His Royal Fluffiness:
Einback

Tiefste Befriedigung herrschte in den letzten Tagen in Herd(s)Kasperhausen. Mein Strawberry Chocolate Cheesecake war ein echter Renner. Unglaublich, wie oft er auf Facebook und Instagram „gelinked“ wurde – und auch die Seite hier hatte reichlich Besucher. Natürlich nichts im Vergleich zu den richtig großen Blogs; aber für meine bescheidenen Verhältnisse der erfolgreichste Beitrag, den ich bisher hatte. Und das freut nicht nur, das motiviert auch. Wenn’s keiner lesen würde, könnte ich die Rezepte genauso gut auch für mich alleine in meiner Kladde notieren und mir die Arbeit und das Geld für den Blog sparen. Deshalb an dieser Stelle ein fettes Dankeschön an alle, die vorbeigeschaut und geklickt haben! Wenn ich eine poetische Ader hätte, würde ich sagen: „Ihr seid die Hefe in meinem Teig“. 🙂

Nachdem die erdbeerlastige Leckerei ja ein bisschen aufwändiger war, gibt es heute etwas ganz schlichtes: Einback, in anderen Landstrichen auch „Reihenweck“ genannt und seines Zeichens die Vorstufe zum Zwieback (was ich bis vor kurzem auch nicht wusste). Hervorragendste Eigenschaft des Einback: seine Luftigkeit. Wenn sie richtig gut sind, dann ist das, als ob man in eine Wolke beisst … finde ich. Schon das Auseinanderziehen erfüllt mich mit tiefster Zufriedenheit – vor allem, wenn die Einback noch warm sind und so furchtbar verführerisch duften.

Ja, und warum die Dinger auch Reihenweck genannt werden, sieht man auf den Bildern. Denn die Teigrollen werden auf dem Backblech recht dicht aneinander gelegt. Während des Backens backen sie zusammen und können dann stückweise abgetrennt werden.

Ich hab‘ mir dieses Mal natürlich wieder eine kleine Kasperei erlaubt und in den Teig ein wenig von meinem Rhabarber-Erdbeer-Fruchtaufstrich hineingebacken. Echt lecker, auch wenn’s von mir aus noch etwas „rhabariger“ hätte sein dürfen. Aber aus technischen Gründen bekommt man so furchtbar viel nicht in den Teigrollen unter; der Aufstrich würde sonst rausfließen und das wollte ich eher nicht. Und es sollte ja auch nur so ein kleines Extra sein und meine Neugier befriedigen, ob das generell funktioniert.

Um die Einback zu formen, gibt es verschiedene Methoden – vom (Teig-)Würstchen rollen über das kunstvolle Falten bis hin zum Formen des kompletten Teiges zu einer Art Brotlaib, der dann einfach zerschnitten wird (eine irgendwie brutale Methode, wie ich finde). Mir geht es am einfachsten von der Hand, wenn ich aus den Teigstückchen erst kleine Bällchen forme, diese dann mit dem Nudelholz zu flachen, leicht ovalen Fladen ausrolle und diese wiederum einrolle. Irgendwie hab‘ ich das Gefühl, so werden sie am luftigsten.

Damit der Teig schön aufgeht, braucht er zum einen relativ viel Hefe; ein ganzer Würfel verschwindet darin. Zweitens muss dieser dann noch Zeit gegeben werden, so richtig auf Touren zu kommen – sprich: Vorteig und zwei Mal gehen lassen. Das Warten lohnt sich aber, denn man wird mit besagtem luftigen Gebäck belohnt, das ich im Übrigen schon als Kind hoch geschätzt habe. Ich weiß, manche Leute finden’s eklig – aber am allerbesten haben mir die Einback geschmeckt, wenn sie in heißen Kakao gestippt wurden. Hab‘ ich von meinem Opa gelernt, einem begnadeten Kuchentunker …

Und nun werde ich mich mental auf den Muttertag vorbereiten. Das Erdbeertörtchen aus dem letzten Bericht wurde ausdrücklich als Nachtisch erwünscht. Und vielleicht zaubere ich noch eine zweite Leckerei, den so ein kleiner Kuchen ist ja relativ schnell verputzt. Ich hab‘ da schon so eine Idee … und ihr werdet garantiert erfahren, ob es etwas geworden ist! 😉

Bis dahin: Lasst es euch schmecken!

