Herd(s)Attacke

Ei – Ei – Eierlikör, zum Zweiten

Ein Gläschen Eierlikör

Mit eines der allerersten Rezepte, die es beim Herd(s)Kasper zu lesen gab, war das für Eierlikör. Hat auch damals zeitlich schon gepasst, denn es war, wie jetzt, kurz vor Ostern. Unter all‘ den Varianten der Zubereitung von Eiern – gekocht, gebacken, pochiert, gequirlt, geschüttelt, gerührt, geworfen und was weiß ich noch alles – hatte ich mich für die flüssige Form, unter Zugabe von Alkohol entschieden.

In den drei Jahren seit dem Erscheinen hat sich das Rezept ein wenig verändert, wie so vieles hier auf dem Blog. Die Fotos sind – so finde ich – ein wenig ansprechender geworden, weshalb ich mir ab und zu einen älteren Beitrag zur Brust nehme und ihn überarbeite und neu bebildere. Beim Eierlikör war es jetzt soweit; er kam – frisch zubereitet – noch einmal vor die Kamera. Und das aktualisierte Rezept habe ich auch gleich dabei.

Ein Gläschen mit Eierlikör
Von wegen Selbstbeherrschung und so

Eierlikör selbst herzustellen ist gar nicht so schwer und geht relativ schnell. Ihn nach der Herstellung nicht gleich wegzuschlabbern, erfordert da schon etwas mehr Körperbeherrschung; zumindest geht es mir so. Ich trink‘ das Zeug ja nicht oft. Aber wenn es schonmal da steht – und dann auch noch sooooo lecker ist -, kann ich mich nur schwer zurückhalten.

In meiner neuen Lieblingsvariante des hausgemachten Eierlikör habe ich anstelle des Rum einen milden Whisky verwendet. War wieder einmal so ein „Unfall“. Denn so halb in der Zubereitung musste ich vor garnicht allzu langer Zeit feststellen, dass die vermeintliche Rum-Flasche eben Whisky enthielt. Na gut, Schnaps ist Schnaps, wie man so schön sagt. Also rein mit dem schottischen Wässerchen – und ich muss sagen, es war ein grandioser Ersatz! Die Menge hatte ich vorsichtshalber etwas reduziert, da Whisky ein wenig intensiver herausschmeckt. Seither mache ich den Eierlikör nur noch damit. Aber selbstverständlich klappt das Rezept auch mit Rum, falls ihr den bevorzugt.

Ein Korb mit Stroh, darin die Schalen aufgeschlagener Eier und ein Gläschen Eierlikör.
Ein bisschen Handwerkszeug

Was ihr auf jeden Fall vor der Zubereitung besorgen solltet, ist eine verschließbare Glasflasche mit ca. 1,5 Liter Fassungsvermögen, die vor dem Befallen ausgekocht werden sollte. Beim Arbeiten mit rohen Eiern (bitte von glücklichen Hühnern, also aus Freilandhaltung und noch besser vom Bauern „nebenan“, also regional) sollte sowieso ein wenig auf Hygiene geachtet werden. Von wegen Salmonellen und so. Die befinden sich übrigens nicht im Ei, sondern auf der Schale, können aber durch die Verarbeitung auf die Lebensmittel übergehen. Also bitte auch die weiter unten angegebene Temperatur einhalten. Die lässt sich mit einem Küchenthermometer, wie man es z.B. für die Zubereitung von Tee verwendet, kontrollieren.

Ebenfalls notwendig: Ein Topf und eine von der Größe passende Edelstahlschüssel für das Wasserbad. Wie ich bei einem meiner ersten Eierlikör-Herstellungsversuche feststellen musste, klappt das „Kochtopf-in-Kochtopf“-Wasserbad nicht! Denn durch den Topfboden, der üblicherweise dicker ist als die Wände, verteilt sich die Hitze nicht gleichmäßig auf den Likör. Das hat zur Folge, dass er nicht eindickt und man sich einen Wolf rührt. Edelstahlschüsseln in allen Größen gibt’s aber schon ziemlich günstig und man braucht die Dinger eigentlich immer mal wieder. Insofern lohnt sich die Anschaffung.

