Herd(s)Attacke

Ab auf den Grill:
Lammbratwurst „Thai Style“

Wie im letzten Beitrag zu den Erdbeer-Eclairs schon erwähnt, hab‘ ich vor einiger Zeit ein besonderes Projekt ins Auge gefasst. Dabei geht es, im wahrsten Sinne des Wortes, um die Wurst: ich hatte mir vorgenommen, selbst Grillwürstchen herzustellen. Auf die Idee hatte mich ein Beitrag von Michael Nölke, Betreiber des Food Blogs „Salzig, Süß, Lecker“ gebracht. Auf seinem nicht nur lesens-, sondern auch äußerst sehenswerten Blog (ich liebe die Bilder!) stolperte ich bereits im April über das Rezept für Thai-Bratwurst. Der Gedanke, Wurst einmal selbst herzustellen war schon äußerst reizvoll und kommt meiner Experimentierfreude natürlich sehr entgegen.

Kleines Problem: im Originalrezept wird Schweinefleisch verwendet, das ich zwar esse, aber eigentlich nur in Ausnahmefällen. Also dann – wie wäre es mit Lammfleisch? Und somit war das Projekt Lammbratwurst „Thai Style“ geboren. Da ich die Premiere aber in Ruhe angehen wollte und zweitens das Thermometer nicht wirklich auf „Grillen“ stand, hat es sich um ein paar Wochen verzögert. Außerdem galt es ja noch das ein oder andere an Zutaten und Zubehör zu besorgen. Einen Fleischwolf nannte ich Dank des kürzlich erworbenen Herrn B. ja bereits mein Eigen. Aber unter anderem musste noch eine Tülle zum Wurststopfen her.

Zweitens war da noch die Sache mit dem Saitling. Passend zum Lammfleisch sollte es ein Schafsdarm sein, der beim Metzger um die Ecke (und auch beim Metzger um die andere und die übernächste Ecke, sprich‘ Nachbarorte) nicht zu bekommen war. Nach einigen erfolglosen Telefonaten hab‘ ich ihn schließlich – mit etwas Bedenken – im Internet bestellt, allerdings von einer deutschen Fachmarke, deren Produkt mich letztendlich auch nicht enttäuscht hat. Tja, und dann spielte jetzt endlich auch das Wetter mit, so das Grill-Stimmung aufkommen konnte.

Eine letzte Hürde war das Besorgen des Fleisches. Im Originalrezept sind es Schweinenacken, -schulter und -bauch – entsprechendes (oder ähnliches) sollte es auch vom Lamm sein. Die nette Fleischfachverkäuferin bei meinem örtlichen Lebensmittel-Dealer schüttelte ob meiner (Originalton) „exotischen“ Wünsche allerdings bedauernd den Kopf und beim Metzger hatte ich erneut kein Glück. Man könne es zwar bestellen, aber nicht in so kleinen Mengen. Zum Glück hab‘ ich zwei türkische Lebensmittelmärkte in Griffweite und der Metzger des einen pflückte Lammschulter und -nacken ohne mit der Wimper zu zucken aus der Theke. Als Ersatz für den Bauch nahm ich die – wesentlich magerere – Keule; den fehlenden Fettanteil habe ich durch Kokosöl ersetzt – perfekt zu den asiatischen Gewürzen.

Um es etwas abzukürzen: in der Herd(s)Kasper-Versuchsküche herrschte Spannung bis zur letzten Minute – ein bisschen aufregend fand ich die ganze Sache schon. Und dabei lief diese Premiere letztendlich erstaunlich glatt; ich hätte es mir wesentlich umständlicher und schwieriger vorgestellt. Nur die Saitlinge bereiteten anfangs etwas Probleme, weil ich einfach zu viel Angst hatte, dass sie reißen – die Dinger sehen so furchtbar empfindlich aus. Sind sie letzten Endes aber garnicht und nachdem ich etwas mutiger an die Sache herangegangen bin, hat’s prima geklappt.

Nach gut drei Stunden – mit etwas Übung geht’s sicher auch schneller – hatte ich 30 recht ansehnliche Exemplare vor mir liegen. Auch wenn’s schwer fiel, sie nicht gleich zu testen, hab‘ ich die Würstchen dann über Nacht in den Kühlschrank gelegt – und schon der würzige Duft, als ich sie am nächsten Mittag herausgeholt habe, war einfach umwerfend. Und das feierlich zelebrierte Testessen hat mich davon überzeugt, das es mit Sicherheit nicht das letzte Mal war, das ich selbst „gewurstet“ habe. OK, es ist nichts, was ich jedes Wochenende machen würde. Aber es ist schon ein tolles Gefühl, auf den Teller zu blicken und sagen zu können: „Hab‘ ich von A bis Z selbst gemacht!“.

