Herd(s)Attacke

Butter-Laugen-Ecken, zum Ersten

Ich geb’s zu … ich bin süchtig. Noch nicht allzu lange, aber es hat mich voll erwischt. Seit in der Nachbarschaft zu meinem Arbeitsplatz ein neuer Bäcker aufgemacht hat – mein neuer Dealer, sozusagen. Das Objekt der morgendlichen Begierde: Butter-Laugen-Ecken mit Kürbiskernen, am besten noch ofenwarm. Fluffig, duftig, buttrig und einfach zum Niederknien lecker.

Normalerweise frühstücke ich morgens zuhause eine Kleinigkeit, die bis zum Mittagessen ausreichen sollte. Auf dem Weg zum Werkstor geht’s aber dann schon los. Soll ich oder soll ich nicht einen Abstecher zum Bäcker machen? OK, meistens sind sie um die Uhrzeit noch garnicht soweit … also laufe ich tapfer am Geschäft vorbei.

Eine Stunde später. Jetzt sind sie bestimmt fertig, gerade frisch aus dem Ofen. Und wenn man zu spät kommt, sind alle schon weg – ich bin nicht der einzige Laugenecken-Suchti. Aber eigentlich hab’ ich ja gefrühstückt. Ich zerkaue einen Bleistift.

Laugenecken_07Eine halbe Stunde und einen Bleistift später. Vielleicht sind noch welche. Wenn ich Glück habe. Ich könnte ja … nur ganz kurz mal eben …

An dem einen oder anderen Wochentag gebe ich einem der Schwächeanfälle dann natürlich nach und kaue glücklich meine Butter-Laugen-Ecke. Soul-Food nennt man das. Man braucht es eigentlich nicht, aber danach fühlt man sich viel besser und ist für den Rest des Tages gegen alles gewappnet.

Und dann bin ich vor kurzem gleich über mehrere Varianten gestolpert, wie man die Butter-Laugen-Ecken zuhause selbst machen kann. Und was soll ich sagen: Es ist sowas von einfach … ok, der Aufwand ist etwas größer als zum Bäcker zu gehen und sie dort zu kaufen. Aber den Spaß wollte ich mir gönnen – und neugierig, wie die hausgemachten Teilchen schmecken, war ich natürlich auch.

Also habe ich wieder einmal meine Nudelmaschine zweckentfremdet und das Projekt „Butter-Laugen-Ecken“ in Angriff genommen. Wenn ihr keine Nudelmaschine habt: nicht gleich wegrennen, es geht auch ohne! Und beide Varianten möchte ich hier heute verbloggen. Zum einen die Standardversion, mit normalem Mehl, frischer Hefe, Schmand und was sonst noch so dazu gehört. Und dann ist da noch die „Sonderedition ohne alles“, gluten- und laktosefrei.

Vorweg: letztere wurde nicht so fluffig wie die Variante für „Allesfresser“. Leider konnte ich glutenfreies Mehl (inklusive glutenfreier Hefe) bisher noch nicht dazu bewegen, so schön aufzugehen wie normales Mehl. Ich hab’ zwar mittlerweile ein paar Tricks gefunden, diese sind aber alle noch in der Erprobungsphase und werden, insofern erfolgreich, natürlich sofort hier vermeldet. Mehr dazu aber im entsprechenden Post.

Laugenecken_08Wichtig, bei beiden Varianten: Die Butter (bzw. Margarine) nur ganz, ganz dünn auf den Teig streichen! Wenn die Schicht zu dick wird, rutscht euch nachher beim Bad in der Lauge alles auseinander!

Ich esse die Teile übrigens am liebsten mit Butter. Klingt schlimmer, als es ist, denn die Butterschicht zwischen den Teigschichten ist – wenn ihr es richtig macht – wirklich hauchdünn.

Und noch ein Tipp: Beide Varianten, sowohl diese als auch die gluten- und laktosefreie Version, lassen sich wunderbar einen Tag vorher vorbereiten. Wenn ihr also zum Frühstück frische Laugenecken haben wollt, bereitet den Teig wie angegeben zu, gebt ihn aber nicht in die Lauge, sondern lasst ihn, mit Frischhaltefolie abgedeckt, an einem kühlen Ort ruhen. Am nächsten Morgen müsst ihr die Ecken dann nur noch laugen und backen.

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