Ein echtes Hammerteil:
Shredded Beef Burger
mit Gorgonzolasoße und Preiselbeeren

In den letzten Wochen ist es hier auf dem Blog ja ein wenig fleischlos zugegangen. Das wird sich aber heute schlagartig ändern. Denn ich habe mich vor einigen Tagen in den siebten Burger-Himmel katapultiert und das muss natürlich geteilt werden. Grund für meine (hoffentlich zwischen den Zeilen herauslesbare) Begeisterung ist eine Kombination aus mehreren Elementen, die mir schon seit langem vorgeschwebt hat und die nun endlich das Licht der Herd(s)Kasper-Küche erblickt hat.

Als da wäre der wichtigste Teil: das Fleisch. Shredded Beef stand schon ziemlich lange auf meiner „To Do“-Liste und im vergangenen Urlaub hatte ich es dann fest eingeplant. Voran gingen zahlreiche Recherchen im Internet, um das richtige Rezept zu finden. Denn bei den meisten wird entweder ein so genannter Smoker-Grill oder ein „Slow Cooker“, also Schongarer, verwendet. Hab‘ und brauch‘ ich beides nicht, also fiel ein Großteil der gefundenen Rezepte schon einmal weg. Mitten in der Rezeptsuche, die nicht sonderlich erfolgreich verlief, rettete mich dann ein Weihnachtsgeschenk. Ein nicht nur optisch, sondern auch inhaltlich überaus gelungenes Werk namens „Craft Beer Kochbuch“ aus der Feder von Torsten Goffin und Stevan Paul, sowie wunderschönen Fotos von Daniela Haug. Und darin fand ich dann endlich, was ich suchte. Eigentlich ein Rezept für Shredded Pork, also Schweinefleisch, welches ich allerdings nur in Ausnahmefällen esse. Es ließ sich aber mühelos auch mit Rindfleisch umsetzen.

Noch besser: Man braucht keinen Whiskey für die Marinade, wie es in den meisten anderen Rezepte zu lesen ist. Erfahrungsgemäß stehen solche speziellen Getränke bei mir monatelang im Schrank herum, ehe sie irgendwann im Ausguss landen. Und dafür ist mir die Sache zu teuer und zu schade. Statt dessen wird im genannten Rezept – na was wohl – Bier, verwendet. Genau gesagt ein schönes, kräftiges, Schwarzbier. Perfetto! Denn das konnte ich dann gleich noch in die für den Burger benötigten Brötchen wandern lassen. Ein Rezept dafür hatte ich schon vor längerer Zeit bei „Zum Kaffee dazu“ entdeckt (dort allerdings mit Guinness) und nun kam es endlich zum Einsatz.

Fehlte nur noch die passende „Krönung“ für meinen persönlichen König der Burger. Hier ließ ich mich von einem Rezept inspirieren, das ich bei „Springlane“ gefunden hatte: dem Gorgonzola-Burger. Mit einem Klecks Preiselbeeren-Kompott die perfekte Begleitung für das würzige Fleisch. Für den Frischekick kamen noch ein paar Sprossen von rotem Rettich dazu – die machen das ganze nicht nur knackiger, sondern geben dem Burger noch einen Hauch von Schärfe.

Tja, und das alles zusammen genommen ergab den besten Burger, den ich in meinem Leben gegessen habe. Und ganz nebenbei auch der mit der längsten Vorbereitungszeit. Was natürlich am Shredded Beef liegt, das bereits einen Tag vorher gestartet wird. Ich hab‘ es nachmittags mariniert und über Nacht gut verpackt ziehen lassen. Am nächsten Mittag kam es dann in den Ofen, wo es gut sechs Stunden lang bei niedriger Temperatur seiner Vollendung entgegen schmurgelt. Ein bisschen kribbelig war ich ja schon, denn erstens war es eine Premiere für mich und zweitens war das Rezept wie erwähnt für Schweinefleisch ausgelegt. So ganz sicher, ob das alles hinhaut, war ich mir insofern nicht. Umso größer die Begeisterung, als ich das wunderbar mürbe, saftige, würzige Fleisch auseinander zupfte und es absolut perfekt war.

Aus diesem Grund nochmal ein ganz herd(s)liches Dankeschön an alle erwähnten Blogs, Blogger und Autoren für Rezepte (die ich zum Teil leicht abgewandelt habe) und die Inspiration!

Das Rezept ist übrigens für acht Burger ausgelegt. So viel habe ich aus einem guten Kilo Fleisch heraus bekommen. Weniger Fleisch zu nehmen wird laut den Rezepten, die ich studiert habe, nicht empfohlen – es würde sonst zäh und trocken. Solltet ihr nicht so viele Burger machen wollen: Das Fleisch schmeckt auch am nächsten Tag und sogar kalt noch ganz wunderbar und lässt sich zum Beispiel für Sandwiches verwenden.

