Herd(s)Attacke

Löwenzahn-Gelee
(aka Löwenzahnhonig)

Nervt euch der Löwenzahn im Garten? Dann macht was draus! Wenn ihr am Wochenende noch nichts vor habt, dann raus ins Grüne und die strahlend gelben Blüten sammeln, was das Zeug hält. Denn daraus lässt sich leckeres Löwenzahn-Gelee herstellen – das auch unter dem Namen „Löwenzahnhonig“ bekannt ist.

Auf die Idee hat mich das „Gemüsebaby„, bzw. die dazu gehörige Bloggerin Anke gebracht. Bei ihr findet ihr übrigens auch eine Rezeptvariante! Seit mehreren Jahren versorgt sie mich mit oberleckerem Löwenzahn-„Honig“ und ich bin inzwischen total scharf auf das Zeug. Schon im vergangenen Jahr hatte ich mir deshalb fest vorgenommen, selbst welchen herzustellen. Aber das schmuddelige Wetter machte mir einen Strich durch die Rechnung.

Aber in diesem Jahr hat es ganz hervorragend gepasst! Beste Erntebedingungen: es war mehrere Tage lang trocken, der Löwenzahn stand in voller Blüte und so hab‘ ich mich an einem sonnigen Vormittag auf den Weg gemacht. Eine üppige Wiese war schnell gefunden, mein Sammelkorb war ruckzuck voll – und während der ganze Zeit ging mir das bekannte „Löwenzahn“-Gitarrensolo durch den Kopf … *dam-dam-da-da-dam-dam*.

Iiiih – da ist doch Hundepipi drauf!!

Ja, kann durchaus passieren – je nachdem, wo ihr sammelt. Das örtliche Hundeklo würde ich natürlich meiden, ebenso die unmittelbaren Ränder von Spazierwegen und Straßen (viel befahrene sowieso, Stichwort Autoabgase). Aber es findet sich sicher eine naturbelassene Wiese in eurer Gegend; zur Not ein Stückchen raus auf’s Land fahren. Packt Kind und Kegel und macht einen kleinen Spaziergang; so ein Ausflug ins Grüne ist ja auch etwas Feines. Und sammelt, was das Zeug hält, denn ihr braucht viiiiiiele Blüten! Die wiegen ja so gut wie nichts und gute 100g davon benötigt ihr, um etwa drei 250g-Gläser Gelee zu erhalten.

Wieder zuhause geht es dann ans Blüten zupfen. Die einen sagen, man kann die grünen Blätter mit verwenden; die anderen schwören darauf, nur die gelben Blüten in den Sud zu geben. Mal so gesehen: das Grüne wiegt mehr als das Gelbe, so kommt man natürlich schneller auf die benötigte Menge. Andererseits trägt das Grüne absolut nichts zum Geschmack bei, manche berichten, dass es das Gelee sogar bitter macht. Da dies meine erste Löwenzahn-Gelee-Aktion ist, kann ich das ehrlich gesagt nicht beurteilen – mir fehlen einfach die Erfahrungswerte. Ich hab‘ mir die Arbeit gemacht und weitestgehend nur das Gelbe verwendet. Ein paar grüne Ecken haben sich zwar mit reingeschmuggelt; geschmeckt habe ich davon allerdings nichts. Giftig sind sie auf keinen Fall.

Vor dem Zupfen habe ich den Löwenzahn übrigens nur mal kräftig ausgeschüttelt und auf ein Tuch gelegt, damit möglicherweise noch vorhandene krabbelnde Blütenbewohner das Weite suchen konnten. Unter Wasser abspülen halte ich für überflüssig – die Blätter werden später gründlich ausgekocht, so dass Schmutz (ja, auch Hundepi) keine Chance hat. Außerdem würden durch das Abspülen der Blütenstaub verloren gehen, und den möchte ich – ebenso wie zum Beispiel bei Holunder – im Sud haben.

Nach dem Zupfen waren von der ganzen Pracht (gut 200 Köpfe) noch knappe 220 Gramm an Blüten übrig geblieben. Klingt im ersten Moment nicht viel, aber ich habe immerhin sechs große Gläser à 250 ml Gelee daraus gewonnen. Aber erstmal: vorkochen. Die Blüten wurden zur Hälfte mit Zitronen-, die andere Hälfte mit Orangenscheiben angesetzt. Vorab: man schmeckt wenig Unterschied. Die Orangenvariante ist einen ganz kleinen Hauch säuerlicher, aber man merkt es wirklich kaum. Wahrscheinlich hätte ich mehr als eine Orange nehmen müssen, um hier tatsächlich einen Unterschied ausmachen zu können. Nächstes Jahr vielleicht …

Nachdem der Sud über Nacht durchgezogen ist, wird er durch ein Sieb oder ein feinmaschiges Tuch gegossen und mit Zucker aufgekocht. Ich habe mich für Gelierzucker entschieden, da das Gelee dadurch schneller die notwenige Festigkeit bekommt; außerdem benötigt man dann keine Unmengen – zum Teil schwirren Mengenangaben von einem Kilo Zucker pro Liter durch’s Internet. Ich bin jetzt zwar nicht der Kalorienfuchser, aber das war mir dann doch definitiv zu viel.

