Herd(s)Attacke

Lieblingsstückchen: Amerikaner mit Zitronenzuckerguss

Luftige, saftige Amerikaner mit Zitronenzuckerguss

Kaffeestückchen sind eine großartige Erfindung; quasi Kuchen im Miniformat. Meistens schnell gemacht und mindestens genauso lecker wie ihre großen Verwandten. Ein absoluter Klassiker unter den süßen Happen sind Amerikaner – wunderbar saftige Teigfladen mit herrlich säuerlichem Zitronenzuckerguss. Wenn so eine Ladung frisch gebackener Amerikaner auf der Kaffeetafel landet, gibt’s kein Halten mehr und innerhalb kürzester Zeit ist auch der letzte Krümel verputzt. Dabei schmecken sie am Tag nach dem Backen noch besser und aromatischer – aber wer will schon so lange warten?

Darf nicht fehlen: der Zuckerguss auf den Amerikanern.
Mouth Feeling

Um gleich klarzustellen: der Name der süßen Teilchen kommt nicht von den Bewohnern des amerikanischen Kontinents. Laut einschlägigen Quellen gibt es zwei Theorien zur Herkunft der Bezeichnung. Die eine leitet den Namen der Kaffeestückchen vom früher verwendeten Backtriebmittel Ammoniumhydrogencarbonat ab; die andere verweist auf einen Helm, der von amerikanischen Soldaten im ersten Weltkrieg getragen wurde und den Teilchen recht ähnlich sieht.

Schon als Kind waren Amerikaner meine erste Wahl, wenn’s drum ging, sich ein Kaffeestückchen aussuchen zu dürfen. Das liegt nicht nur am Geschmack. Gerade in diesem speziellen Fall ist das richtige „Mouth Feeling“, also den Eindruck, den so ein Stückchen im Mund hinterlässt, ganz entscheiden. Richtig gute Exemplare haben (meiner Meinung nach) am Rand eine dünne, leicht knusprige Kruste und das Innenleben ist luftig, aber sehr, sehr saftig. Vor Exemplaren, die so trocken sind, dass sie im Mund quasi pulverisieren, wird ausdrücklich gewarnt. Man braucht Unmengen von Kaffee, um diese staubigen Dinger überhaupt herunter zu bekommen.

Herrlich saftig-süße Amerikaner mit Zitronen-Zuckerguss.
Bitte ohne Puddingpulver

Die Rezepte für Amerikaner sind vielfältig und ich lese immer wieder, dass dabei Vanillepuddingpulver verwendet wird. Da frag‘ ich mich: Warum? Oder auch: WTF? Dazu muss man sagen, dass Puddingpulver nichts weiter ist als aromatisierte Speisestärke. Die Stärke sorgt dafür, dass die Kaffeestückchen schön saftig bleiben. Das Aroma ist beim fertigen Pulver allerdings künstlich – und warum sollte ich sowas im Gebäck wollen?

Nur mal ein Beispiel: das Puddingpulver eines bekannten Backmittelherstellers enthält „Stärke, Kochsalz, Aroma mit Milchzucker, Farbstoff Chinolingelb, Gelborange S.“. Besonders die letzten beiden Zutaten sind überflüssig wie ein Kropf. Wirklich kein Mensch braucht künstliche Aromen und ebenso wenig künstliche Farbstoffe. Also spart euch das Puddingpulver – man bekommt sowohl Vanillepudding als auch die Amerikaner ganz ohne wunderbar hin! Handelsübliche Speisestärke und eine ordentliche Portion Vanillepaste bringen das gleiche Ergebnis. Und die Farbe kommt von selbst beim Backen.

Und noch ein Tipp: ihr solltet tatsächlich Weinsteinbackpulver verwenden, denn es kommt eine relativ große Menge in den Teig. Normales Backpulver führt oft zu einem „stumpfen“ Gefühl auf den Zähnen und im Mund, was den Genuss natürlich schmälert. Mittlerweile ist Weinsteinbackpulver in jedem halbwegs gut sortierten Supermarkt erhältlich. Ich kaufe schon gar kein „normales“ Backpulver mehr, weil die Weinsteinvariante einfach die gesündere ist und genauso gut funktioniert.

