Liebling, ich hab‘ den Kuchen abgefackelt …
Crème-Brûlée-Käsekuchen

Zu Beginn dieses Beitrages bitte ich um eine kurze Schweigeminute … ich möchte sie Frau B. widmen, meiner Küchenfee, die mich mehr als 30 Jahre lang begleitet und meine Küchenexperimente bis vor kurzem klaglos ertragen hat. Besonders auf ihre alten Tage wurde sie, dank meiner neu gefundenen Freude am Kochen und Backen, heftigst gefordert. Trotz knirschender Gelenke (beiderseits) hat sie bis zuletzt tapfer geknetet, gerührt, gemixt und geschlagen. Eine Portion Eiweiß hat sie noch tapfer und mit viel Schwung zu luftigem Schnee verarbeitet, ehe sie am vergangenen Wochenende mit einem leichten Müffeln und einem kleinen Rauchwölkchen im wahrsten Sinne des Wortes ihren Geist aushauchte. Alle Wiederbelebungsversuche verliefen erfolglos – und versucht mal, eine 30 Jahre alte Küchenmaschine reparieren zu lassen. In diesem Sinne: Danke für alles, Frau B., und – Rest in Pieces.

Ich hoffe, sie ist mir nicht böse, dass ich mich direkt nach ihrem Ableben nach einem adäquaten Ersatz umgesehen habe – „the show must go on“. Und da steht er nun … ja, er. Irgendwie hat der-die-das neue Küchengerät eine eher maskulines Äußeres; also ist ab sofort „Herr B.“ für die Verarbeitung meiner Zutaten zuständig. Und er hat so viele tolle Accessoires mitgebracht, inklusive Herrenhandtäschchen – ich kann’s garnicht abwarten, alles zu testen. Noch schlimmer: Wie ich zu meinem völligen Entsetzen festgestellt habe, verfügt er als gesondertes Extra auch über einen Aufsatz, mit dem man Eis zubereiten kann. Was soll ich sagen … das Teil ist heute eingetroffen und ich sichte schon fleißig Rezepte.  Es darf also gerne ein heißer Sommer werden, ich bin gerüstet. 🙂

So, nun aber endlich zum heutigen Rezept und somit der ersten Amtshandlung meines neuen Küchenhelfers. Ich wollte es ihm nicht gleich zu schwer machen, deshalb bin ich sanft gestartet und habe ihm einen Käsekuchenteig vorgesetzt. Herr B. hat seine Sache prima gemacht – nur Frau Herd(s)Kasper hat dieses Mal völlig versagt. Vielleicht war’s die Aufregung über den schicken Kerl in der Küche? Jedenfalls war der Kuchen merkwürdig flach auf der Brust. Platter als das platte Land. Und ein Blick in den Backofen verriet mir auch, warum. Denn eigentlich sollte der Käsekuchen im Wasserbad schön locker-luftig aufgehen. Macht er normalerweise auch – wenn man denn Wasser für’s Bad bereitstellt. Vergisst man selbiges, bekommt man zwar einen echt leckeren Käsekuchen, allerdings bleibt er – naja, flach eben. Da fühle ich mich doch spontan an Badesalz‘ „Gummadiommada – haddakawassada“ erinnert *hust*.

Und deshalb, solltet ihr euch daran machen, den Kuchen zu backen: Nicht ablenken lassen und Wasser in die äußere Form füllen!!! 🙂

Auch das gleichmäßige Karamellisieren der Zuckerkruste muss ich noch ein wenig üben, denn die ein oder andere dunkle Stelle hat’s leider gegeben. Erstens hab‘ ich irgendwie tierischen Respekt vor diesen Mini-Küchenflammenwerfern. Und zweitens war ich anfangs sehr zögerlich, was die Menge an Zucker betraf, mit der ich den Kuchen bestreut habe. Das eine hauchdünne Schicht wenig bis gar nichts bringt, hab‘ ich recht schnell festgestellt und dann nochmal ordentlich nachgelegt. Sah dann schon viel besser aus, aber der ein oder anderen Ecke bin ich dann wohl zu nahe gekommen.

Nichtsdestotrotz war der Kuchen eine Offenbarung, was den Geschmack betrifft. Ich meine – Käsekuchen und dann diese knusprige, süße Kruste, wie man sie von Crème Brûlée eben kennt. Beides in einem. Mit jedem Bissen. Geht’s noch besser? Um die ganze Süße etwas „abzufedern“, habe ich eine Soße aus tiefgekühlten Beeren dazu gemacht; frische gibt’s ja leider noch nicht. Einen Teil der Beeren habe ich mit etwas Zucker (hatten wir ja noch nicht genug) und Zitronensaft verflüssigt, den Rest halb gefroren zum Kuchen dazu gegeben. Der war durch das Abflämmen noch lauwarm und somit ergab sich die herrliche Kombination von Süß-sauer-warm-kalt. Einfach umwerfend.

