Ein Herd(s)Kasper sieht rosarot:
Obatzda mal anders

Man mag ja vom Valentinstag halten, was man will. Wie den Muttertag sehe ich diesen „Gedenktag“ ein wenig kritisch, denn eigentlich sollte man keinen speziellen Tag benötigen, um jemandem zu zeigen, dass man ihn gerne hat und – das ganze Jahr über – schätzt. Aber na gut – es gibt diese Tage nunmal, also müssen wir da durch. Einen Vorteil hat das Ganze allerdings: das Internet quillt über von zartrosa bis dunkelroten Rezeptideen. Gefühlte 99% davon drehen sich um Kuchen, Törtchen, Torten, Muffins, Pralinen – Süßkram also, der zum Großteil auch eeecht lecker aussehen – und sicher nicht nur am Valentinsschrägstrichmuttertag gut schmeckt.

Nun soll es aber der Legende nach Leute geben, die keine süßen Sachen mögen – hab‘ ich gehört. Persönlich kenne ich niemanden, solche merkwürdigen Personen habe ich nicht im Freundeskreis. Aber was macht man nun mit so jemanden, wenn man ihn am Valentinsschrägstrichmuttertag mit einer Leckerei überraschen will? Ich hätte da eine deftige Alternative für Frühstück oder Brunch, die auch wunderbar zu den Laugenstangen passt, die ich kürzlich verbloggt habe. Von denen komm‘ ich nämlich momentan so gar nicht runter. Am Wochenende gab es sie schon wieder und wenn ich am nächsten nicht schon so viel anderes vor hätte, wären sie sicher nochmal dran.

Und was zu Laugengebäck jeder Art ganz hervorragend passt, ist ein würziger Obatzda/Obatzter/Obazda – wie auch immer man das schreiben möchte. Im allgemeinen beinhaltet dieser Weichkäse, Quark oder Frischkäse, Butter, Zwiebeln, Salz und Pfeffer. Und dann kann die Kasperei losgehen, denn die Basisversion eignet sich ganz hervorragend dazu, sie mit allem möglichen anzureichern – oder auch wegzulassen. Zum Beispiel die Butter, denn die beiden Käsesorten bringen meiner Meinung nach schon genug Fett ins Spiel.

In dieser Grundvariante ist so ein selbst gemachter Obatzda schon ziemlich lecker. Aber ich will ja ein wenig Farbe ins Spiel bringen, bevorzugt etwas in Richtung rosarot. Als da wäre Variante Eins: mit Paprikapulver, und zwar geräuchertem. Auf das steh‘ ich im Moment total. Passt nicht immer und überall, aber zum Beispiel bei deftigen Gerichten, wie Gulasch, greife ich gerne mal zu dieser Gewürzsorte. Tja, und so auch bei diesem Obatzden, der dadurch nicht nur eine herrliche Farbe bekommt, sondern auch ein kräftig-rauchiges Aroma.

Variante Zwei mag ich besonders gerne: der Obatzde wird mit Walnüssen und Preiselbeerkompott gepimpt. Fast schon eine „Süßigkeit“, aber eben nur fast. Kommt natürlich auch darauf an, wie viel Preiselbeere man dazu gibt. Lieber erst einmal mit einer kleinen Portion anfangen und dann langsam bis zum gewünschten Geschmack steigern.

Und wer sich nicht entscheiden kann, der macht einfach alle drei Varianten. Entscheidend für den Geschmack ist natürlich der verwendete Weichkäse. Ich schwöre auf milden Camembert, denn da kommen die jeweiligen Zutaten einfach sehr gut zur Geltung. Macht ihr nur die Originalversion, darf der Käse auch etwas kräftiger sein.

Natürlich lässt sich mit dem Obatzden wunderbar spielen – nicht wörtlich, sondern mit den Zutaten. Wer mag, gibt in die „nackte“ Version noch etwas Kümmel und mischt unter die Paprika-Variante klein gewürfelte frische Paprika. Anstelle der Preiselbeeren gehen auch Cranberries, falls ihr es nicht so süß mögt. Wer mehr auf Grün als auf Rosarot steht, mischt frischen Schnittlauch darunter – oder Basilikum, für die mediterrane Note. Last but not least geht anstelle des Frischkäse auch Quark, was ich selbst aber noch nicht ausprobiert habe. Kommt aber sicher noch …

Und weil sie so schön geworden sind, kann ich einfach nicht anders und muss nochmal ein Bild von meinen letzten Laugenstangen posten … sehen die nicht zum Reinbeißen aus? 🙂


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Obatzda-Varianten
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Vorbereitung 20 Minuten
Portionen
Personen
Zutaten
Obatzda mit Walnüssen und Preiselbeerkompott
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Obatzda mit Walnüssen und Preiselbeerkompott
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Anleitungen
  1. Zwiebel schälen und fein würfeln.
    Den Camembert klein würfeln.
    Die beiden Paprikapulversorten vermischen.
    Die Walnüsse in einem Mörser grob zermahlen.
  2. Camembert und Frischkäse in eine Schale geben und mit einer Gabel zerdrücken und mischen.
    Die Zwiebelwürfel dazu geben und untermischen.
    Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  3. Den Obatzden in drei Portionen teilen. Eine Portion pur belassen.
    Unter die zweite Portion das geräucherte Paprikapulver mischen.
    Unter die dritte Portion die Walnüsse und das Preiselbeerkompott mischen.
  4. Schmeckt am besten mit Laugengebäck; als Beilage passen frische Radieschen und/oder knackiger Rettich.
    Im Kühlschrank 1-2 Tage haltbar.

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