Ein Korb mit Stroh; darin die Schalen aufgeschlagener Eier und ein Gläschen Eierlikör.

Da für den Eierlikör ausschließlich das Eigelb verwendet wird, bleibt natürlich eine Menge Eiweiß übrig. Man kann es zum Beispiel einfrieren und später verwenden. Alternativ findet ihr beim mir aber auch ein Rezept, für das ihr sowohl den Eierlikör als auch das Eiweiß braucht: den Eierlikör-Kuchen „à la Else“. Welcher übrigens mein nächster Kandidat für ein kleines „Umstyling“ ist – am kommenden Wochenende gibt es mehr dazu zu lesen!

Eierlikör

Cremiger, hausgemachter Eierlikör – schmeckt nicht nur an Ostern!
Vorbereitungszeit10 Min.
Koch-/Backdauer15 Min.
Zubereitungszeit gesamt25 Min.
Portionen: 1 Liter (ca.)

Zutaten

  • 8 Stück Eigelb frisch
  • 200 g Puderzucker
  • 100 ml Kondensmilch, gesüßt
  • 250 ml Kondensmilch, ungesüßt
  • 250 ml Whisky (mild) (alternativ Rum)
  • 2 Stück Vanilleschoten (das herausgekratzte Mark davon)
  • 1/2 Stück Tonkabohne (fein gerieben)

Anleitungen

  • Wasserbad vorbereiten. Hierzu nehmt ihr einen hohen Topf und eine passende Edelstahlschüssel. Großen Topf mit Wasser füllen und dieses zum Kochen bringen, dann die Temperatur etwas reduzieren – das Wasser sollte gerade noch köcheln. Achtung: Zwischen dem Boden der Schüssel und der Wasseroberfläche sollte noch etwas Luft sein! Wenn sich beides berührt, ist die Gefahr, dass die Eiermasse später stockt, ziemlich groß.
  • In einer Schüssel das Eigelb mit etwa der Hälfte des Puderzuckers ordentlich verquirlen, dann die zweite Hälfte Puderzucker hinzugeben und alles schaumig schlagen. Nun die Kondensmilch unterrühren.
    Whisky, Vanillemark und die fein zermahlene Tonkabohne hinzugeben und alles kräftig verrühren. Sollte der Puderzucker Klümpchen gebildet haben, kann man die Flüssigkeit durch ein feines Sieb streichen, dann lösen sie sich auf.
  • Die Flüssigkeit in die Edelstahlschüssel gießen und auf das vorbereitete Wasserbad geben. Flüssigkeit unter Rühren langsam erhitzen. Die Eiermasse sollte eine Temperatur von etwa 70-75°C erreichen. Wichtig: während der ganzen Zeit rühren!
    Zwischendurch mal einen Blick auf das Wasser darunter werfen – die Schüssel wirkt wie ein Deckel, d.h. das Wasser kann ganz fix wieder beginnen, zu kochen. Ggf. die Temperatur reduzieren.
  • Sobald die notwendige Temperatur erreicht ist, beginnt das Ei zu binden. Noch ca. 5 Minuten weiter rühren, bis der Likör eine durchgehend cremige Konsistenz hat. Die Schüssel aus dem Wasserbad nehmen, aber noch ein paar Minuten weiter rühren.
  • Den noch heißen Likör mit Hilfe eines Trichters in die vorbereitete Flasche füllen. Achtung: Die Flasche nicht bis zum Anschlag füllen, denn der Eierlikör dickt beim Abkühlen noch etwas ein.
    Sollte er zu fest geworden sein, noch ein wenig Whisky oder Kondensmilch (je nach Geschmack) hinzufügen und die Flasche kräftig schütteln.
  • Flasche verschließen, ganz abkühlen lassen.

Notizen

Den Eierlikör kühl aufbewahren; hält gut 12 Monate.

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