Farben- und Gaumenfreude pur:
Kürbis-Nuss-Baguette

Eigentlich hatte ich innerlich schon mit der Kürbissaison abgeschlossen – zumindest, was den Blog betrifft. Die letzten Kürbisse, die ich gefunden habe, sahen auch lange nicht mehr so schön aus und – last but not least – sollte jetzt eigentlich die Weihnachtsbäckerei im Mittelpunkt stehen. Tja – typischer Fall von Denkste. Denn während der Suche nach interessanten Rezepten für Plätzchen stolperte ich über eines für Kürbis-Nuss-Baguette und hab‘ mich auf den ersten Blick verliebt.

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Die herrliche Farbe der Baguettes war natürlich der absolute Hingucker und nicht zu überblättern. Das sah so furchtbar lecker aus, dass ich direkt nachschauen musste, wer sie denn „verbrochen“ hatte – im absolut positiven Sinne natürlich. Auf diese Weise wurde ich auf den Food Blog „Herzelieb“ und dessen Betreiberin Michaela Hoechst-Lühr aufmerksam. Und musste mich schon beim ersten Stöbern auf ihrem Blog fragen: Warum entdecke ich den erst jetzt? Denn „Herzelieb“ besticht nicht nur durch wunderschöne Bilder, sondern auch mit den dazugehörigen, wirklich abwechslungsreichen Rezepten – die allesamt ausdrücklich „eine Portion Liebe“ enthalten. Die beste Zutat überhaupt.

An dieser Stelle also ein ganz herd(s)liches Dankeschön an Michaela für die Erlaubnis, das Rezept hier wiederzugeben – und dafür, dass du mich damit total aus dem Weihnachtsplätzchenzeitplan gebracht hast. 🙂

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Wer sich bisher noch nicht an das Backen von Brot herangetraut hat – keine Sorge, das Rezept ist wirklich einfach und eigentlich gelingsicher. Der Hefeteig muss mehrmals gehen, was natürlich etwas Zeit benötigt. Allerdings lässt sich das Baguette auch ganz wunderbar vorbereiten. Ich hab‘ für ein Geburtstagsessen den Teig schon einen Tag vorher zubereitet und die fertig geformten Baguettes über Nacht, mit einem freuchten Tuch abgedeckt, im Kühlschrank gehen lassen. Am nächsten Morgen müssen sie nur noch auf Zimmertemperatur kommen und können dann ganz frisch gebacken werden. Noch lauwarm serviert sind sie einfach ein Genuss für Auge und Gaumen!

Das Kürbis-Nuss-Baguette passt nicht nur ganz wunderbar als Beilage (zum Beispiel zu Herd(s)Kaspers Lieblings-Kürbissuppe), sondern ist auch als Solist, einfach mit ein wenig Butter bestrichen, ein echter „Bringer“. Mittlerweile hab‘ ich die leckeren Stangen schon das dritte Mal gebacken. Herd(s)Kasper-Empfehlung: Die gemahlenen Haselnüsse vor der Verwendung leicht anrösten – das Aroma wird dann noch intensiver.

kuerbis-nuss-baguette-01

Insgesamt habe ich das Original-Rezept ein ganz klein wenig verändert, auch was den Backvorgang betrifft (Michaela, ich hoffe, du verzeihst mir 😉 ). Ich arbeite da gerne mit etwas Dampf, also einer Schüssel mit Wasser auf dem Backofenboden, da ich sonst das Problem habe, dass die Kruste zu hart wird. Die Schüssel wird nach einer Viertelstunde wieder entfernt – Achtung, sie und auch das Wasser darin sind natürlich kochend heiß. Also entsprechend vorsichtig sein. Ich hab‘ für solche Gelegenheiten Silikon-Topfhandschuhe, die fast bis zum Ellenbogen gehen und dick gefüttert sind. Waren zwar nicht billig, aber ich kann’s nur empfehlen.

