Herd(s)Attacke

Premiere in der Herd(s)Kasper-Küche:
Dampfnudeln mit Vanillesoße

Das kennt sicher jeder: eines oder mehrere Gerichte, die mit schönen Kindheitserinnerungen verbunden sind. Da bei uns zuhause immer viel gekocht und gebacken wurde, könnte ich mit diesen Rezepten ein ganzes Buch füllen. Manche Sachen stechen aber ganz besonders hervor – sei es, weil sie eher „exotisch“ sind, oder weil sie mit bestimmten Ritualen verbunden waren, an die man sich zu gerne erinnert.

Zur ersten Kategorie gehören bei mir Apfelküchle, also in Teig ausgebackene Apfelringe. OK, die sind für sich genommen nicht besonders außergewöhnlich. Für die Exotik sorgt hier eher, dass wir diese traditionell zu Serbischer Bohnensuppe gegessen haben. Ja, ich kann euer Kopfschütteln sehen. Aber das funktioniert wirklich. Und noch besser wird’s, wenn man anstelle der Apfelküchle Zwetschgenkuchen zur Bohnensuppe serviert. Sowohl Küchle als auch Kuchen wurden quasi wie Brot zur Suppe gegessen und auch wenn’s jetzt für den ein oder anderen sehr unwahrscheinlich klingt: Es schmeckt wunderbar, ganz besonders, wenn der süße Brotersatz noch ofenwarm ist.

Etwas weniger ungewöhnlich ist die zweite Kategorie, zu der ganz klar Dampfnudeln mit Vanillesoße gehören. Schon beim Anrühren des Teiges klebte ich quasi am Rock- bzw. Kittelschürzenzipfel meiner Oma. Und wenn dann, endlich, nach der – für mich natürlich viel zu langen – Gehzeit die Dampfnudeln in der Pfanne brutzelten, saß ich mit Messer und Gabel bewaffnet am Tisch, sog den hefig-zuckrigen Duft ein, der durch die Küche wehte und wartete ganz zappelig auf den großen Augenblick, wenn der Deckel endlich gelüftet werden durfte.

Hach, wie schön …

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Das ist jetzt schon eine ganze Weile her, meine Liebe zu Dampfnudeln ungebrochen – und trotzdem habe ich es bisher nicht fertig gebracht, sie einmal selbst zu machen. Keine Ahnung, warum. Normalerweise habe ich ja keine Berührungsängste, wenn es um’s Ausprobieren von Rezepten geht. Aber in diesem Fall landeten immer fertige Klöße aus dem Kühlregal auf meinem Teller. Die sind zwar auch, naja, genießbar. Aber eben nicht so … echt, irgendwie. Das ganze Drumherum fehlte mir, das, was die Erinnerung ausmacht. Etwa so, wie wenn man im Urlaub ein tolles Gericht isst und dieses Zuhause nachmacht. Es schmeckt zwar, aber eben nicht so wie am Urlaubsort – weil das Drumherum fehlt. Und „Drumherum“ ist bei Rezepten eine nicht zu vernachlässigende Größe. Ehrlich.

Also habe ich dieses Wochenende wild entschlossen zur Pfanne gegriffen und meine ersten selbst gemachten Dampfnudeln produziert – mit Erfolg! Die Basis für das gute Gelingen war ein Rezept für süße Dampfnudeln, das ich auf Chefkoch.de gefunden habe. Der Verfasserin Küchenfee1976 gebührt deshalb mein ewig währender Dank, denn die Dampfnudeln sind so wunderbar, so fluffig, so … dampfnudelig eben geworden, wie es nur irgendwie geht. Ich habe das Rezept ein ganz klein wenig modifiziert, was die Menge der Zutaten betrifft – ansonsten wurde es soweit übernommen und ist wirklich auch für Dampfnudelherstellungsanfänger wie mich geeignet.

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Das Rezept für die Vanillesoße liefere ich euch natürlich auch mit. Wo ich das Rezept her habe, weiß ich ehrlich gesagt garnicht mehr – ich glaube, meine Ex-Schwiegermutter war dafür verantwortlich. Die Soße ist übrigens eine wunderbare Gelegenheit, Eierlikör-Reste (falls so etwas existiert) sinnvoll einzusetzen. Vorausgesetzt, es essen keine Kinder mit. Oder Leute, die keinen Eierlikör mögen (soll’s ja geben.. Ein Rezept für bombastischen Eierlikör gibt es übrigens hier bei mir. Kippt einfach 1-2 Schnapsgläschen davon in die fertige Soße und ihr werdet mit ei-ei-einem fantastischen Geschmackserlebnis belohnt!

Noch ein Tipp: Besonders vanillig wird die Soße, wenn ihr Vanillemark und -schote bereits am Abend vor der Zubereitung in die Sahne gebt und diese in einem verschlossenen Behälter über Nacht im Kühlschrank ziehen lasst. Die Sahne nimmt dann besonders viel vom Vanillearoma auf.

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