Herd(s)Attacke

Gedämpft statt gebrutzelt:
Pancake im Topf

Während der (leider) vergangenen Urlaubstage war ich nicht ganz untätig, sondern bin gefühlt zwei Wochen lang durch die Küche gewirbelt. Dabei sind hauptsächlich „Geschenke aus der Küche“ entstanden; darunter die immer wieder gerne erwähnten süß-sauren Soße, Gemüsebrühe, Nudeln oder Baumkuchen-Happen. Aber auch ein paar neue Dinge, die ich nach und nach vorstellen werde – weil es sich einfach lohnt, manche Dinge selbst zu machen. Es schmeckt einfach und man weiß genau, was drin ist.

Aber nicht nur die Familie hatte etwas von den vorweihnachtlichen Herd(s)Kasper-Aktivitäten. Ganz nebenbei hab‘ ich meine Neugier bezüglich einiger Rezepte befriedigt, die ich schon länger auf dem Plan habe. Grundsätzlich sollte man nicht alles glauben, was so durch’s Internet schwirrt – das gilt nicht nur für (Fake) News. Auch Food Trends halten nicht unbedingt alles, was sie versprechen; siehe mein Test mit schwarzem Eis. Manchmal sind sie einfach nur überflüssig; wie zum Beispiel kiloweise Obst in neckische Formen schnippeln (ich frag‘ mich immer, wo die „un-neckischen“ Reste landen) oder zu versuchen, einen Liter Schoko-Shake zuzüglich einem halben Pfund Knabberdeko in ein Glas mit 0,25 cl Fassungsvermögen zu schütten, weil es so „funny“ und „crazy“ aussieht. Vom Drang dazu, alles – wirklich alles! – in Regenbogenfarben herzustellen, ganz abgesehen. Ich warte noch auf die erste „Einhorn-Bratwurst“ …

Wie auch immer: trau‘ keinem Rezept, bevor du es nicht selbst ausprobiert hast. Aus diesem Grund hab‘ ich mich in besagtem Urlaub den „Perfect Pancakes“ angenommen, die seit einiger Zeit im Netz kursieren. Gefunden habe ich sie bei „Tasty„, wo es zugegebenermaßen eine Menge Sachen zu sehen gibt, die einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. In einem Video wird gezeigt, wie diese „Perfect Pancakes“ funktionieren – nämlich nicht in der Pfanne, sondern im Topf. Im Prinzip wären es also keine Pan- sondern Potcakes, die nicht gebrutzelt, sondern eher gedämpft werden. Das Video dazu dauert knapp 1:40 Minuten; so schnell geht’s natürlich im „real life“ nicht, da ist ein wenig Vorarbeit und Geduld gefragt. Etwa 20 Minuten hat es gedauert, bis mein erster „perfect pancake“ auf dem Tisch landete.

Also erst einmal heißt es natürlich den Teig herstellen. Das Eiweiß wird dafür vorher steif geschlagen, was neben reichlich Backpulver für die „Fluffigkeit“ verantwortlich ist. Dann geht’s ab damit in den erhitzten Topf, der möglichst beschichtet und nicht zu groß ist und einen Glasdeckel haben sollte, damit man den Werdegang des Teiges mitverfolgen kann, ohne den Deckel dauernd lupfen zu müssen.

Und dann heißt es warten, denn – großer Nachteil – es dauert etwas länger, bis die Pancakes aus dem Topf fertig sind. Gut 7-8 Minuten hat es bei mir auf mittlerer Stufe gebraucht, bis der Teig „durch“ war. Für die Optik hab‘ ich die Pancakes dann nochmals eine Minute auf die Oberseite gedreht, damit sie ein bisschen Farbe bekommt. Wer zum Frühstück also viele hungrige Mäuler stopfen muss, der sollte entweder mit mehreren Töpfen arbeiten oder Wartemärkchen verteilen. Warm halten im Backofen hat nicht wirklich funktioniert, die Pancakes wurden relativ schnell knatschig.

Dann lieber kalt werden lassen, denn auch so schmecken die Pancakes wirklich großartig. Was im Umkehrschluss heißt, dass sie direkt und heiß aus dem Topf geradezu obszön luftig und absolut mega-oberlecker sind. In diesem Fall hat das Internet also endlich mal gehalten, was es versprochen hat. Mein absoluter Frühstücks- und Probierts-mal-selbst-aus-Tipp! Auch wenn sie etwas flacher ausgefallen sind, als im Originalrezept – leider hatte ich keinen ganz so kleinen Topf parat. Aber ich überlege ernsthaft, mir einen speziell für diese Pancakes zuzulegen. Die Investition mache ich gerne, wenn dabei so ein geiler Kram herauskommt.


Pancakes aus dem Topf
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Ihr benötigt einen kleinen Topf mit Deckel. Dieser sollte möglichst aus Glas sein, damit ihr den Pancake im Auge behalten könnt.
Portionen Vorbereitung
4 Stück 10 Minuten
Kochzeit
7-8 Minuten
Portionen Vorbereitung
4 Stück 10 Minuten
Kochzeit
7-8 Minuten
Pancakes aus dem Topf
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Ihr benötigt einen kleinen Topf mit Deckel. Dieser sollte möglichst aus Glas sein, damit ihr den Pancake im Auge behalten könnt.
Portionen Vorbereitung
4 Stück 10 Minuten
Kochzeit
7-8 Minuten
Portionen Vorbereitung
4 Stück 10 Minuten
Kochzeit
7-8 Minuten
Zutaten
Portionen: Stück
Einheiten:
Anleitungen
  1. Zwei Eier trennen; die Eigelbe beiseite stellen. Die Eiweiße mit einer Prise Salz steif schlagen.
  2. Die Butter in einen kleinen Topf geben (am besten den, den ihr später für die Pancakes verwendet) und auf kleiner Stufe schmelzen.
  3. Mehl, Backpulver und Vanille in einer Schüssel mischen.
    Milch, die geschmolzene Butter und das dritte Ei hinzu geben und gut unterrühren.
    Das steif geschlagene Eiweiß vorsichtig unter den Teig heben.
  4. Den kleinen Kochtopf auf mittlerer Stufe (bei mir Stufe 5 von 9) leicht vorheizen; je nach Größe des Topfes ein bis zwei Schöpfkellen Teig hinein geben, Deckel auf den Topf geben.
    Den Pancake 7-8 Minuten dünsten; die Oberseite sollte luftig und trocken sein, ggf. wie bei Kuchen mit einem Holzstäbchen prüfen, ob der Pancake durch ist. Bleibt Teig am Stäbchen kleben, braucht er noch ein wenig.
  5. Wer mag, kann den Pancake auf einen Teller gleiten lassen und nochmals für eine Minute in den Topf geben; dieses Mal mit der hellen Oberseite nach unten, damit diese noch etwas gebräunt wird.
  6. Entweder pur oder mit Beilagen nach Lust und Laune genießen, z.B. Ahornsirup, Marmelade, süßem Aufstrich, Nusscréme, Obst etc. - was euch halt zu Pancakes so schmeckt.

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