Egg Foo Young

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Heute mal asiatisch.

Nachdem es im letzten Beitrag beim Odenwald-Burger so richtig heimatlich zuging, steuert der Herd(s)Kasper heute in Richtung Asien. Egg Foo Young ist ein ursprünglich chinesisches Eiergericht, das man mittlerweile aber weltweit findet. Die Eieromeletts ergeben zusammen mit gedämpftem Gemüse und Reis ein vollwertiges Abendessen, das ruckzuck auf dem Tisch steht.

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Ein Hoch auf den Reiskocher

Es gibt Legionen von – teilweise heftig überteuerten – Küchengeräten, die einem gerne als das absolute „Must have“ angeboten werden. Wenn man einen funktionierenden Herd hat, ist das meiste davon absolut überflüssig, nimmt eine Menge Platz weg und verschwindet früher oder später auf Nimmerwiedersehen im Keller. Ich selbst habe mir vor einiger Zeit eine der viel gelobten Heißluft-Fritteusen zugelegt; keine Ahnung, was mich da geritten hat. Drei Mal wurde sie bisher benutzt. Den Begriff „Fritteuse“ halte ich in diesem Fall für Etikettenschwindel, denn frittiert wird darin gar nichts. Alles, was das Ding produziert, ist heiße Luft für viel Geld. Ganz ehrlich: was die kann, kann mein Umluft-Backofen auch.

Aber es gibt auch Nützliches auf dem Markt. Eine der besten Anschaffungen überhaupt in meinem Leben war und ist der Reiskocher. Ich esse gerne und oft Reis; das Problem war nur immer, ihn pünktlich hinzubekommen. Man muss immer ein Auge darauf haben, damit er nicht anbrennt, zu fest oder zu weich wird. Die Sorge hat mir der nützliche Küchenhelfer abgenommen – und ich kann gleichzeitig mit dem Reis das Gemüse darin dämpfen. Deckel zu und der Rest geht von selbst.

Perfekt für Egg Foo Young, denn während der Reis gart, kann man sich in aller Ruhe um den Rest kümmern. Das leckere Gericht geht natürlich auch ohne Reiskocher. Entweder mit einem extra Dämpfeinsatz, den man auf den (Reis-)Kochtopf setzt. Und wer auch diesen nicht hat, der kann das Gemüse mit wenig Öl marinieren und im Ofen garen. Ein Beispiel dafür gibt’s bei meinem süß-sauren Ofengemüse.

Egg Foo Young - asiatisches Eieromelett
Nur auf den ersten Blick vegetarisch

Für Egg Foo Young ist der Reiskocher – bis auf eine oder zwei Bratpfannen – auch das einzige, was man an Utensilien benötigt. In der Pfanne wird das Omelett schön dunkel angebraten; es darf ruhig ein bisschen knuspriger sein als sonst. Zwei kleine Pfannen verwende ich, wenn die Nachbarin zum Essen vorbei schaut. Das Omelett lässt sich so viel einfacher wenden und man hat zwei schöne, gleich große Portionen. In der großen Pfanne halbiere ich das Omelett vor dem Wenden – den Trick mit dem Hochschleudern hab‘ ich nicht so richtig drauf.

Auch wenn Egg Foo Young auf den ersten Blick vegetarisch daher kommt: ist es nicht. In der köstlichen, kräftigen Soße wird Geflügelfond und „Oyster Sauce“ verwendet. Man kann das sicher auch durch vegetarische Alternativen ersetzen. Probiert habe ich das bisher noch nicht, weil alles so schön zusammenpasst. Insofern kann ich nicht sagen, wie es dann schmeckt. Ich freue mich aber über Rückmeldung, falls ihr es mal testen solltet.

Inspiriert von Omnivore’s Cookbook. Hier geht’s zum (englischen) Originalrezept.


