Herd(s)Attacke

Kochkäs‘ – mon amour …

And now to something completely different ….

Zwischen all‘ die Weihnachtsleckereien schiebe ich ganz spontan ein schlichtes und deftiges Rezept. Der Süßkram und die Weihnachtsmenüs mit Tüddelü gehen mir momentan ein wenig auf den Keks. Oder heißt es in dem Fall „auf das Plätzchen“?

Jedenfalls kann ich’s gerade nicht mehr sehen, obwohl mir das große Weihnachtsmenü ja eigentlich noch bevorsteht. Weshalb ich mich heute zum Luft holen einem hessischen Grundnahrungsmittel zuwenden möchte – dem Kochkäs‘. Er ist ein naher Verwandter des Handkäs, den ich vor einiger Zeit ja schon vorgestellt habe. Denn letzterer bildet die Basis für die zugegebenermaßen nicht gerade figurfreundlichen Spezialität. Schon allein vom Durchlesen der Zutatenliste könnte man zunehmen – aber vor Weihnachten kommt’s auf die ein oder andere Kalorie sowieso nicht mehr an.

Das Rezept für den hausgemachten Kochkäs‘ hab‘ ich vor fast zwanzig Jahren von einer Arbeitskollegin geerbt (Hi und Danke Martina!) und seither gehört es in meiner Küche fast unverändert zu den Standards. Im Prinzip ist es auch schnell gezaubert, man braucht nur ein wenig Geduld beim Anrühren. Denn der Kochkäse darf, ganz entgegen seines Namens, garnicht kochen, sondern wird bei niedriger Hitze geschmolzen. Wenn man das beachtet, ist auch gar kein Wasserbad notwendig, wie man es in manchen Rezepten lesen kann. Außerdem wichtig: Rühren, rühren, rühren – damit nix klumpt. Die Käsemasse ist zum Ende hin ziemlich flüssig; das gibt sich aber, wenn sie erst einmal abgekühlt ist.

Verwenden kann man den Kochkäs‘ auf vielerlei Art. Zum einen natürlich pur auf’s Brot – wer mag, kann sich dazu eine einfache Zwiebelvinaigrette machen, so wie sie auch beim Handkäs‘ verwendet wird. Eine weitere, äußerst beliebte Variante ist das Kochkäs-Schnitzel. Ich kenne glaube ich kein bodenständiges hessisches Gasthaus, in dem es nicht auf der Speisekarte zu finden ist. Der Kochkäse wird hierfür erwärmt und auf das heiße Schnitzel gegeben, auf dem er dann schmilzt und die Soße bildet. Unwiderstehlich …

Gleich doppelt gemoppelt wäre die Variante des „Kochkäs‘ Cordon Bleu“, bei dem der Käse nicht nur – wie beim Schnitzel – darauf, sondern zusätzlich darin verwurstelt wird. Auch in Rinderrouladen oder über Nudeln fühlt er sich wohl; ein Klecks davon in helle Soßen gibt ihnen das gewisse Etwas und letztens hab‘ ich von einer Kochkäs‘-Suppe gehört, die ich aber noch nicht probiert habe.

Zum Thema Kümmel: Ich persönlich bin kein großer Freund davon, weshalb ich diesen als „optional“ aufgenommen habe. Wer will, der kann ihn entweder zum Schluss in die Käsemasse einrühren oder sie ohne belassen und den Kümmel, für alle, die ihn mögen, extra dazu servieren. Und wie beim Rezept für den Handkäse gilt auch hier: wer keinen hessischen Handkäse bekommt, kann alternativ Mainzer Handkäs‘ oder Harzer Käse nehmen.

In diesem Sinne: En Guude!

Euer Herd(s)Kasper

Hessischer Kochkäs'
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Ergibt rund 1200 Gramm Kochkäse. In einem verschlossenen Behälter im Kühlschrank gelagert ist er 6 Tage haltbar.
Vorbereitung
5 Minuten
Kochzeit
30-40 Minuten
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Hessischer Kochkäs'
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Ergibt rund 1200 Gramm Kochkäse. In einem verschlossenen Behälter im Kühlschrank gelagert ist er 6 Tage haltbar.
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Kochzeit
30-40 Minuten
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Kochzeit
30-40 Minuten
Zutaten
Portionen:
Einheiten:
Anleitungen
  1. Den Handkäse in kleine Würfel schneiden.
    Zusammen mit Schmelzkäse, Zitronensaft, Natron und etwa der Hälfte der Kondensmilch in einen beschichteten Topf (Kasserolle) geben und bei niedriger Hitze schmelzen lassen. Dabei durchgehend rühren.
  2. Wenn der Käse fast geschmolzen ist, nach und nach die Butter und die restliche Milch im Wechsel unterrühren. Nicht zu viel auf einmal, damit die Käsemasse nicht zu stark abkühlt!
  3. Die Käsemasse rühren, bis sie ganz gleichmäßig ist - es sollten keine Stücke mehr darin sein.
    Jetzt den Schmand esslöffelweise hinzugeben und gründlich unterrühren.
    Optional: Den Kümmel unterrühren.
  4. Den noch flüssigen Kochkäse in verschließbare Behälter (z.B. Einmachgläser) füllen, abkühlen lassen und im Kühlschrank aufbewahren.

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