Für die Farbe gab es noch etwas braunen Zucker dazu und das war’s auch schon an Zutaten. Der Zucker dient als natürlicher Konservierungsstoff und sorgt außerdem dafür, dass sich das Gelee lange hält. Nach dem Einkochen in ausgekochte Gläser füllen, verschließen, abkühlen lassen – und schon am nächsten Morgen könnt ihr euer eigenes, sonnengelbes Löwenzahn-Gelee auf dem Brot genießen!

Löwenzahn-Gelee (aka Löwenzahnhonig)
Stimmen: 0
Bewertung: 0
Sie:
Bitte bewerte das Rezept!
Rezept drucken
Portionen Vorbereitung
3 Gläser à 250g 30 Minuten
Kochzeit
40 Minuten
Portionen Vorbereitung
3 Gläser à 250g 30 Minuten
Kochzeit
40 Minuten
Löwenzahn-Gelee (aka Löwenzahnhonig)
Stimmen: 0
Bewertung: 0
Sie:
Bitte bewerte das Rezept!
Rezept drucken
Portionen Vorbereitung
3 Gläser à 250g 30 Minuten
Kochzeit
40 Minuten
Portionen Vorbereitung
3 Gläser à 250g 30 Minuten
Kochzeit
40 Minuten
Zutaten
Portionen: Gläser à 250g
Einheiten:
Anleitungen
  1. Den Löwenzahn ausschütteln, damit sich mitgebrachtes Kleinstgetier verkrümelt.
    Die gelben Blütenblätter abzupfen (wenn etwas Grün dabei ist, macht das nichts) und in einen ausreichend großen Kochtopf geben.
    Blätter mit dem Wasser übergießen.
  2. Die Zitrone waschen, einen TL Schale abreiben. Zitrone in Scheiben schneiden.
    Abrieb und Zitronenscheiben zu den Blütenblättern geben.
    Das ganze auf den Herd stellen, Deckel auflegen und den Sud zum Kochen bringen.
    Hitze etwas reduzieren und den Sud 20 Minuten köcheln lassen; zwischendurch ein paar Mal umrühren.
    Topf vom Herd nehmen und den Sud über Nacht abgedeckt durchziehen lassen.
  3. Am nächsten Tag den Sud durch ein feinmaschiges Sieb oder Tuch gießen - den Sud natürlich auffangen und nicht weggießen (!!).
    Zitronenscheiben und Blütenblätter kräftig ausdrücken, so dass ihr auch möglichst viel Sud / Geschmack bekommt. Diesen "Trester" könnt ihr dann wegwerfen.
  4. Den Sud zurück in den Kochtopf geben, Gelierzucker und braunen Zucker dazu geben und verrühren.
    Nun den Sud auf höchster Stufe erhitzen und gute 5 Minuten unter Rühren kräftig kochen lassen.
    Die Hitze ein wenig reduzieren und den Sud 30 Minuten köcheln lassen, zwischendurch immer mal Rühren.
  5. In der Zwischenzeit die verschließbaren Gläser auskochen (falls nicht schon geschehen) und abkühlen lassen.
  6. Nach Ende der Kochzeit sollte der Sud leicht eingedickt sein. Zur Probe 2-3 Teelöffel auf einen flachen Teller geben und etwas abkühlen lassen, um zu sehen, ob er geliert.
    Ist er noch zu flüssig, müsst ihr ihn noch ein wenig köcheln lassen.
    Achtung: das Gelee wird eigentlich erst nach dem vollständigen Abkühlen richtig fest; also nicht zu stark einkochen!
  7. Das fertige Gelee in die vorbereiteten Gläser umfüllen; Gläser verschließen und das Gelee vollständig abkühlen lassen.
    Danach sollte es kühl gelagert werden; verschlossen hält es sich mindestens ein Jahr. Nach dem Anbrechen ist es locker noch vier Wochen haltbar.

4 Kommentare

  • Reply
    Fenzas
    12. Mai 2018 at 12:59

    Schon oft gegessen, nie selber gemacht. Wollte ich aber immer mal ausprobieren, danke für die Erinnerung daran ;)

    • Reply
      Petra
      13. Mai 2018 at 18:17

      Hallo Fenzas!

      Freut mich, wenn ich dir „auf die Sprünge helfen“ konnte! Bei uns hier ist die Blütezeit leider schon ziemlich vorbei, dabei hätte ich gerne noch einmal gesammelt. Man findet zwar vereinzelt noch Blüten, aber nicht mehr so viele auf einem Flecken. Manchmal gibt es ja im Herbst eine Nachblüte – vielleicht hab‘ ich dann Glück.

      Herd(s)liche Grüße,
      Petra

  • Reply
    Julia Erdbeerqueen
    28. April 2018 at 12:11

    Das klingt richtig gut! Du hast mich total neugierig gemacht. Ich würde jetzt zu gerne wissen, wie der Löwenzahnhonig schmeckt :) Danke für die tolle Rezeptinspiration. Das werde ich mir auf jeden Fall merken!

    Schönes Wochenende Juli

    • Reply
      Petra
      28. April 2018 at 12:52

      Hallo Julia!
      Das freut mich aber – dann habe ich meine Mission wieder einmal erfüllt! ;-)
      Also, er schmeckt tatsächlich wie Honig, nur etwas dezenter. So genau kann man es garnicht beschreiben, man muss es einfach mal probieren!
      Du hast übrigens einen ganz tollen Blog – die Bilder und Rezepte gefallen mir super!
      Ich wünsche dir ebenfalls ein schönes, sonniges Wochenende!
      Petra

    Hinterlasse eine Antwort