Also insgesamt ein voller Erfolg, trotz kleiner Pannen. Und steht mit Sicherheit demnächst wieder auf dem Programm, denn ich will’s ja nochmal richtig machen – mit Wasser für’s Fußbad. 🙂

Kleiner Hinweis zum Schluss: Der Kuchen lässt sich völlig problemlos auch als gluten- und laktosefreie Variante herstellen. Die entsprechenden Produkte sind in gut ausgestatteten Lebensmittelgeschäften problemlos zu bekommen. Also glutenfreie Butterkekse anstelle der normalen sowie laktosefreie Milchprodukte.

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Crème-Brulée-Käsekuchen
Das Rezept ist für eine rechteckige Form im Format ca. 49 x 24 cm ausgelegt. Außerdem benötigt ihr eine weitere, große Rechteckform, z.B. eine Fettpfanne oder ein Backofenblech mit hohem Rand, in welches die Kuchenform hineingestellt werden kann (Wasserbad). Solltet ihr keine geschlossene, sondern eine Springform verwenden, benötigt ihr zum Abdichten zwei bis drei große Bahnen Alufolie. Zum Flämmen der Kruste: ein Flambiergerät. Der Kuchen muss nach dem Abkühlen noch einmal mindestens vier Stunden in den Kühlschrank!
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Küche Backen, Desserts
Vorbereitung 20 Minuten
Kochzeit 50 Minuten
Wartezeit 5 Stunden
Portionen
Stücke
Zutaten
Für den Käsekuchen
Für die Fruchtsoße
Küche Backen, Desserts
Vorbereitung 20 Minuten
Kochzeit 50 Minuten
Wartezeit 5 Stunden
Portionen
Stücke
Zutaten
Für den Käsekuchen
Für die Fruchtsoße
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Anleitungen
  1. Backofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
    Die Backform mit zwei Blatt Backpapier auslegen, so dass dieses einen hohen Rand bildet. Tipp: Das Backpapier vor dem Auslegen kräftig zerknüllen und wieder glatt streichen - dann ist es geschmeidiger.
  2. Die Butterkekse mit dem Food Processor zerkleinern; alternativ in einen verschließbaren Frischhaltebeutel geben und mit dem Nudelholz zerkleinern.
    Butterkekskrümel und Mandeln in eine Rührschüssel geben, die weiche Butter hinzufügen und alles zu einer gleichmäßigen Masse vermischen.
    Keksmasse auf das vorbereitete Backblech geben und gleichmäßig darauf verstreichen.
  3. Keksteig in den vorgeheizten Backofen geben und 10 Minuten lang backen.
    Den Teig nach dem Backen vollständig abkühlen lassen (ca. 30 Minuten). Hitze im Backofen auf 160°C reduzieren.
  4. In der Zwischenzeit für die Käsemasse Frischkäse, Sauerrahm, Eier und Zitronensaft in eine Rührschüssel geben und miteinander verrühren.
    Salz, Zucker, gemahlene Vanille und Speisestärke in einer kleinen Schüssel miteinander vermischen (das verhindert, dass die Speisestärke klumpt). Mischung zum Rührteig geben.
    Puderzucker über den Teig sieben und unterrühren.
  5. Die Pfirsichkonfitüre in einem kleinen Kochtopf leicht erwärmen - das macht sie streichfähiger. Konfitüre vorsichtig auf dem abgekühlten Keksboden verteilen; dabei nicht zu feste drücken, sonst reisst der Boden auf.
    Die Käsemasse darauf geben und gleichmäßig verteilen.
  6. Wenn ihr eine zweiteilige Backform habt (Boden + Rand): Die geschlossene Form mit 2-3 Bahnen Alufolie fest umwickeln, so dass kein Wasser in die Form eindringen kann.
  7. Backform in die zweite, größere Form (Fettpfanne/Backblech) setzen und beides mittig in den Ofen schieben.
    Jetzt die äußere Form mit Wasser füllen, so dass dieses gut 2-3 cm hoch darin steht.
    Den Kuchen 40 Minuten lang backen; in dieser Zeit den Backofen möglichst nicht öffnen.
  8. Ofen ausschalten, Kuchen nochmals 10 Minuten darin lassen.
    Backblech aus dem Ofen nehmen, Kuchenform vorsichtig aus dem Wasserbad heben (heiß!!). Alufolie entfernen und den Kuchen weitestgehend abkühlen lassen.
    In der Form für mindestens vier Stunden in den Kühlschrank stellen, damit der Kuchen sich festigt.
  9. Den Kuchen in zwölf Stücke teilen. Jedes Stück großzügig mit Zucker bestreuen und diesen mit Hilfe des Flambiergerätes karamellisieren. Wichtig: Erst kurz vor dem Servieren karamellisieren. Die Zuckerschicht zieht relativ schnell Feuchtigkeit und kann bei längerem Stehen weich und zäh werden.
  10. Für die Fruchtsoße 200 g der gefrorenen Früchte mit dem Zucker und dem Zitronensaft in einem Food Processor oder mit dem Pürierstab fein pürieren und mit den noch ganzen Früchten zum Kuchen servieren.

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