Kleine Empfehlung zur Beilage: der asiatische Doppelkartoffelsalat, den ich schon im letzten Sommer verbloggt habe. Ergänzt sich wunderbar. Und als Dip dazu ein Ananas-Curry-Senf – das Rezept folgt demnächst, falls ihr ihn selbst herstellen wollt. Last but not least nochmal ein ganz herd(s)liches Dankeschön an Michael Nölke von „Salzig, Süß, Lecker“ – für die Inspiration, einen spannenden Samstagnachmittag sowie das Rezept, welches ich nach Herd(s)Kasper-Art ein ganz klein wenig abgewandelt und an die verarbeitete Fleischmenge angepasst habe.

Und ganz zum Schluss: Wirklich gute Tipps zum Thema Wurst selbst herstellen (nicht nur) für Anfänger habe ich auch bei „Wurstgefühle“ sowie in einem YouTube-Video von Allrecipes Deutschland gefunden. Ich kann wirklich nur empfehlen, sich vorab ein wenig zu informieren; das erleichtert die Sache ungemein.

Lammbratwurst "Thai Style"
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Ihr benötigt: einen Fleischwolf und eine 5-mm-Scheibe, sowie eine Wurstfülltrichter. Das Rezept bezieht sich auf Saitlinge der Größe 20/22. Die fertigen Würstchen sollten über Nacht im Kühlschrank durchziehen; das gibt ein intensiveres Aroma.
Portionen Vorbereitung
ca. 30 Stück ca. 3 Stunden
Wartezeit
30 Minuten, bzw. über Nacht
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Wartezeit
30 Minuten, bzw. über Nacht
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Ihr benötigt: einen Fleischwolf und eine 5-mm-Scheibe, sowie eine Wurstfülltrichter. Das Rezept bezieht sich auf Saitlinge der Größe 20/22. Die fertigen Würstchen sollten über Nacht im Kühlschrank durchziehen; das gibt ein intensiveres Aroma.
Portionen Vorbereitung
ca. 30 Stück ca. 3 Stunden
Wartezeit
30 Minuten, bzw. über Nacht
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ca. 30 Stück ca. 3 Stunden
Wartezeit
30 Minuten, bzw. über Nacht
Zutaten
Portionen: Stück
Einheiten:
Anleitungen
  1. Knoblauch und Ingwer schälen und fein hacken.
    Die Blätter von den Korianderstängeln zupfen und fein hacken.
    Die Chili-/Pepperonischote waschen, entkernen und fein hacken.
    Die Limette waschen und die Schale fein abreiben.
  2. Koriander- und Bockshornkleesamen, Pimentkörner und Nelken in einer kleinen Pfanne ohne Fett kurz anrösten.
    Die gerösteten Gewürze im Mörser fein zerstoßen.
    Das Kokosöl in der noch warmen Pfanne ohne Hitze schmelzen lassen.
  3. Die frischen und die getrockneten Gewürze in eine kleine Schüssel geben. Curry, Meersalz, Fisch- und Sojasoße sowie das Kokosöl hinzu geben und alles gründlich miteinander verrühren.
    Mischung beiseite stellen.
  4. Das Fleisch trocken tupfen, ggf. Sehnen und Knochen entfernen (aus den Abschnitten lässt sich ein prima Lamm-Fond machen!). Fleisch in ca. 2 cm große Würfel schneiden.
    Fleisch und Gewürzmischung in eine verschließbare Frischebox geben und gründlich miteinander vermischen.
    Das Fleisch für 30 Minuten in den Gefrierschrank/Tiefkühltruhe stellen.
    Ich habe die Metallteile des Fleischwolfes in einen Gefrierbeutel gepackt und ebenfalls in das Gefrierfach gelegt; das soll das Wolfen später etwas geschmeidiger machen.
  5. In der Zwischenzeit den Wurstdarm eine halbe Stunde lang wässern, ggf. nochmal ausspülen.
    Zum Ausspülen habe ich den Darm ein Stück weit über die Wursttülle gezogen und diese dann unter den Wasserhahn gehalten.
    Die Tülle danach wieder entfernen und auf den Fleischwolf montieren.
  6. Das gut gekühlte Fleisch durch den Fleischwolf drehen, bis die Tülle gefüllt ist. Jetzt könnt ihr das Brät auch gleich probieren und das Fleisch ggf. nochmal etwas nachwürzen. Achtung: wenn die Würstchen über Nacht durchziehen, wird das Aroma noch intensiver - also nicht zu heftig würzen.
  7. Den Saitling über die Tülle ziehen, das Ende verknoten und ihn - nicht zu prall, nicht zu luftig - füllen. Schluss ebenfalls verknoten.
    Jetzt Würstchen von ca. 12-15 cm Länge abdrehen und diese in einer verschließbaren Frischhaltebox über Nacht im Kühlschrank durchziehen lassen.

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