Himmlische Quark-Mutzen

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Seit Jahren …

… hadere ich mit dem Frittieren. Weniger mit dem Essen, als mit dem selbst machen. Mein Respekt gegenüber heißem Fett ist ziemlich groß. Aber irgendwann musste es einfach mal sein, wo man doch in den sozialen Medien ständig herrlich frisch gebackenes Fettgebäck präsentiert bekommt. Ok – Fettgebäck klingt fies und kalorienreich. Ist es natürlich. Aber eben auch köstlich. Ich esse so Sachen wie Quark-Mutzen einfach wahnsinnig gerne und die Aussicht auf noch warme, innen luftige, außen knackige Teigbällchen war einfach zu verführerisch. Wer denkt da schon an Kalorien. Und die himmlischen Quark-Mutzen sind einfach ein teuflisches Vergnügen!

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Frische Quark-Mutzen - teuflisch lecker.
Seltener Genuss

Eins vorneweg: oft wird es die Quark-Mutzen bei mir nicht geben. Nicht, weil sie nicht geschmeckt haben oder weil es viel Aufwand war. Im Gegenteil; die ganze Sache ging schneller, als ich gedacht habe. Und die frisch frittierten Teigbällchen waren schneller weg, als ich sie backen konnte. Schon während der Herstellung konnte ich die Finger kaum von den gerade in Zimt-Zucker gewälzten Dingern lassen. Ich musste mich echt zusammenreißen, damit auch meine treue Testesserin aka Nachbarin ein paar davon abbekommt. Und deshalb werde ich mich zügeln – auch wenn ich das Zeug jedes Wochenende essen könnte.

Viel Aufwand ist es wie gesagt nicht. Der Teig ist rasch gerührt und nachdem das Frittierfett auf die notwendige Temperatur erhitzt wurde, kann es auch schon losgehen. Mit zwei Löffeln habe ich die Mutzen locker geformt und ins heiße Rapsöl gegeben. Nach etwa vier bis fünf Minuten sind die Bällchen fertig. Kurz auf Küchenpapier abtropfen lassen, dann geht es direkt ins süße Zimt-Zucker-(oder nur Zucker-)Bad. Und schon können die ersten, noch warmen Quark-Mutzen genossen werden. Hach, sie sind sooooo gut.

Quark-Mutzen im Zimt-Zucker-Bad
Mein erstes Mal

Natürlich habe ich mir, bevor ich das erste Mal selbst frittiert habe, einige Tipps und Tricks im Internet angelesen; schließlich sollte die Aktion nicht gleich in einer Katastrophe enden. Von der Wahl des richtigen Frittierfetts – beziehungsweise -öls – bis hin zum Erhitzen gibt es das eine oder andere zu beachten. Aber ein Hexenwerk ist es nicht und meine Scheu vor dem Frittieren habe ich so endlich ablegen können. Es war halb so schlimm, wie ich gedacht habe. Alle Finger sind noch dran und das Ergebnis war bombastisch.

Zum Frittieren habe ich Rapsöl verwendet. Das benutze ich in der Küche fast ausschließlich, weil es sich sehr hoch erhitzen lässt, ohne das es anfängt zu rauchen. Und es ist geschmacksneutral. Alternativen wären Sonnenblumen- oder Erdnussöl. Außerdem gibt es noch spezielle Frittierfette.

Auch wichtig: ein ausreichend großer, hoher Topf. Zum einen sollen die Teigbällchen viel Platz darin haben; mehr als drei bis vier Mutzen auf einmal habe ich, abhängig von ihrer Größe, nicht gemacht. So können sie schön schwimmen und das Fett kühlt nicht zu stark ab. Zum anderen hält ein hoher Topfrand Fettspritzer fern – von Haut und Küche.

Apropos abkühlen: ein gutes Küchenthermometer ist ein absolutes Muss! Die Temperatur des Öls sollte während dem Frittieren zwischen 160°C und 170°C liegen. Mit einem Thermometer, das man in den Topf hängen kann, hat man die Temperatur ständig im Blick und kann sie bei Bedarf regulieren.

Frische Quark-Mutzen, in Zimt-Zucker gewälzt
Lust auf mehr

Ja, die feinen Quark-Mutzen haben wirklich Lust auf mehr gemacht. Sie waren viel zu schnell gefuttert – und das ist gut so, denn aufheben lassen sie sich schlecht. Eine Handvoll habe ich zu Testzwecken für den nächsten Tag luftdicht verpackt und wie vermutet: es war nur noch das halbe Vergnügen. Klar schmecken die Mutzen noch immer, aber sie sind eben nicht mehr so knackig-frisch wie kurz nach dem Frittieren. Die knusprige Hülle hat den Zimt-Zucker aufgesaugt und wird ziemlich knatschig. Also, wenn irgendwie möglich, frisch herstellen!