Ein wenig tricky war nur die Zubereitung der Brötchen, denn diese sollten ja gleichzeitig mit dem Fleisch fertig sein. Da wohl die wenigsten Haushalte über zwei Backöfen verfügen: Die Brötchen am besten morgens schon zubereiten, luftdicht verpacken und am Abend, während ihr das Fleisch zerrupft, kurz im noch heißen Backofen aufbacken.

In diesem Sinne: Fröhliches Schreddern! 🙂

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Shredded Beef Burger mit Gorgonzolasoße und Preiselbeeren
Wichtig: Das Shredded Beef muss 12 Stunden (am besten über Nacht) marinieren, ehe es zubereitet werden kann! Das Fleischstück sollte nicht weniger als 1 kg haben; ansonsten besteht die Gefahr, dass es trocken wird. Auch wichtig: Da der Backofen für das Shredded Beef benötigt wird, die Burger-Brötchen am besten schon am Morgen fertig machen, verpackt aufbewahren und am Abend kurz aufbacken. Was ihr sonst noch braucht: einen Bräter mit Deckel und einem Dämpfeinsatz; das Fleisch sollte nicht im Saft liegen. Alternativ ein Gitter aus einer Einweg-Grillschale basteln.
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Vorbereitung 45 Minuten
Kochzeit 6 Stunden
Wartezeit 12 Stunden, bzw. über Nacht
Portionen
Burger
Zutaten
Für das Shredded Beef
Für die Burger-Brötchen
Vorbereitung 45 Minuten
Kochzeit 6 Stunden
Wartezeit 12 Stunden, bzw. über Nacht
Portionen
Burger
Zutaten
Für das Shredded Beef
Für die Burger-Brötchen
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Anleitungen
Das Shredded Beef zubereiten
  1. Die Knoblauchzehe schälen und sehr fein hacken.
    Rauchsalz, Paprikapulver, braunen Zucker und Pfeffer in einer Schale mischen. Den kleingehackten Knoblauch, 2 EL vom Schwarzbier und 2 EL Öl dazu geben und alles gründlich vermischen.
  2. Das Rindfleisch trocken tupfen und gründlich mit der Gewürzmischung einreiben.
    Fleisch gut in Frischhaltefolie einpacken und über Nacht (12 Stunden) im Kühlschrank marinieren.
  3. Am nächsten Tag das Fleisch auspacken und ggf. etwas abtropfen lassen.
    Backofen auf 220°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
  4. Das Fleisch auf einen mit Backpapier ausgelegten Gitterrost legen und im vorgeheizten Backofen 20 Minuten vorgaren.
  5. Hitze im Backofen auf 120°C Ober-/Unterhitze reduzieren, das Fleisch herausnehmen.
    Das restliche Schwarzbier in den Bräter geben und den Dämpfeinsatz/die Aluschale darüber setzen.
    Das Fleisch auf den Einsatz legen (es sollte nicht im Bier schwimmen!) und den Deckel auf den Bräter geben.
    Bräter auf die erste Schiene von unten in den Backofen schieben und das Fleisch 6 Stunden garen lassen. Dabei den Deckel geschlossen halten!
  6. Das Fleisch nach 6 Stunden aus dem Bräter nehmen und auf einen ausreichend großen Teller/Backblech legen.
    Fett oder Sehnen entfernen, das restliche Fleisch mit Hilfe zweier Gabeln auseinander zupfen.
Die Burger-Brötchen zubereiten
  1. Mehl, Salz, Zucker und Trockenhefe in einer Rührschüssel vermischen. Das warme Schwarzbier dazu geben und alles etwa 10 Minuten lang zu einem gleichmäßigen Teig verkneten.
    Den Teig mit einem Tuch abdecken und 30 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen.
  2. Nach der ersten Gehzeit den Teig in acht gleich große Stücke teilen und Brötchen daraus formen.
    Die Brötchen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen, mit einem Tuch abdecken und nochmals eine halbe Stunde lang gehen lassen.
  3. In der Zwischenzeit den Backofen auf 100°C Ober-/Unterhitze aufheizen, sowie das Ei und die Milch verquirlen.
  4. Brötchen auf die mittlere Schiene des Backofens geben, die Temperatur auf 150°C erhöhen und die Brötchen 10 Minuten backen.
    Brötchen kurz aus dem Ofen holen und die Temperatur auf 180°C erhöhen.
  5. Brötchen mit der Eier-/Milchmischung bestreichen, den Sesam darüber streuen.
    Brötchen zurück in den Backofen geben und weitere 5 Minuten backen (sie sollten schön goldbraun sein).
Den Gorgonzola-Burger zusammensetzen
  1. Gorgonzola und Sahne in einen kleinen Topf geben, den Käse bei niedriger Temperatur schmelzen lassen und verrühren, bis man eine cremige Soße hat.
  2. Burger-Brötchen halbieren, die frischen Sprossen auf die untere Hälfte streuen. Eine ordentliche Portion Shredded Beef darauf geben. Etwas Gorgonzolasoße über das Fleisch geben und das ganze mit einem TL Preiselbeeren-Kompott krönen.
    Brötchendeckel darauf legen und genießen!

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