Herd(s)Attacke

B&B: Blumenkohl-Bratlinge mit Buchweizen und Ajvar-Dip

Blumenkohl-Bratlinge mit scharfem Schmant-Dip und Wirsinggemüse

Ab und zu kann ich ja auch gesund, vor allem, wenn etwas so gut schmeckt wie diese Blumenkohl-Bratlinge mit Buchweizen. Ich weiß: an Blumenkohl scheiden sich die Geister. Aber ich mag ihn eigentlich sehr gerne. Meistens kommt er allerdings als Gemüse mit Soße und als Beilage auf den Herd(s)Kasper-Tisch. In diesem Fall spielt er allerdings die Hauptrolle, denn er ist die Grundlage für die feinen Bratlinge. Begleitet wird er von Buchweizen – einem so genannten Pseudogetreide, das ich sowohl im Ganzen als auch als Mehl wegen seinem schönen nussigen Geschmack sehr schätze. So kommt das Mehl zum Beispiel bei meinen heiß geliebten Buchweizenwaffeln zum Einsatz.

Erstmal ein Warnhinweis

Ganz zu Anfang ein ganz wichtiger Hinweis: Die Masse, aus der die Blumenkohl-Bratlinge entstehen ist nicht so kompakt, wie man es vielleicht von anderen Bratlingen oder sogar Frikadellen gewohnt ist. Beim Formen hat man das Gefühl, alles fällt gleich wieder auseinander. Es kommen zwar Ei und Dinkelvollkornschrot hinzu, um dem Teig etwas Halt zu geben, aber das Ganze klebt nicht wie gewohnt.

Das heißt, die Bratlinge werden eher lose zu einer Kugel geformt – viel drücken ergibt wenig Sinn. Im Gegenteil: dann fallen sie erst recht auseinander. Also: ganz locker die Kugeln formen, in die Pfanne mit dem heißen Öl geben und etwas flach drücken. Erst jetzt, beim Anbraten, bildet sich recht schnell eine Kruste, welche die Blumenkohl-Bratlinge dann zusammenhält. Also bitte nicht erschrecken und eventuell noch mehr Semmelbrösel beziehungsweise Vollkornschrot dazu kippen – das hilft nichts; der Teig wird davon nur trocken.

Totaler Schrot

Dinkelvollkornschrot verwende ich im Übrigen deshalb, weil er etwas grober ist als Semmelbrösel und (meiner Meinung nach) nicht nur Bratlinge damit luftiger werden. Das grob zerkleinerte Getreide ist nicht überall zu bekommen; die Anschaffung lohnt sich aber durchaus, denn es lässt sich vielseitig einsetzen. Nicht nur als vollwertiger Ersatz für Semmelbrösel – man kann z.B. auch Brot und Brötchen damit bestreuen oder es direkt darin verbacken, oder man verwendet es für Panaden. Von den drei erhältlichen Mahlgraden (grob, mittel und fein) verwende ich normalerweise das mittlere.

Blumenkohl-Bratlinge auf knackigem Wirsing mit scharfem Dip.
Drauf und drunter

Um der Sache ein wenig Pfiff zu verleihen, werden die Blumenkohl-Bratlinge von einem – je nach Geschmack – mehr oder weniger scharfen Dip begleitet. Der wird ganz einfach aus Schmand und Ajvar angerührt. Ajvar, eine Paprikapaste, gibt es in der milden und in der scharfen Version; hier kommt die scharfe zum Einsatz. Wem das noch zu „fad“ ist, der kann den Dip noch mit Tabasco oder Sriracha-Soße aufmotzen. Erlaubt ist, was schmeckt. Eine tolle Variante: die Bratling-Masse zusätzlich mit Ras el-Hanout würzen und den Ajvar im Dip durch Harissa ersetzen.

Als Beilage zum Gemüse gibt’s bei mir … nochmal Gemüse. In dem Fall Wirsing, dessen Saison jetzt zu Ende geht. Deshalb kommt er nochmal pur auf den Tisch. Der Kohlkopf wird nur in etwas Weißwein und Gemüsebrühe gedünstet, so dass er noch Biss hat. Wer’s eher weich mag, verlängert die Garzeit entsprechend. Außerhalb der Wirsingsaison gibt’s zum Beispiel Gemüsereis zu den Blumenkohl-Bratlingen, oder einfach Erbsen- und Möhrengemüse.

Und auch, wenn das Rezept auf den ersten Blick ziemlich lang ist: tatsächlich ist die Zubereitung ziemlich einfach und mit Ergebnis kann man eventuell auch Blumenkohl-Gegner überzeugen.

Blumenkohl-Bratlinge mit Buchweizen und Ajvar-Dip

Ein schnell gemachtes, leichtes Essen für Blumenkohl-Fans und solche, die es werden sollen.
Vorbereitungszeit15 Min.
Koch-/Backdauer25 Min.
Wartezeit10 Min.
Gericht: Bratlinge, Gemüse, vegetarisch
Keyword: Ajvar, Blumenkohl, Dip
Portionen: 6 Bratlinge

Zutaten

Für die Blumenkohl-Bratlinge

  • 70 g Buchweizen
  • 130 ml Gemüsebrühe
  • 1/2 Kopf Blumenkohl
  • 1 kleine Karotte
  • 1 Zwiebel
  • 1 Ei (M)
  • 100 g Frischkäse
  • 8 EL Dinkelvollkornschrot
  • Salz
  • Pfeffer
  • 1/2 Bund Petersilie
  • 2 EL Butterschmalz oder Ghee

Für den Dip

  • 1 Becher Schmand
  • 3 TL Ajvar, scharf
  • 2 TL Limettensaft
  • 1 TL Salz
  • 1 TL Pfeffer
  • Tabaso oder Sriracha-Soße (optional, wenn's noch schärfer sein soll)