Eurer Herd(s)Kasper

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Extra-fluffige Einback / Reihenweck
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Vorbereitung 25 Minuten
Kochzeit 20-25 Minuten
Wartezeit 75 Minuten
Portionen
Stück
Zutaten
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Anleitungen
  1. Milch und Butter in einen kleinen Kochtopf geben und auf niedriger Stufe erwärmen.
    Wenn die Butter geschmolzen ist, den Topf vom Herd nehmen und die Hefe in die Milch bröckeln.
    Von der Gesamtmenge einen EL Zucker sowie 2 EL Mehl abnehmen und in Milch geben.
    Alles gut miteinander verquirlen, mit einem Tuch abdecken und diesen Vorteig gut 15 Minuten gehen lassen.
  2. Die beiden Mehlsorten in einer Rührschüssel miteinander vermischen.
    Den restlichen Zucker und die Prise Salz dazu geben.
    Die beiden Eier in ein Schälchen aufschlagen und gut verquirlen.
  3. Den Vorteig zum Mehl geben und alles mit dem Knethaken der Küchenmaschine verkneten; nach und nach die verquirlten Eier dazu gießen.
    Teig gut fünf Minuten kneten lassen, dann auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben und weitere fünf Minuten von Hand kräftig durchkneten.
  4. Den Teig wieder in eine Schüssel geben, mit einem Tuch abdecken und an einem warmen Ort gut 30 Minuten gehen lassen.
    Tipp: Klappt bei mir am besten, wenn ich den Backofen auf 50°C Ober-/Unterhitze vorheize, dann wieder abstelle und die abgedeckte Teigschüssel hinein stelle.
  5. Den Teig nach Ende der Gehzeit (er sollte sein Volumen etwa verdoppelt haben) noch einmal kurz durchkneten und ihn dann in kleinere Stücke von ca. 50-60 Gramm teilen (ergibt ungefähr 18-20 Stück).
    Ein Backblech mit Backpapier belegen.
  6. Die Teigstücke auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu kleinen Kugeln formen und diese mit dem Nudelholz zu leicht ovalen, dünnen Fladen ausrollen.
    Optional: Das untere Drittel mit etwas Fruchtaufstrich bestreichen (ca. 1 TL je Einback); dabei einen Rand lassen, damit der Hefeteig später gut zusammenhält.
  7. Die Teigfladen locker einrollen, ggf. überflüssigen Fruchtaufstrich mit einem Löffel entfernen.
  8. Die offenen Enden zusammendrücken und etwas abrunden.
  9. Die Teigrollen mit dem Schluss nach unten nebeneinander auf das vorbereitete Backblech legen.
  10. Die fertigen Teigrollen mit einem sauberen Tuch abdecken und noch einmal 45 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen.
  11. In der Zwischenzeit den Backofen auf 170°C (Ober-/Unterhitze) vorheizen.
    Das Eigelb und den TL Milch miteinander verquirlen.
  12. Nach Ende der Gehzeit das Tuch entfernen und die Oberseite der Einback großzügig mit der Ei-/Milch-Mischung bepinseln.
    Backblech auf die mittlere Schiene des Backofens geben und die Einback ca. 20-25 Minuten backen; sie sollten schön goldbraun sein.
  13. Die Einback nach Ende der Backzeit mit dem Backpapier auf ein Kuchenblech ziehen und abkühlen lassen.
    Die Einback schmecken natürlich lauwarm am allerbesten; sie halten sich aber z.B. in einem Brotbehälter gut 2-3 Tage.

2 Comments

  • Carolin says:

    Oh wow, die sehen richtig toll aus!
    Ich hab Einback bis vor ein paar Wochen noch nie gesehen, sind die eventuell eher in Süddeutschland beheimatet? Mit ein wenig Füllung stelle ich sie mir auch ganz toll vor, das Rezept wird mal gemerkt 🙂
    Liebe Grüße
    Carolin

    • Petra says:

      Hallo Carolin!

      Soweit ich das mitbekommen habe, sind die Einback recht weitläufig bekannt – nur unter anderen Namen. Ich kann jetzt nur für Südhessen sprechen. 🙂
      Freut mich, dass dich das Rezept neugierig macht – berichte doch mal, wenn du es getestet hast!

      Herd(s)liche Grüße,
      Petra

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