Herd(s)Frequenz

Zum Glück bin ich procaffeinated …

Kürzlich bin ich über ein interessantes Wort gestolpert: „Procaffeinated“. Heißt: Die Gewohnheit, jegliche Tätigkeit zu verschieben oder erst dann zu beginnen, wenn man seinen ersten Kaffee getrunken hat.

Procaffeinated

Kann ich nur unterschreiben: so mach‘ ich das auch! Der erste Gang am Morgen führt mich zur Kaffeemaschine und ehe ich nicht die ersten paar Schlucke getrunken habe, bin ich nicht ansprechbar. Dann ab auf die Arbeit und auch dort der erste Weg: zur Kaffeemaschine. Leider ist sie von der Sorte, aus der so ziemlich alles herauskommt … Tee, Kakao, Milchschaum, und eben auch Kaffee. Und dessen Qualität lässt zu wünschen übrig, weshalb ich meinen Kaffeekonsum tagsüber auf das überlebenswichtige Maß reduziert habe. Kaffee heißt nicht umsonst „Genussmittel“ – man soll ihn genießen können!

Was einem im allgemeinen aber vorgesetzt wird, lässt sich kaum mit dem Wort Genuss verbinden. Wenn ich Kaffee kaufe, bei dem das Pfund Zwoneunzig kostet, muss mir klar sein, dass ich dafür irgendeine billig zusammengeschrubbte, zu schnell und zu heiß geröstete Massenware bekomme, mit der ich zwar prima Flecken aus der Holzkommode entfernen kann, die das Wort „Kaffeegenuss“ aber ad absurdum führt. Schon beim Öffnen einer solchen Tüte vergeht mir der Appetit, wenn mich das entströmende „Aroma“ eher an saure Bohnen als an Kaffee erinnert.

Paradox: Auf der einen Seite darf der Kaffee nichts kosten, auf der anderen Seite boomen Kapselmaschinen weiterhin. Davon abgesehen, dass die Dreckschleudern meiner Meinung nach sowieso verboten gehören: Für ein Kilo Kapselplörre bezahlt man je nach Sorte sage und schreibe 45,- Euro. Und dann stehen die Leute vor dem Regal mit dem „Fair Trade“ Kaffee (18,- Euro das Kilo) und maulen, dass der ja so teuer wäre. Kopfrechnen ist halt nicht jedermanns Stärke …

Ich persönlich habe das Riesenglück, eine kleine, aber feine Hausrösterei direkt um die Ecke zu haben. Und ehrlich: Ich lege herd(s)lich gerne 13,- Euro für das Pfund hin, wenn meine Riechzellen schon beim Öffnen der Verpackung ganz zappelig werden und beim Schnuppern am heißen Kaffee vollends aus dem Häuschen geraten.

Es gibt andere Bereiche im Leben, bei denen man sparen kann. Lebensmittel gehören bei mir nicht dazu … man gönnt sich ja sonst nichts …

In diesem Sinne: Hoch die Tassen!

Euer Herd(s)Kasper

 

4 Kommentare

  • Antwort
    Oak
    11. März 2016 at 23:07

    Jetzt bräuchte man nur noch ne Abteilung für die ideale Kaffeezubereitungsmaschine !!

    • Antwort
      Petra
      11. März 2016 at 23:46

      Die besteht Kaffeeexperten zufolge aus einem Porzellanfilter, Filterpapier, einer Kaffeekanne und heißem Wasser. Und frisch gemahlenen Kaffeebohnen natürlich. Geht nix über handgebrüht – zugegebenermaßen mache ich das aus Zeitgründen aber eher selten.

  • Antwort
    Sabine
    6. März 2016 at 15:20

    Hallo Petra,
    das kann ich so nur unterschreiben, Danke für den Beitrag, der auch meinen Lebensalltag abbildet (abgesehen davon das ich kein Morgenmuffel, aber ohne Kaffee trotzdem nur ein halber Mensch bin) 🙂
    Eine kleine Idee: wie wäre es denn wenn Du in Deinem Blog andere bittest, die Adressen von anderen Röstereien zu verraten, damit man evtl. dort mal Kaffee kaufen kann. Ich kenne eine in Mannheim, Adresse würde ich gerne nachliefern, wenn Bedarf oder Interesse besteht. Und sicher kennt der Eine oder Andere Mitleser evtl. auch eine Rösterei, wo es lecker Kaffee gibt….wäre das evtl. eine Spalte wert? Zum Beispiel mit der Überschrift „von Herdsen gerne“ oder so? 🙂 Adressen für ein besseres (Genuss-)Leben?
    Lieben Gruß
    Sabine

    • Antwort
      Petra
      6. März 2016 at 15:41

      Hallo Sabine,

      Glückwunsch zum ersten Kommentar in meinem Blog (nein, du hast nichts gewonnen).
      Die Idee greife ich gerne auf, eine Spalte gibt es sogar schon – klicke mal auf „Herd(s)allerliebst“. Hier wird es auf jeden Fall Links und Adressen für Genussmenschen geben. Einfach ab und zu mal vorbeischauen.

      Liebe Grüße,
      Petra

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