Pastinake
  • 1 Stück Süßkartoffel
  • 100 g Steinpilz-Champignons
  • 100 g Margarine, vegan
  • 2 EL Tomatenmark
  • 200 ml Hafersahne zum Kochen, vegan
  • 200 ml Gemüsebrühe
  • 200 ml Schlagcreme (Sahne), ungesüßt, vegan
  • 3 EL Sonnenblumenkerne
  • Salz
  • Pfeffer, weiß
  • Kreuzkümmel

Sonstiges

  • 1 Packung Lasagne-Blätter, vegan
  • 150 g Käse, gerieben, vegan
  • Margarine, vegan (zum Einfetten der Auflaufform)

Sonstiges

  • Eine hohe Auflaufform
  • Eine Küchenmaschine mit Raspelaufsatz; alternativ ein Gemüsehobel.
  • Eine große Pfanne

Anleitungen

Die Bechamel-Soße

  • Für die Bechamel-Soße die Margarine auf höchster Stufe in einem kleinen Topf oder einer Kasserolle schmelzen.
    2 EL Mehl hinzu geben und unterrühren, bis alles glatt ist. Dann weitere 2 EL unterrühren.
    So weiter verfahren, bis das Mehl vollständig aufgebraucht und die Soßenbasis leicht krümelig ist.
  • Jetzt nach und nach die Hafersahne hinzu geben. Auch hier nicht alles auf einmal, sondern immer nur ein wenig. Glatt rühren und wieder etwas Hafersahne hinzufügen.
  • Wenn die Hafersahne verbraucht ist, kommt die Hafermilch hinzu. Hier ebenfalls kleine Mengen unterrühren, warten, bis die Soße wieder köchelt. Dann erneut Milch hinzufügen und glatt rühren.
    So weiter verfahren, bis die Soße eine schöne, cremige und nicht zu flüssige Konsistenz hat.
    Mit Salz, Pfeffer, Kreuzkümmel und (optional) Muskatnuss abschmecken.
    Die Soße beiseite stellen, mit einem Deckel oder Teller abdecken.

Die Füllung

  • Die Kürbishälfte gründlich abbürsten, Kerne und Fasern entfernen.
    Pastinake und Süßkartoffel schälen.
    Kürbis, Pastinake und Süßkartoffel mit dem Gemüsehobel (noch besser dem Raspelaufsatz der Küchenmaschine) in feine Streifen raspeln.
  • Die Steinpilz-Champignons etwas abbürsten oder mit einem Küchentuch abreiben und fein würfeln.
  • Die Margarine in einer großen, hohen Pfanne auf höchster Stufe schmelzen.
    Zuerst Kürbis, Pastinake und Süßkartoffel dazu geben und unter Rühren 2-3 Minuten kräftig anrösten.
  • Das Gemüse etwas beiseite schieben, so dass in der Mitte der Pfanne Platz ist.
    Tomatenmark in die Mitte der Pfanne geben und unter Rühren anrösten.
    Die Hafersahne nach und nach dazu geben und mit dem Tomatenmark verrühren.
    Schließlich mit Gemüsebrühe und der Schlagcreme aufgießen und das Gemüse untermischen.
  • Alles nochmal aufkochen lassen, dann die Hitze auf mittlere Stufe reduzieren.
    Champignons und Sonnenblumenkerne dazu geben, unterrühren.
    Die Füllung fünf Minuten köcheln lassen, dann mit Salz, Pfeffer und Kreuzkümmel abschmecken.

Die Lasagne zusammenstellen

  • Den Backofen auf 180°C Umluft vorheizen.
  • Die Creme fraiche unter die Bechamelsoße rühren, damit sie wieder cremig wird.
  • Die Lasagneform mit etwas Margarine einfetten.
    Zuerst eine dünne Schicht Bechamelsoße auf den Boden geben; darauf eine Lage Lasagneblätter.
    Eine Schicht Gemüsefüllung (mit Flüssigkeit!) darauf geben, dann wiederum eine dünne Schicht Bechamelsoße. Auf diese kommen erneut Lasagneblätter, darauf Gemüsefüllung, darauf Bechamel, usw.
    Ganz zum Schluss sollte noch eine gute Portion Bechamelsoße übrig sein. Diese mit dem geriebenen Käse vermischen und als Abschluss auf der Lasagne verteilen.
  • Die Lasagneform mittig in den Backofen schieben und 50 Minuten lang überbacken.
    Sollte die Oberseite zu dunkel werden, mit Backpapier abdecken.

Notizen

Selbstverständlich lässt sich die Herbst-Lasagne auch mit tierischen Lebensmitteln herstellen; einfach die entsprechenden Bestandteile ersetzen.

2 Kommentare

  • Reply
    Joy
    10. November 2019 at 16:51

    5 stars
    Fantastisch <3 vielen Dank für die Inspiration!!!

    • Reply
      Petra
      14. November 2019 at 18:51

      Hallo Joy! ;-)

      Ganz herd(s)lichen Dank für das Feedback – ich freue mich immer, wenn meine Rezepte inspirieren!

      Liebe Grüße
      Petra

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