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Egg Foo Young

Chinesisches Eieromelett mit einer kräftigen, aromatischen Soße
Portionen 2 Portionen
Vorbereitungszeit 15 Min.
Zubereitungszeit 25 Min.

Equipment

  • Reiskocher oder Kochtopf mit Dämpfeinsatz (alternativ Backofengemüse und den Reis nach Packungsanweisung im Kochtopf zubereiten)
  • Eine große oder zwei kleine Bratpfannen

Zutaten

Für das Omelett

  • 6 Stück Eier (L)
  • 2 EL Milch
  • 1 Stück Paprika, rot
  • 4 Stück Frühlingszwiebeln
  • 2 EL Erdnussöl
  • Salz
  • Pfeffer

Für die Soße

  • 200 ml Geflügel-Fond
  • 1 EL Sojasoße, dunkel
  • 2 EL Oyster Sauce
  • 2 EL Sherry, trocken
  • 1 TL Zucker, braun
  • 2 TL Erdnussöl
  • 20 g Speisestärke

Sonstiges

  • 200 g Reis (20 Minuten Kochzeit)
  • 2 Karotten
  • 1/2 Kopf Brokkoli
  • 2 TL Sesam
  • 1 TL Schwarzkümmel

Anleitungen

Reis und Gemüse

  • Den Reis 1-2 Mal durchwaschen, abtropfen lassen und mit ausreichend Wasser (siehe Packungsanleitung) in den Reiskocher bzw. Kochtopf geben.
  • Die Karotten schälen und in dünne Scheiben schneiden.
    Den Brokkoli waschen, abtropfen und Röschen abzupfen.
  • Gemüse in den Dämpfeinsatz legen und auf den (Reis-)Kochtopf setzen.
    Deckel schließen und Garvorgang starten.

Die Soße

  • Geflügelfond in einen kleinen Kochtopf geben und aufkochen.
  • In der Zwischenzeit die weiteren Zutaten verrühren.
    Zum Schluss die Speisestärke klümpchenfrei unterrühren. Falls es doch Klümpchen geben sollte, streicht die Soße durch ein feines Sieb.
    Die Mischung zum Geflügelfond geben, kurz aufkochen, dabei kräftig rühren.
    Topf vom Herd nehmen, Deckel auflegen und beiseite stellen.

Das Omelett

  • Die Eier aufschlagen, mit der Milch verquirlen.
    Mit wenig Salz und Pfeffer würzen.
  • Wurzeln, trockene Enden und äußere Schicht der Frühlingszwiebeln entfernen.
    Frühlingszwiebeln in dünne Röllchen schneiden.
    Paprika waschen, Kerngehäuse und Trennwände entfernen und in mundgerechte Stückchen schneiden.
  • Erdnussöl in der/den Pfanne(n) auf höchster Stufe erhitzen.
    Eine Handvoll Zwiebelröllchen für die Deko beiseite stellen; den Rest zusammen mit den Paprikastücken in die Pfanne(n) geben und 3-4 Minuten andünsten.
    Die Eier in die Pfanne(n) geben; Hitze leicht reduzieren.
    Omelett so lange garen, bis die Unterseite eine schöne, gebräunte Kruste bekommen hat (ca. 5 Minuten). Dann wenden und auf der anderen Seite nochmal 5 Minuten garen.
    Nicht rühren, sonst gibt's Rührei. Lasst das Ei einfach stocken; dreht ggf. die Hitze etwas runter, falls es zu schnell dunkel wird.

Anrichten

  • Das Gemüse mit ein wenig Salz und Pfeffer würzen.
    Den Reis in zwei Schüsseln oder tiefe Teller geben, das Gemüse darauf anrichten.
    Omelett einmal falten und dazu legen.
    Soße nochmal durchrühren und auf den Omelett verteilen.
    Mit Frühlingszwiebeln, Sesam und Schwarzkümmel garnieren.
    Sofort servieren.
Gericht: Asiatisch, Hauptspeisen
Keyword: Omelett, Reis

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