Das abgekühlte Rapsöl habe ich durch einen Kaffeefilter laufen lassen, um Teigreste und sonstige Schwebeteilchen zu entfernen. Kühl und dunkel aufbewahrt wartet es nun darauf, wiederverwendet zu werden. Mehrere Wochen kann man es so aufheben; drei- bis viermal soll man es verwenden können. Der Test dafür steht noch aus; ich werde berichten.

Was wahrscheinlich klar ist: Wenn ihr in dem Öl Süßes frittiert habt, solltet ihr es danach nicht unbedingt für Fisch verwenden. Und umgekehrt. Quark-Mutzen mit Kabeljau-Aroma stelle ich mir nicht so prickelnd vor.

Wenn das Öl dann entsorgt werden muss: auf gar keinen Fall in den Ausguss oder in die Toilette kippen! Solange es sich um ca. einen Liter oder weniger handelt, könnt ihr es – abgefüllt in einem 100% verschließbaren Behälter – im Restmüll entsorgen. Zum Beispiel eine (Plastik-)Flasche oder Tetrapack (die da normalerweise natürlich nicht dort hinein gehören). Niemals direkt in die Tonne kippen! Größere Mengen werden bei Wertstoffhöfen angenommen. Erkundigt euch vorher bei eurem lokalen Abfallentsorger, wie das dort gehandhabt wird; das kann je nach Region variieren.


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Quark-Mutzen

Herrlich luftiges Fettgebäck mit süßer Zimt-Zucker-Hülle
Portionen 30 Stück (ca.)
Vorbereitungszeit 30 Min.
Zubereitungszeit 1 Std.

Equipment

  • 1 Kochtopf, hoch, weit (ca. 5-6 Liter Fassungsvermögen)
  • 1 Schaumkelle
  • 1 Küchenthermometer
  • 1 Teller mit 2 Lagen Küchenpapier

Zutaten

  • 1 Liter Öl, neutral (Rapsöl, Sonnenblumenöl, Erdnussöl)
  • 250 g Quark, 40% (alternativ Magerstufe)
  • 3 Stück Eier (M)
  • 120 g Zucker, fein
  • 250 g Weizenmehl, Typ 550 (alternativ 405)
  • 1 TL Weinstein-Backpulver (schwach gehäuft)
  • 1 Vanilleschote

Zum Garnieren

  • 3 EL Zucker, fein
  • 1 TL Zimt (optional)

Anleitungen

  • Das Öl in den Kochtopf geben und auf mittlerer bis hoher (nicht höchster!) Stufe auf 160-170°C erhitzen.
    Temperatur während des Frittierens mit dem Küchenthermometer kontrollieren.
  • Den Quark in ein Sieb geben und etwas abtropfen lassen.
  • Die Eier aufschlagen und in eine Rührschüssel geben.
    Zucker hinzufügen und alles mit dem Schneebesen der Küchenmaschine so lange aufschlagen, bis eine fast weiße, gleichmäßige Creme entstanden ist.
  • Das Mark aus der Vanilleschote kratzen.
    Mehl, Backpulver und Vanillemark in einer Schüssel vermischen.
  • Den abgetropften Quark gründlich mit der Eiercreme verrühren.
    Die Mehlmischung dazu geben und gerade so lange verrühren, dass die Zutaten gut zusammenkommen.
  • Zucker und Zimt für die Garnitur in einem tiefen Teller vermischen und bereitstellen.
    Teller mit 1-2 Lagen Küchenpapier zum Abtropfen bereitstellen.
  • Tipp: Bevor man mit einer größeren Menge startet, erstmal eine Quark-Mutze zur Probe frittieren. So kann man feststellen, ob Timing und Konsistenz passen.
  • Mit Hilfe von zwei Esslöffeln Teigbällchen formen und in das heiße Öl geben.
    Pro Durchgang je nach Größe 3-4 Quark-Mutzen frittieren; sie sollten ausreichend Platz im Topf haben und frei schwimmen können.
    Die Mutzen nach der Hälfte der Zeit umdrehen, falls sie nicht von selbst auf die andere Seite "rollen".
    Die Bällchen insgesamt 4-5 Minuten frittieren; sie sollten eine gleichmäßig gold-braune Hülle haben.
  • Quark-Mutzen mit der Schaumkelle aus dem Öl holen, auf Küchenpapier abtropfen lassen.
    Anschließend in Zimt-Zucker (oder Zucker pur) wälzen.
    Möglichst frisch genießen.
Gericht: Dessert, Fettgebäck, Kaffeestückchen
Keyword: Frittieren, Quark, Zimt-Zucker

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