Herd(s)Attacke

Beerenstarkes Wochenende, Teil Drei:
Rote Grütze

Eigentlich müsste ich jetzt garnicht viel schreiben, denn der Name „Rote Grütze“ steht für sich. Ich war eine zeitlang regelrecht süchtig nach dem Zeug – allerdings kam es damals noch aus dem Glas im Supermarktregal. Nachdem ich mich (wieder) für das Kochen und Backen begeistert habe, war es nur eine Frage der Zeit, bis auch die Grütze am heimischen Herd entstanden ist. Nicht mehr so oft wie früher, denn am besten wird sie natürlich, wenn man frische Früchte verwendet. Und die gibt’s nunmal nur im Sommer. Ehe die Entzugserscheinungen im Winter zu schlimm werden, greife ich aber schonmal auf tiefgefrorene Ware zurück.

Wer bisher gezögert hat, die Grütze selbst herzustellen: es ist total einfach und macht nur halb soviel Arbeit, wie ihr vielleicht denkt. Als Basis verwende ich natürlich den selbst gemachten Beeren-Sirup, um den es sich an diesem Wochenende dreht. Das ist dann sozusagen Frucht pur von vorne bis hinten. Der Sirup wird lediglich mit ein wenig Wasser gestreckt, da er sonst zu dickflüssig wird und man davon abgesehen zu viel davon brauchen würde. Solltet ihr keinen Sirup haben, gehen auch Fruchtnektar oder -säfte – es sollten passend zu den verwendeten Beeren und Früchten aber die entsprechenden Sorten sein. Zum Beispiel Kirsche; den findet man wohl am einfachsten. In dem Fall das Wasser weglassen und die Saftmenge entsprechend erhöhen.

Was man vermeiden sollte: Wasser pur als Basis. Denn es ist nunmal nur Wasser, hat also Null Eigengeschmack und kann somit nicht allzu viel zum Aroma der Roten Grütze beitragen. Außer, dass es den Früchten und Beeren den Geschmack entzieht und euch die Grütze völlig verwässert. Im schlimmsten Fall ist sogar der Saft von Kirschen aus dem Glas die bessere Wahl.

Vorzugsweise stelle ich die Rote Grütze aus Beeren – zum Beispiel Brom, Him, Heidel, Erd und Johannis – sowie Kirschen her. Die Mengen variieren je nach Verfügbarkeit. Bei der letzten Portion hab‘ ich zum Beispiel die Erdbeeren völlig außen vor gelassen, weil ich schlicht keine schönen heimischen bekommen habe. Auch der Anteil an Kirschen fiel etwas kleiner aus als sonst, da diese – wie schon erwähnt – in diesem Jahr leider Mangelware sind. Wie süß oder sauer eure Grütze wird, könnt ihr ganz gut steuern, indem ihr etwas mehr Zitronensaft oder mehr Zucker dazu gebt. Aber vorsichtig portionieren, der Geschmack kippt schnell. Und es kommt ja auch noch die Soße dazu …

Bei den Rote-Grütze-Liebhabern gibt es hierbei zwei Fraktionen: die einen schwören auf Vanillesoße, die anderen – zu denen ich gehöre – auf ungeschlagene Sahne. Letztere hat zugegebenermaßen ein paar Kaloriechen mehr, aber auf die kommt’s jetzt auch nicht mehr drauf an. Zu der herben Säure der Früchte passt die süße, cremige Sahne wie Faust auf Auge. Oder Deckel auf Eimer. Oder was auch immer. Solltet ihr zur Vanillesoße-Fraktion gehören: bei meinen Dampfnudeln findet ihr ein einfaches, aber leckeres Rezept dafür.

Interessant zu beobachten: die einen gießen Soße (oder Sahne) auf die Grütze und löffeln das ganze dann unverrührt. Manche mischen nur ein bisschen, während andere in einem geradezu andachtsähnlichen Zeremoniell die Soße langsam unter die Grütze ziehen, bis diese statt rot nur noch rosa ist. Wie esst ihr denn die Grütze am liebsten? Ich gehöre ja eigentlich zu den „Nicht-Rührern“, aber bei den letzten Löffeln gibt’s dann doch noch wildes Mischen. Dann lässt sich das Schälchen am Ende auch besser auslecken – oder? 😉


Rote Grütze
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Anstelle von Beeren-Sirup und Wasser geht alternativ auch Kirschsaft oder -nektar. In dem Fall das Wasser weglassen und dafür mehr Saft nehmen.
Portionen Vorbereitung
4 Portionen 15 Minuten
Kochzeit Wartezeit
15 Minuten 90 Minuten
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Zutaten
Portionen: Portionen
Einheiten:
Anleitungen
  1. Die Früchte und Beeren je nach Sorte entstielen, entkernen, kurz unter fließendem Wasser abspülen und abtropfen lassen.
    Die Zitrone gründlich waschen, die Schale fein abreiben. Zitrone entsaften. Abrieb und Saft für später beiseite stellen.
  2. Sirup, Wasser und Zucker in einen Kochtopf geben.
    Die Vanilleschote längs aufschneiden, das Mark herauskratzen zusammen mit der Schote zur Flüssigkeit geben und alles aufkochen lassen. Dabei gelegentlich rühren.
    Die Speisestärke mit dem Zitronensaft glatt rühren und unter die Flüssigkeit rühren. Hitze so weit reduzieren, dass die Masse gerade noch köchelt.
    Bei geschlossenem Deckel fünf Minuten sanft köcheln lassen.
  3. Nach fünf Minuten die vorbereiteten Früchte sowie den Zitronenabrieb hinzu geben und die Grütze weitere fünf Minuten köcheln; gelegentlich umrühren.
    Zum Schluss die Vanilleschote herausfischen und die Grütze ggf. noch mit etwas Zucker oder Zitronensaft (je nachdem, wie süß oder sauer sie werden soll) abschmecken.
  4. Rote Grütze in eine Schüssel geben, abdecken und ca. 30 Minuten auskühlen lassen. Danach noch einmal für eine Stunde in den Kühlschrank geben.
  5. Dazu: ungeschlagene Sahne oder Vanillesoße.

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