Herd(s)Attacke

Süppchen mit Crunch:
Flotter Kartoffel-Dreier

Wenn es etwas gibt, das ich furchtbar finde, dann ist es, wenn Essen verschwendet wird. Ich versuche wirklich, auch noch das letzte Fitzelchen an Genießbarem aus den Lebensmitteln herauszuholen und irgendwie zu verwerten. Deshalb hieß es zum Ende des Weihnachtsurlaubs hin auch: „Alles muss weg!“. Normalerweise kaufe ich zwar relativ, sagen wir, „verbrauchsnah“ ein – aber das eine oder andere Grünzeug war dann doch übrig. Einen Großteil habe ich zu Instant-Gemüsebrühe verarbeitet; die geht mir eigentlich nie aus, weil sie wirklich ständig zum Einsatz kommt.

Ein paar Reste blieben aber trotzdem noch, weshalb der „flotte Kartoffel-Dreier“ ein echtes Zufallsprodukt war. Das cremige Süppchen war dann so lecker, dass ich es spontan in mein Standardprogramm aufgenommen habe. Basis dafür sind, wie der Name schon vermuten lässt, drei Kartoffelsorten. Naja, eine ist nur eine ziemlich entfernte Verwandte: die Süßkartoffel. Aber da drücken wir jetzt mal ein Auge zu. Zur normalen Speisefrühkartoffel gesellte sich dann noch eine Sorte, die ich noch nie hatte: violette Kartoffeln, oder auch „Vitelotte“. Von denen hatte ich zwar schon gehört und ein paar Fotos gesehen, aber in die Herd(s)Kasper-Küche hatte es die Urknolle bisher noch nicht geschafft.

Kurz vor Weihnachten hatte ich dann endlich das Glück, ein paar „Vitelotte“ zu ergattern. Erster Eindruck: tolle Farbe. Zweiter Eindruck: Oh ja, auch an den Fingern. Denn ich hatte nicht bedacht, dass das schöne Violett ganz schrecklich abfärbt. Also beim Schälen und Schnippeln möglichst Handschuhe tragen. Geschmacklich: kartoffelig, aber mit einer leicht herben Note. In jedem Fall lecker und demnächst werde ich hoffentlich noch einmal Gelegenheit haben, eine größere Menge der violetten Kartoffeln zu erwischen.

Direkt in die Suppe kamen sie dieses Mal nicht, denn das hätte deren herrlich-frische Farbe versaut. Statt dessen wurde „Vitelotte“ in ganz feine Streifen geschnippelt und zu Kartoffelstroh verarbeitet, das für den Crunch in der Suppe sorgt. Das ist auch der Grund für die etwas längere Zubereitungszeit, denn leider habe ich bisher noch kein geeignetes Gerät gefunden, das ohne größere Umstände so feine Streifen schneiden kann. Diverse Versuche mit Hobeln, Julienne-Schneidern und ähnlichem schlugen aufgrund der knubbeligen Kartoffeln leider fehl.

Für die kräftige Farbe des flotten Dreiers ist ein weiterer vorweihnachtlicher Zufallsfund zuständig: frische Kurkumawurzeln. Auch die gibt’s leider nur selten bis garnicht bei uns, weshalb ich mich gleich mit einer größeren Menge eingedeckt habe. Die Ingwervariante hält kühl und trocken gelagert relativ lange – es lohnt also, eine oder zwei Knollen mehr zu kaufen, wenn man sie mal erwischt.

Das knusprige Baguette dazu hab‘ ich selbst gebacken – im Moment ist wieder eine intensive Brot-Test-und-Back-Phase, auf deren Ergebnisse ich irgendwann in naher Zukunft noch zurückkommen werde. Ansonsten beschäftige ich mich ebenso eingehend mit dem „Sous Vide“-Garen; eine wirklich spannende Sache, die mir schon das eine oder andere kulinarische Highlight beschert hat. Auch hierauf werde ich noch zurückkommen, wenn ich ein wenig mehr Erfahrung und Rezepte dazu gesammelt habe.

Sollte jemand übrigens ein gutes Buch zum Thema kennen, freue ich mich über einen Tipp. Ich hab‘ intensiv im Buchhandel gestöbert, aber leider nichts gefunden, das mich wirklich überzeugt hat. Zum Beispiel fehlt mir bei den meisten eine Art Tabelle mit Garzeiten; zum Anderen fand ich die Bücher wenig abwechslungsreich, was die Rezepte betrifft. Ich weiß, davon gibt es jede Menge im Internet – aber ich hab‘ halt gerne was zum Blättern. Also immer her mit den Buchtipps!

Kartoffelsuppe "Flotter Dreier"
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Portionen Vorbereitung
4 Personen 45 Minuten
Kochzeit
25 Minuten
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Zutaten
Portionen: Personen
Einheiten:
Anleitungen
  1. Kartoffeln und Süßkartoffeln schälen und grob würfeln. Bis zur weiteren Verwendung in eine Schüssel mit Wasser geben.
    Knollensellerie schälen, grob würfeln.
    Ingwer und Kurkuma schälen, fein hacken.
  2. Backofen auf 170°C Umluft vorheizen; ein Backblech mit Backpapier auslegen.
  3. Violette Kartoffel schälen, in sehr feine Stifte schneiden (Tipp: Haushaltshandschuhe anziehen, die Kartoffeln färben stark!).
    In einer Schüssel 1 EL Olivenöl mit Garam Masala vermischen; die Kartoffelstifte dazu geben und gut vermischen, so dass sie möglichst gleichmäßig mit der Gewürzmischung bedeckt sind.
  4. Kartoffelstifte gleichmäßig auf dem Backblech verteilen; dabei möglichst keine "Häufchen" entstehen lassen, damit die Stifte gleichmäßig knusprig werden.
    Backblech mittig in den Backofen schieben, die Kartoffelstifte ca. 20-25 Minuten backen.
  5. In der Zwischenzeit Kartoffel- und Süßkartoffelwürfel in ein Sieb gießen und gut abtropfen lassen.
    2 EL neutrales Öl in einen ausreichend großen Kochtopf geben und erhitzen.
    Ingwer und Kurkuma kurz im heißen Öl andünsten.
    Kartoffel-, Süßkartoffel- und Selleriewürfel hinzu geben, unter Rühren kurz mitdünsten, dann mit der Gemüsebrühe ablöschen.
  6. Gemüsebrühe aufkochen lassen, dann die Kokosmilch und das Salz dazu geben; umrühren.
    Deckel auf den Topf geben und die Hitze so weit reduzieren, dass die Flüssigkeit gerade noch köchelt.
    Gemüse ca. 15 Minuten garen, bis es weich ist.
    In der Zwischenzeit Korianderblättchen vom Stängel zupfen und fein hacken.
  7. Die Suppe, wenn das Gemüse weich ist, entweder portionsweise im Mixer oder mit dem Pürierstab fein pürieren. Gehackten Koriander hinzugeben und unterrühren.
    Suppe mit weißem Pfeffer, Curry und ggf. noch etwas Salz abschmecken.
  8. Suppe vor dem Servieren mit dem Kartoffelstroh garnieren.

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