Herd(s)Attacke

Ein Oscar für die beste Nebenrolle:
Luftige Serviettenknödel

Nachdem ich das Rezept schon seit Monaten vor mir herschiebe – es sollte eigentlich schon in der Vorweihnachtszeit 2016 an den Start gehen – ist es jetzt endlich soweit: Es gibt Serviettenknödel! Eine meiner absoluten Lieblingsbeilagen, speziell zu Gulasch. Klar gehen da auch Kartoffel- oder Semmelknödel. Aber der gerollten Version würde ich jederzeit den Vorzug geben. Weil’s einfach so superlecker ist und man die Soße so herrlich vom Teller wischen kann. Und das Ganze ist garnicht so schwer oder aufwändig, wie man vielleicht denkt.

Als erstes benötigt ihr altbackene Brötchen – je trockener, desto besser. Ich hole ganz normale „Wasserweck“, also Brötchen ohne viel Drum und Dran. Hier sind die von Natur aus furztrockenen Brötchen bei der Supermarktbäckerei vor Ort ideal. Normalerweise meide ich deren Mach… ääähm … Backwerke, aber in diesem Fall benötigen die Brötchen nur einen weiteren Tag, um den gewünschten Aggregatzustand zu erreichen. Einfach über Nacht offen liegen lassen. Solltet ihr Brötchen mit etwas saftigerer Krume haben, solltet ihr sie bereits zwei Tage vorher kaufen und trocknen lassen. Denn je trockener sie sind, desto einfacher lassen sie sich schneiden und desto besser saugen sie die anderen Zutaten auf.

Der aufwändigste Teil an der Sache ist es eigentlich, die Brötchen in kleine Würfel zu schneiden. Diese sollten ungefähr 1 x 1 cm groß sein. Gebadet werden die Würfel in einer Mischung aus flüssiger Butter, Zwiebeln, Ei, frisch gehackter Petersilie, etwas Salz und einer guten Prise frisch gemahlener Muskatnuss.

Zum Einwickeln verwende ich ein ganz normales, feinmaschiges Passiertuch aus Baumwolle, das ich – wegen der Waschmittelreste – nicht in die Waschmaschine gebe; die Tücher werden nach Gebrauch im Topf ausgekocht und kommen auch vor dem Rollen nochmal kurz in kochendes Wasser. Mehr braucht man nicht – keine Frischhalte- und schon gar keine Alufolie, wie manchmal zu lesen ist. Wenn euer Knödelteig nicht zu nass ist, dann bleibt davon auch nichts am Tuch kleben – der Knödel löst sich wie von selbst. Sollte der Teig zu feucht sein, könnt ihr ihn mit ein oder zwei Esslöffeln Semmelbröseln ein wenig trocken legen. Auf gar keinen Fall Mehl verwenden, das macht den Teig zu klebrig. Und schmeckt auch nicht.

Eine Variante, die ich bisher noch nicht ausprobiert habe: anstelle der Wasser- Laugenbrötchen verwenden. Klingt auch ganz prima und steht auf meiner „To Do“-Liste ziemlich oben.

Im Übrigen lassen sich Serviettenknödel ganz hervorragend „veganisieren“. Ich habe es irgendwann mit einem Rezept aus einem veganen Rezeptheft versucht, das in einem Desaster geendet hat. Anstelle eines Knödels hatte ich einen ziemlich ekligen, klebrigen Klumpen. Also habe ich einfach das Standardrezept genommen, die Butter gegen vegane Margarine ausgetauscht und etwas Eiweißersatz dazu getan. Bingo – auch das ergibt einen luftigen, fluffigen, leckeren Serviettenknödel.

Die Serviettenknödel lassen sich ganz wunderbar einen Tag vor dem Gebrauch vorbereiten. Einfach den Knödelteig wie im Rezept beschrieben zubereiten, in das feuchte Tuch wickeln, abbinden. Dann in Frischhaltefolie einschlagen und ab damit in den Kühlschrank. Am nächsten Tag ganz normal in siedendem Wasser garen – die Folie natürlich vorher entfernen. Das Wasser „würze“ ich übrigens mit ein wenig selbst gemachter Gemüsebrühe, für etwas mehr Geschmack.