So – das wäre mein absolutes Highlight der diesjährigen Kürbissaison und ab jetzt geht’s beim Herd(s)Kasper dann endlich weihnachtlich zu. Einen Anlauf hab‘ ich ja schon mit den Schokolinsen-Happen genommen; am Wochenende wird dann durchgestartet! Die Plätzchenparade soll ja weitergehen. Also Daumen drücken, dass mir nicht wieder so ein Hingucker dazwischen kommt. 🙂

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Kürbis-Nuss-Baguette
Stimmen: 1
Bewertung: 5
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Vorbereitung 60 Minuten
Kochzeit 45 Minuten
Wartezeit 90 Minuten
Portionen
Baguettes
Zutaten
Vorbereitung 60 Minuten
Kochzeit 45 Minuten
Wartezeit 90 Minuten
Portionen
Baguettes
Zutaten
Stimmen: 1
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Anleitungen
  1. Backofen auf 220°C (Ober-/Unterhitze) vorheizen.
    Ein Backblech mit Backpapier auslegen; das Backpapier mit 1 EL neutralem Öl bepinseln (dann klebt das Kürbisfleisch später nicht so fest).
  2. Den Hokkaido-Kürbis waschen, abtrocknen, halbieren.
    Die Kürbiskerne mit einem Löffel herauskratzen.
    Den Kürbis vierteln, in ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden und auf dem vorbereiteten Backblech verteilen.
    Kürbis auf der mittleren Schiene 20 Minuten garen.
  3. Während der Kürbis gart, das lauwarme Wasser in eine Schüssel geben.
    Hefe hinein bröckeln, Zucker dazu geben und verrühren, bis sich die Hefe aufgelöst hat.
    2 EL Mehl von der Gesamtmenge abnehmen und locker unter die Hefe mischen.
    Vorteig an einem warmen Ort 15 Minuten gehen lassen - die Hefe sollte schon sichtbar arbeiten.
  4. Die fertigen Kürbisstücke leicht abkühlen lassen und im Zerkleinerer (alternativ mit dem Pürierstab) fein pürieren. Für die Brote solltet ihr ungefähr 600-700 g Kürbispüree haben.
  5. Die gemahlenen Haselnüsse in einer Pfanne ohne Fett kurz anrösten. Achtung, das feine Pulver wird ziemlich schnell dunkel, also unbedingt ein Auge darauf haben!
  6. Restliches Mehl, Haselnüsse und Salz in einer ausreichend großen Rührschüssel miteinander vermischen.
  7. Kürbispüree und Öl zum Vorteig geben und alles locker miteinander vermischen.
    Die Masse zum Mehl hinzufügen und - am besten mit den Händen (Einweghandschuhe!) - rund 10 Minuten kräftig kneten, so dass ein glatter, gleichmäßiger Teig entsteht.
    Wem das Kneten in der Schüssel zu umständlich ist, der kann den Teig selbstverständlich auch auf einer bemehlten Arbeitsfläche bearbeiten und den Teig danach in eine Schüssel geben.
  8. Die Teigschüssel mit einem Tuch abdecken und den Teig an einem warmen Ort 60 Minuten gehen lassen.
  9. In der Zwischenzeit die Kürbiskerne in einer Pfanne ohne Fett anrösten und im Mixer oder Mörser grob zerkleinern.
  10. Nach Ende der Gehzeit den Teig (möglichst ohne allzu viel Kneterei) in vier gleich große Stücke teilen. Aus diesen vier Stücken Baguettes rollen, dabei nicht zu sehr drücken, damit der Teig luftig bleibt.
    Baguettes auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben.
  11. Speisestärke mit 2 EL Wasser vermischen und auf die Baguettes pinseln. Diese dann mit den gemahlenen Kürbiskernen bestreuen.
  12. Baguettes auf dem Backblech mit einem feuchten Tuch bedecken und weitere 30 Minuten gehen lassen. *)
    Eine ofenfeste Schale mit Wasser füllen und auf den Boden des Backofens stellen.
    Den Backofen auf 190°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
  13. Das Tuch nach Ende der Gehzeit entfernen und die Baguettes auf die mittlere Schiene des vorgeheizten Backofens geben.
  14. Nach 15 Minuten die Türe des Backofens weit öffnen, damit der Dampf entweichen kann. Die Wasserschüssel vorsichtig (kochen heiß!!) entfernen.
    Backofentüre wieder schließen, Hitze auf 170°C reduzieren und das Baguette weitere 30 Minuten fertig backen.
    Baguette auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.
  15. *) Wer das Baguette erst am kommenden Tag frisch backen möchte:
    Die mit einem feuchten Tuch abgedeckten Baguettes auf dem Backblech im Kühlschrank über Nacht gehen lassen.
    Am darauf folgenden Tag aus dem Kühlschrank nehmen und gut eine Stunde auf Zimmertemperatur kommen lassen. Dann wie oben angegeben backen.

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