Beilage

  • 1/2 Kopf Wirsingkohl
  • 50 ml Weißwein (alternativ mehr Gemüsebrühe)
  • 100 ml Gemüsebrühe
  • 1 EL Butterschmalz oder Ghee
  • Salz
  • Pfeffer
  • Muskatnuss, frisch gemahlen (optional)

Sonstiges

  • Ein Backblech und Backpapier

Anleitungen

  • Zuerst den Dip zubereiten, damit er durchziehen kann. Dafür Schmand, Zitronensaft und Ajvar in einer Schale miteinander verrühren.
    Optional (für mehr Schärfe) Tabasco oder Sriracha-Soße unterrühren.
    Die Petersilie abbrausen, Blätter abzupfen und fein hacken. 1 EL in den Dip rühren, den Rest für die Bratlinge beiseite stellen.
    Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
    Den Dip bis zur Verwendung abgedeckt kalt stellen.
  • Den Buchweizen mit der Gemüsebrühe in einen kleinen Kochtopf geben.
    Kurz aufkochen, dann die Hitze auf niedrigste Stufe reduzieren. Deckel auflegen.
    Buchweizen 15 Minuten quellen lassen.
  • In der Zwischenzeit Blätter vom Blumenkohl entfernen und den Kohlkopf unter fließendem Wasser abspülen. Trocken schütteln.
    Nun den Blumenkohl von der Spitze her in sehr dünne Scheiben schneiden, bis man am Strunk angekommen ist. 
    Dann die Seiten parallel zum Strunk ebenfalls in ganz dünne Scheiben schneiden; den Strunk auslassen und ggf. anderweitig verwenden.
    Die so entstandenen Blumenkohl-Krümel ggf. noch einmal feiner hacken und in eine ausreichend große Schüssel geben.
    Blumenkohl für Bratlinge schneiden.
  • Die Zwiebel schälen, halbieren und in sehr feine Würfel schneiden. Die Hälfte zum Blumenkohl geben, den Rest für die Beilage beiseite stellen.
    Die Karotte abbürsten, Stielansatz entfernen. Karotte mit einer groben Raspel zum Blumenkohl raspeln.
  • Das Ei aufschlagen und verquirlen. Zusammen mit der restlichen Petersilie, dem Frischkäse und dem Dinkelvollkornschrot zum Blumenkohl geben.
    Salz und Pfeffer dazu geben.
  • Die Masse mit Hilfe eines Kochlöffels oder Teigschabers gründlich vermengen; abgedeckt 10 Minuten quellen lassen.
  • In der Zwischenzeit den Backofen auf 180°C Umluft vorheizen; das Backblech mit Backpapier auslegen.
  • Butterschmalz oder Ghee in einer ausreichend großen Pfanne auf höchster Stufe erhitzen.
    Aus dem Blumenkohl-Teig sechs lockere Kugeln formen; diese flach drücken und in die Pfanne geben.
    Bratlinge von beiden Seiten etwa eine Minute cross anbraten, danach auf das vorbereitete Backblech geben und mittig in den Backofen schieben.
    Bratlinge 20 Minuten garen.
  • In der Zwischenzeit die äußeren Blätter sowie den Strunk des Wirsing entfernen. Den Wirsing in ca. 1 cm breite Streifen schneiden, waschen und sehr gut abtropfen (optimal: Salatschleuder).
  • 1 EL Butterschmalz oder Ghee in die Pfanne geben, in der die Bratlinge angebraten wurden. Auf höchster Stufe erhitzen.
    Die restlichen Zwiebelwürfel dazu geben und glasig anbraten. Dann die Wirsingstreifen dazu geben und unter Rühren 2-3 Minuten dünsten.
    Mit dem Weißwein ablöschen. Wenn dieser fast verdunstet ist, die Gemüsebrühe angießen und kurz aufkochen lassen.
    Hitze auf niedrige Stufe reduzieren, Deckel auf die Pfanne geben und den Wirsing (je nach gewünschter Bissfestigkeit) 7-10 Minuten garen.
    Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss (optional) abschmecken.
  • Wirsing und Bratlinge zusammen mit dem Dip servieren.

Notizen

Wichtig: der Teig für die Bratlinge ergibt keine feste, sondern eine eher lockere Masse. Deren Zusammenhalt ergibt sich erst beim Anbraten.
Eine tolle Variante: die Bratling-Masse zusätzlich mit Ras el-Hanout würzen und anstelle von Ajvar für den Dip Harissa verwenden.

2 Kommentare

  • Reply
    Jasmin
    19. April 2020 at 18:46

    Das klingt sehr lecker. 😋
    Ich hab gestern erst überlegt, was ich mit dem Rest Schmand anstellen soll und was man mit Ajvar noch machen kann (den gab’s hier noch nicht oft).
    Dinkelschrot mache ich – um damit zu backen – übrigens in der Küchenmaschine selber. Mein Mixaufsatz (den man auch für Milchshakes nimmt) schafft das. Kann man machen, wenn der Mixer auch Eiswürfel für crushed Ice hinkriegt. Da werde ich das Schrot wohl auch mal in deinen Blumenkohlbratlingen verwenden.
    Danke fürs Rezept. 🌷

    • Reply
      Petra
      20. April 2020 at 8:13

      Hi Jasmin,

      Gern geschehen! Ich würd‘ mich auch über Feedback freuen, ob‘s geklappt und geschmeckt hat.
      Das mit dem selbst schroten ist auch mal eine Idee. Bei meiner Küchenmaschine waren mehrere kleine Schraubgläser dabei, in denen man kleinere Mengen zerkleinern kann. Das werde ich demnächst sicher mal ausprobieren!

      Herd(s)liche Grüße
      Petra

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