Den Gipfel des Genusses erreicht ihr mit einem weiteren, optionalen Arbeitsschritt: Schneidet die fertig gegarten Serviettenknödel in Scheiben und bratet sie in wenig Butterschmalz von beiden Seiten kross an. Egal ob frisch oder zum Aufwärmen – besser geht es nicht!

Und weil ein Knödel allein noch keine Mahlzeit macht, gibt es beim Herd(s)Kasper auch das Rezept für mein persönliches Lieblingsgulasch – mit einer deftigen, pikanten, wunderbar sämigen Soße. Für mich zusammen mit den Serviettenknödeln eine unschlagbare Kombi!

Serviettenknödel
Stimmen: 2
Bewertung: 4
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Ihr benötigt: ein feinmaschiges Passiertuch (Käsetuch/Durchseihtuch) aus Baumwolle sowie etwas Küchengarn.
Portionen Vorbereitung
2-3 Personen 40 Minuten
Kochzeit Wartezeit
40 Minuten 30 Minuten
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Serviettenknödel
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Zutaten
Portionen: Personen
Einheiten:
Anleitungen
  1. Die Zwiebel schälen und fein würfeln.
    Die Hälfte der Butter in eine kleine Pfanne geben und auf mittlerer Stufe schmelzen.
    Die Zwiebelwürfel dazu geben und glasig anbraten.
    Restliche Butter dazu geben und schmelzen lassen.
    Pfanne vom Herd nehmen, Butter-Zwiebel-Mischung etwas abkühlen lassen.
  2. In der Zwischenzeit die trockenen Brötchen erst in Scheiben, dann in kleine Würfel (ca. 1x1 cm) schneiden. In eine ausreichend große Schüssel geben.
  3. Petersilie unter fließendem Wasser kurz abspülen, gut trocken schütteln. Blätter von den Stängeln zupfen und fein hacken.
    Die Eier in einer kleinen Schale verquirlen.
  4. Alle Zutaten, inklusive der Butter-Zwiebel-Mischung über die Brötchenwürfel gießen. Mit Salz und einer guten Prise frisch gemahlener Muskatnuss würzen.
    Alle Zutaten gut miteinander vermischen; dazu am besten Einweghandschuhe anziehen.
    Wichtig: Damit die Knödel später schön luftig sind, dürfen die Zutaten nicht verknetet, sondern nur locker vermischt werden.
    Teig abdecken und 30 Minuten ziehen lassen.
  5. In der Zwischenzeit einen ausreichend großen Topf mit Wasser zum Kochen bringen; Hitze so weit reduzieren, dass das Wasser gerade noch siedet.
    Das (saubere!) Passiertuch zum Anfeuchten kurz ins kochende Wasser geben, auswringen und glatt auf eine saubere Arbeitsfläche legen.
    Optional: 2 ordentliche TL Gemüsebrühe ins Wasser geben.
  6. Den Knödelteig auf das Tuch geben und mit Hilfe des Tuches zu einer Rolle von ca. 10 cm Durchmesser formen.
  7. Den Knödel in das Tuch einrollen - bitte nicht zu stramm, denn der Knödelteig geht beim Kochen noch etwas auf.
    Die Enden mit Küchengarn zubinden.
    Knödel in das siedende Wasser geben; er sollte vollständig mit Wasser bedeckt sein. Am besten die losen Tuchenden über den Knödel schlagen, dann bleibt er besser unten.
  8. Den Serviettenknödel 40 Minuten im siedenden Wasser garen; nach Ende der Garzeit aus dem Tuch wickeln und in Scheiben geschnitten servieren.
    Alternativ die Scheiben in wenig Butterschmalz kross anbraten (ideal auch zum Aufwärmen).

2 Kommentare

  • Reply
    Claudia
    19. Dezember 2017 at 22:03

    Der siwht aber auch echt lecker aus 😍

    • Reply
      Petra
      20. Dezember 2017 at 5:57

      Hallo Claudia!

      Der Eindruck täuscht nicht – die Teile schmecken echt zu lecker. Ich mach‘ schon immer eine doppelte Portion, damit ich sie am nächsten Tag nochmal angebraten essen kann. ;-)

      Herd(s)liche Grüße,
      Petra

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