Amerikaner von innen: süß und saftig!

Amerikaner mit Zitronenzuckerguss

Süße, saftige Kaffeestückchen – ganz schnell gemacht
Vorbereitungszeit20 Min.
Backzeit17 Min.
Gericht: Kaffeestückchen, Süßes Gebäck
Keyword: Gebäck, Kaffeestückchen
Portionen: 9 Stück

Zutaten

  • 100 g Butter, weich
  • 50 g Zucker, braun
  • 50 g Zucker, weiß
  • 1 EL Vanillepaste oder -extrakt
  • 1 Prise Salz
  • 260 g Weizenmehl, Typ 405
  • 40 g Speisestärke
  • 3 TL Weinsteinbackpulver (schwach gehäuft)
  • 2 Stück Eier (M)
  • 110 ml Milch
  • 120 g Puderzucker, gesiebt
  • 1/2 Zitrone

Sonstiges

  • Ein Spritzbeutel

Anleitungen

  • Den Backofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
    Ein Backblech mit Backpapier auslegen.
  • Weiche Butter, die beiden Zuckersorten und die Vanillepaste in eine Rührschüssel geben und mit dem Schneebesen der Küchenmaschine cremig rühren.
  • Mehl, Salz, Speisestärke und Weinsteinbackpulver miteinander mischen.
    Ein Ei aufschlagen und verquirlen.
  • Zuerst das Ei, dann ein paar EL der Mehlmischung zum Teig hinzu geben und einarbeiten.
    Das zweite Ei aufschlagen und verquirlen. Wieder zuerst das Ei, dann ein paar EL der Mehlmischung in den Teig rühren.
  • Jetzt mit der Milch ebenso verfahren: im Wechsel mit der Mehlmischung in den Teig einarbeiten, bis alles verbraucht ist.
    Wichtig: Der Teig darf nicht zu flüssig sein, damit er gut auf das Blech gespritzt werden kann. Lieber etwas weniger Milch hinzu geben.
  • Den Teig in einen Spritzbeutel ohne Tülle füllen.
    Auf das vorbereitete Backblech 9 "Häufchen" mit ca. 8 cm Durchmesser spritzen; dabei ausreichend Abstand zueinander lassen, da der Teig beim Backen auseinander läuft.
  • Das Blech mittig in den Backofen schieben und die Amerikaner 17-20 Minuten backen.
    Je nach Backofen/Hersteller kann die Backzeit etwas variieren.
  • Die fertigen Amerikaner auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.
  • In der Zwischenzeit den Zuckerguss anrühren.
    Dazu den gesiebten Puderzucker und den Zitronensaft mit einer Gabel verrühren. Ggf. teelöffelweise etwas Wasser hinzu geben, bis er die gewünschte Konsistenz hat.
    Auch hier gilt: lieber etwas zu zäh als zu flüssig, damit sich der Guss gut verteilen lässt.
    Die Unterseite der abgekühlten Amerikaner mit Zuckerguss bestreichen (geht am besten mit einem Esslöffel) und abgedeckt an einem kühlen Ort etwas fest werden lassen.
  • Die Amerikaner halten sich 2-3 Tage frisch; am besten in einem Brotkasten oder unter einer Tortenhaube, die man einen kleinen Spalt weit offen hält.

Notizen

Hinweis:
Aufgrund der recht hohen Menge sollte nach Möglichkeit Weinsteinbackpulver für die Amerikaner verwendet werden. „Normales“ Backpulver kann herausschmecken und zu einem unangenehmen, „stumpfen“ Gefühl im Mund und auf den Zähnen führen.

Keine Kommentare

Hinterlasse eine Antwort